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    TRIEFENSTEIN

    Schließung des Waldbades vertagt

    Bürgermeister Norbert Endres nimmt das Thema von der Tagesordnung des Gemeinderats und will vorher eine Bürger-Informationsveranstaltung halten.

    Bevor der Gemeinderat über eine mögliche Schließung des Waldbads Lengfurt entscheiden wird, will Bürgermeister Norbert E... Foto: Andreas Brachs

    Die Entscheidung über die Schließung des Triefensteiner Waldbades ist vorerst vertagt, wie die Gemeinde mitteilt. Bürgermeister Norbert Endres nimmt das Thema von der Tagesordnung des Gemeinderats für den morgigen Dienstag. Es soll zunächst eine Bürger-Informationsveranstaltung stattfinden, zu der schnellstmöglich eingeladen wird.

    Sondersitzung des Rats am 3. April

    Entscheiden wird der Gemeinderat dann in einer Sondersitzung am 3. April.

    „Wir sehen in der Sache noch Aufklärungs- und Diskussionsbedarf. Wir wollen uns nicht den Vorwurf eines Schnellschusses machen lassen, dafür ist das Thema zu bedeutend“, so Endres. „Das ändert aber nichts daran, dass die Schließung des Waldbades aus finanzieller Sicht alternativlos ist.“

    Bürgermeister und Verwaltung des Marktes Triefenstein waren nach intensiver Prüfung zu dem Schluss gekommen, dem Gemeinderat dringend die endgültige Schließung des Waldbades empfehlen. Zu hoch ist das jährliche Defizit von 350 000 Euro, nicht zu schultern die notwendigen Investitionen, verantwortungslos der Weiterbetrieb.

    Die benachbarte Turnhalle und die Sportplätze freilich sollen laut den Plänen des Rathauses bleiben. Ein Teil des eingesparten Defizits soll außerdem der Rücklage zugeführt werden, um innerhalb von fünf Jahren ein neues Nutzungskonzept für das gesamte Areal erstellen zu können – möglichst auch mit dem Neubau eines verkleinerten Schwimmbades.

    Hohe Investitionen in Unterhalt und Sanierung

    Allein die nötigsten Kleinreparaturen für die Saison 2017, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, würden laut Rathaus mehr als 50 000 Euro kosten. Gleichzeitig wäre angesichts der maroden Technik eine Schließung in den kommenden ein bis zwei Jahren unausweichlich, weil dann eine Generalsanierung anstehen würde.

    Die könnte sich die Gemeinde aber nicht leisten, selbst wenn von den erforderlichen vier bis fünf Millionen Euro anteilig Fördermittel von – optimistisch gerechnet – 50 Prozent fließen würden. Woher der von der Kommune zu tragende Teil der Sanierungskosten kommen sollte, können sich laut Pressemitteilung Endres und sein Geschäftsleiter Nicolas Lahovnik sowie Kämmerer Martin Jäger aber nicht vorstellen.

    Das jährliche Defizit würde zudem bleiben – aber allein diese Summe kann sich die Gemeinde schon jetzt nicht leisten: Es stehen in den kommenden fünf Jahren nicht mehr aufschiebbare Pflichtaufgaben an, für die schlicht das Geld fehlt: Ein barrierefreies Rathaus, ein Kindergarten in Homburg, der Kindergarten in Lengfurt, die Brunnenstraße in Rettersheim oder die Ulrich-Herold-Straße in Trennfeld.

    Bürgermeister: Pflichtaufgaben gehen vor

    Auch in den vergangenen Jahren konnte sich die Gemeinde ihre Pflichtaufgaben eigentlich nicht mehr leisten, so die Gemeinde. Die Sanierung der Grundschule oder des Kindergartens Trennfeld wären ohne Kreditaufnahmen nicht möglich gewesen. Angesichts der Haushaltslage sind der Gemeinde weitere Kreditaufnahmen nun aber verboten.

    „Neue Einnahmen können wir derzeit nicht generieren. Wir sparen deshalb schon jetzt, wo wir können“, so Geschäftsleiter Lahovnik in der Pressemitteilung. „Das Waldbad ist aber unser größtes Verlustgeschäft und hat ohnehin keine Zukunft. Die Schließung der freiwilligen Einrichtung ist unsere einzige Möglichkeit, künftige Pflichtaufgaben zu schultern.“

    Endres betont erneut: „Es wäre unseren Bürgern gegenüber unehrlich und unseren Kindern gegenüber unfair, die Augen vor dem Offensichtlichen zu verschließen und auf Gedeih und Verderb zu behaupten, das Schwimmbad weiter halten zu können.“

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