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    LOHR

    Die Botschaft der Heiligen in der Stadtpfarrkirche

    Rund 7000 Heilige und Selige kennt das Martyrologium Romanum der römisch-katholischen Kirche. Über die kleine Zahl der allgemein gefeierten Heiligen hinaus haben sich viele Lokaltraditionen erhalten.

    Bei einer Kirchenführung in St. Michael ging es auch um die 14 Nothelfer in der Stadtpfarrkirche. Foto: Sven Johannsen

    Rund 7000 Heilige und Selige kennt das Martyrologium Romanum der römisch-katholischen Kirche. Über die kleine Zahl der allgemein gefeierten Heiligen hinaus haben sich viele Lokaltraditionen erhalten. In einer geistlichen Führung erläuterte Pfarrer Sven Johannsen rund 120 Besuchern die Bedeutung der Heiligen und stellte die „Lohrer Heiligen“ in der Stadtpfarrkirche vor, teilt die Kirchengemeinde mit.

    Die Feier der Heiligen hat auch in Lohr die Traditionen und die Ausgestaltung der Stadtpfarrkirche geprägt. Seit 2015 empfangen die Pestpatrone Rochus und Sebastian die Besucher der Kirche. Der dritte Patron im Gebet um Gesundheit ist der Heilige Valentin, dem die Kapelle über der Stadt geweiht ist.

    Zweite Station der Betrachtung war der Josefsaltar, den Franz Wilhelm Drießler 1904/1905 schuf. Die Außenflügel schmückt ein Bild der vierzehn Nothelfer vor der Ansicht der Stadt Lohr. Pfarrer Johannsen stellte die Legenden der Nothelfer vor und verwies darauf, dass bereits zwei vorherige Altäre, die an dieser Stelle seit dem 17. Jahrhundert standen, ihnen geweiht war. Besonders die heilige Barbara hat einen großen Nachhall in der Kirche gefunden. An mehreren Epitaphien findet sie sich als Namenspatronin der jeweiligen Stifterin dargestellt. Vor allem aber ruht seit der Renovierung eine Reliquie der heiligen Patronin der Bergleute und des THW unter dem neuen Altar.

    Mit ihr finden sich dort die Reliquie des seligen Liborius Wagner und die Reliquie des heiligen Martins, erster Patron der Kirche. Pfarrer Johannsen erläuterte die Tradition, Altäre auf den Gräbern der Märtyrer zu errichten. In der schon seit 1300 Jahren verwendeten Antiphon „in paradisumi“ werden die Engel und Heiligen gebeten, den Übergang eines Menschen vom irdischen zum himmlischen Leben zu begleiten und ihn in das himmlische Jerusalem zu führen. Alles, so der Pfarrer, erwarten wir von Gott, aber in den Heiligen wissen wir, dass wir nie allein unterwegs sind.

    Kantor Alfons Meusert nahm die Impulse auf und vertiefte sie in eindrucksvollen Orgelwerken. So begrüßte er die Teilnehmer mit dem pompous march von Gordon Young. In einer Improvisation zum Lied „Für alle Heilgen“ meditierte er die Gemeinschaft zwischen irdischer und himmlischer Kirche. Samuel Scheidts „Vita sanctorum decus angelorum“ leitete die Betrachtung zu den 14 Nothelfer ein.

    Und Theodore Dubois „in paradisum“ vermittelte ein Bild von der Zukunft im vollendeten Leben bei Gott. Gewaltig erklang zum Abschluss schließlich die Bearbeitung des Psalm 117 von Marco den Toom.

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