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    LANGENPROZELTEN

    Die vielen Gesichter der Iris Katzer

    In fast allen Stücken der „Spessartgrotte“ seit 2013 hat die Schauspielerin Iris Katzer mitgespielt, 18 bisher. Ein halbes Dutzend Rollen zugleich hat sie parat.

    Zwei Leidenschaften frönt Iris Katzer und bringt sie in Einklang: In Langenprozelten in der „Spessartgrotte“ geht die 42-Jährige in ihren Theaterrollen auf, daheim in Kleinostheim beherrscht sie die Rolle der Hausfrau und Mutter von drei mittlerweile fast erwachsenen Kindern. Das eine wie das andere möchte die vielseitige Frau nicht missen. Lange hatte sie sich die geliebte Bühne versagt; dass es seit einigen Jahren klappt, dankt sie ihrer Familie und insbesondere ihrem Lebenspartner. „Das muss unbedingt in dem Bericht stehen“, bittet Iris Katzer beim Gespräch in der „Spessartgrotte“.

    Proben und spielen zugleich

    Für den Reporter hat sich die Schauspielerin eine kleine Auszeit von der Probe genommen – gerade wird „Die Landeier, Teil 2“ einstudiert, die Premiere hat die Chefin der „Spessartgrotte“ und Regisseurin Helga Hartmann in zwei Wochen angesetzt. Geprobt wird beinahe täglich, und die Theateraufführungen sind im Durchschnitt alle zwei Tage. Viel Zeit steht auch am Donnerstag nicht zur Verfügung, denn der Choreograf der Tanzszenen in „Die Landeier“ braucht die Kleinostheimerin auf der Bühne.

    Als Stress empfindet Iris Katzer das nicht. Am vergangenen Wochenende spielte sie am Freitag „Honig im Kopf“ (Rolle: Sarah Rosenbach), am Samstag das Musical „Höchste Zeit“ (Hausfrau Doris), am Sonntagnachmittag „Pünktchen und Anton“ (Köchin Berta und ein Kellner) und am Sonntagabend „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ (Doris Goldstein-Wagner). Fünf verschiedene Rollen und zweimal als eine „Doris“ – kommt man da nicht durcheinander? „Überhaupt nicht“, sagt Katzer, „für mich war das Wochenende toll, weil man all die verschiedenen Rollen auf einem Haufen hat“.

    Zweite Ausbildung 2008

    Den Beruf als Zahnarzthelferin, den Iris Katzer der drei Kinder wegen nicht mehr ausübte, hängte sie 2008 ganz an den Nagel. „Da habe ich mein Leben komplett umgekrempelt.“ Und der Leidenschaft fürs Theater nachgegeben. Der Spaß, die Lust am sich Verstellen, in andere Rollen zu schlüpfen, war praktisch immer da gewesen. Als Dreijährige trat sie in der Minigarde der Karnevalsgesellschaft in ihrem Geburtsort Klein-Auheim (Hanau) zum ersten Mal auf und war von da an in jeder Faschingssaison dabei: vier bis fünf Auftritte am Abend in den Garden und in der Bütt.

    Mit 14 Jahren trat sie außerdem in das Laientheater von Klein-Auheim ein. 2008 endlich erfüllte sich Iris Katzer den ganz großen Traum: die Schauspielausbildung.

    Nicht gegen die Familie, setzt sie schnell hinzu: „Ich hätte das immer abgebrochen, wenn es (wegen der Verpflichtungen zu Hause) nicht gegangen wäre.“ Aber es ging, auch weil die Ausbildung im nahen Aschaffenburg („actor's company“) war. Schon vor dem Abschluss „Bühnenreife“ 2011 konnte Katzer am Ludwigstheater in Aschaffenburg spielen („Mittsommernachtssexkommödie“ von Woody Allen) und dann noch in zwei weiteren Stücken („Fünf im gleichen Kleid“ und „Viel Lärm in Chiozza“) sowie in „Pippi Langstrumpf“ im (Maintaltheater Laudenbach). Ein Hörspiel und ein Werbespot kamen hinzu.

    Beruf und Familie vereinbar

    Seit 2013 kann das Publikum der „Spessartgrotte“ die Wandlungsfähigkeit der Schauspielerin erleben, die außerdem selbst noch die Regie für Musicals von Chören führt. Das Langenprozeltener Theater bietet ihr den Vorteil der Heimatnähe, der Beruf kann so mit der Familie vereinbart werden. Aber Katzer schätzt auch das Flair und das Familiäre: „Ich fühle mich wohl, und die ,Spessartgrotte‘ gibt mir die Möglichkeit mich auszuprobieren.“ In 18 Stücken spielte sie bislang mit. Und was wäre, wenn ein „Tatort“-Regisseur anriefe und eine Fernsehrolle anböte? – „Dann würde ich einen Luftsprung machen!“

    Die nächsten Vorstellungen der „Spessartgrotte“: Freitag, 1. Dezember, 20 Uhr, „Honig im Kopf“; Samstag, 20 Uhr, „Männerhort“; Sonntag, 15 Uhr, „Pünktchen und Anton“; Freitag, 8. Dezember, 20 Uhr, „Honig im Kopf“; Samstag, 9. Dezember, 20 Uhr, „Höchste Zeit! Der Erfolg geht weiter“; Sonntag, 10. Dezember, 15 Uhr, „Pünktchen und Anton“; Freitag, 15. Dezember, 20 Uhr, Premiere: „Landeier 2“; Samstag, 16. Dezember, 20 Uhr; „Landeier 2“; Mittwoch, 15 Uhr, „Pünktchen und Anton“.

    „Da habe ich mein Leben komplett umgekrempelt.“
    Iris Katzer über ihre Schauspielausbildung 2008

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