• aktualisiert:

    LANGENPROZELTEN

    Jugendtheatertage: Vier Personen verkörpern 14 Charaktere

    Der Beitrag der Jugendlichen für die Jugendtheatertage in der Spessartgrotte war anspruchsvoll: In „Wir alle für immer zusammen“ verkörperten vier Schauspieler 14 Rollen.

    Die Darsteller des Jugendstücks in der Spessartgrotte in Langenprozelten lieferten in hohem Tempo ausnahmslos intelligen... Foto: Inken Kleibömer

    Der Beitrag der Jugendlichen des Workshops für die 8. Kinder- und Jugendtheatertage Mainfranken in der Spessartgrotte war von Helga Hartmann und Kursleiter Michel Schäfer sehr geschickt ausgesucht: Sie wählten ein Jugendstück des Niederländers Guus Kuijer aus.

    „Wir alle für immer zusammen“ ist ein zeitgenössisches Stück, in dem zwar 14 sehr unterschiedliche Charaktere auftreten, die aber von nur vier Personen gespielt wurden: eine anspruchsvolle Aufgabe. Regisseur Michel Schäfer, langjähriges Ensemblemitglied in der Grotte, hatte das Glück, in der Hauptrolle der Polleke, die von Beginn bis zum Ende ununterbrochen auf der Bühne steht, Hanna Fischer (16 Jahre, Langenprozelten) zur Verfügung zu haben. Hanna, die vorher kaum Theater gespielt hatte, meisterte nicht nur den Mammuttext, sie spielte auch absolut überzeugend die junge Polleke, die sich in dem schwierigen Stadium der Pubertät befindet.

    Ihr Berufswunsch ist Dichterin wie ihr Vater, der alles andere als ein wahrer Poet war, obwohl er Polleke einmal etwas Gereimtes schenkte. Er ist eher ein Tagdieb, der Drogen und dafür Geld benötigt.

    Roman Borkowski (17 Jahre, Sachsenheim) spielt nicht nur den Vater, den Polleke förmlich vergöttert, sondern außerdem den Opa, den geliebten Mimun und zwei weitere Freunde. Mimun und Polleke dürfen aus lange überholt gewähnten religiösen und gesellschaftlichen Gründen seiner Eltern nicht miteinander befreundet sein. Die unglückliche und noch unreife Polleke kann damit nur schwer umgehen, sie schreibt ihm gereimte und andere Briefchen, schmollt und leidet.

    Romy Dildey (16 Jahre, Frammersbach) verkörpert nicht nur Pollekes wie auch Mimuns Mutter (mit „Putzlappen“ auf dem Kopf wie es gehässig hieß), sondern auch Oma, Freundin Sina und Diana. Arthur Kappes (16 Jahre, Langenprozelten) spielt nicht nur einen Gefängniswärter, sondern auch die Rolle des Klassenlehrers, der nach Pollekes Auffassung ihre Mutter heiraten will. Der Mitschüler wegen. Was sich später als Irrtum herausstellt. Ein Generationsproblem wird ad absurdum geführt.

    Polleke hat ein weiteres Problem, sie weiß nicht, was sie glauben soll. Sie liebt das von ihr selbst mit auf die Welt gebrachte Kälbchen. Sie kuschelt mit ihm und sagt: „Wenn ich eine Kuh sehe, glaube ich, dass es einen Gott gibt.“ Der Lehrer ist nett und möchte Vertrauen erwecken, aber da er mit Pollekes Mutter öfter mal streitet, ist er in ihren Augen ein Nörgelpott und auch eine Trantüte: „Irgendwas ist doch immer“, ist das Fazit. Die vier Darsteller legten in hohem Tempo ausnahmslos intelligente und überzeugende darstellerische Leistungen ab.

    Die nächsten Vorstellungen sind Mittwoch, 1. November, und Mittwoch, 15. November, jeweils 20 Uhr.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!