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    MARKTHEIDENFELD

    Polizei Marktheidenfeld: Weiterhin hohe Aufklärungsquote

    Die Polizeiinspektion Marktheidenfeld gab am Montag den Sicherheitsbericht für das Jahr 2016 heraus. Eine nach wie vor niedrige Häufigkeit bei den Straftaten haben auch das abgelaufene Jahr geprägt.

    Spezialstreife im Januar 2016 zur Einbruchsprävention vor der Polizeiinspektion Marktheidenfeld. Foto: Ralf Thees

    Die Polizeiinspektion Marktheidenfeld gab am Montag den Sicherheitsbericht für das Jahr 2016 heraus. Eine hohe Aufklärungsquote und eine nach wie vor niedrige Häufigkeit bei den Straftaten haben laut dem Bericht auch das abgelaufene Jahr geprägt. Dienststellenleiter Polizeihauptkommissar Wolfgang Gmelch gab dabei an, dass sich erneut gezeigt habe, dass hohe polizeiliche Präsenz, vor allem in Wohngebieten und den Randbereichen des Einsatzgebietes, ein hohes Maß an Sicherheit gewährleiste.

    DNA-Treffer und Warnschuss

    Wie wichtig eine professionelle Spurensicherung sei, zeigte die Aufklärung des Einbruchs in die Mittelschule im Frühjahr 2016. Durch einen DNA-Treffer konnte dieser Einbruch geklärt werden. Dem Täter konnten in der Folge noch eine größere Anzahl von Straftaten nachgewiesen werden. Er wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

    Äußerst öffentlichkeitswirksam war der angedrohte Schusswaffengebrauch gegen eine Person während der Laurenzimesse 2016. Nachdem ein alkoholisierter Mann zunächst mit Pfefferspray gegen einen Security Mitarbeiter vorging und anschließend in einer Menschenmenge ein Messer gezogen hatte, wurde ein Warnschuss abgegeben, der den Mann zur Aufgabe bewogen hat.

    Ebenfalls außergewöhnlich war für Gmelch der Großeinsatz für Polizei und Rettungskräfte bei einem Brand eines Wohngebäudes in der Innenstadt von Marktheidenfeld Mitte September. Rund 170 Rettungskräfte waren im Einsatz und haben das Ausbreiten des Feuers verhindert. Mehrere Rettungskräfte wurden dabei leicht verletzt.

    Das Asylbewerber- und Flüchtlingsaufkommen habe die hiesige Polizei bis zum Jahresende nicht wesentlich beschäftigt, die Anzahl von Straftaten durch diese Personengruppe sei marginal, so Gmelch in dem Bericht. Das Asylbewerberheim in der Nähe des Krankenhauses habe der Polizei keine Probleme bereitet.

    Insgesamt wurden von der Polizei Marktheidenfeld rund 7000 Sachverhalte (Strafanzeigen, Ordnungswidrigkeiten, Ermittlungen) bearbeitet. Diese Zahl ist fast identisch mit der Einsatzbelastung des vergangenen Jahres. Dazu kamen noch rund 3500 Einsätze (Überprüfungen, Hilfeleistungen, Unterstützung von Nachbardienststellen), die nicht zu weiterführenden Ermittlungen geführt haben und sich somit nicht in der Kriminalstatistik niederschlagen.

    Geringe Häufigkeit

    Ein Gradmesser für den Sicherheitszustand eines Dienstbereiches ist die sogenannte „Häufigkeitszahl“, das Verhältnis von Einwohnerzahl zur Anzahl der begangenen Straftaten, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Nachdem die Anzahl der Straftaten um 56 Fälle auf 1007 Fälle gefallen ist (minus 5,3 Prozent), liegt die Häufigkeitszahl bei rund 3,1. Der Durchschnitt im Präsidium liegt bei rund 4,0.

    Fast ein Markenzeichen der Dienststelle Marktheidenfeld sei eine dauerhaft hohe Aufklärungsquote, so Gmelch im Sicherheitsbericht. Mit 73,5 Prozent Aufklärung sei der Dienstbereich weiterhin einer der sichersten in Unterfranken. Wenn man die ausländerrechtlichen Verstöße unbeachtet ließe, läge die durchschnittliche Aufklärungsquote aller unterfränkischen Polizeidienststellen insgesamt bei 67,8 Prozent.

    Angestiegen seien die Diebstahlsdelikte von 212 auf 241 Fälle. Der Anteil der geklärten Fälle lag mit 38,6 Prozent ziemlich genau auf Vorjahresniveau (38,7 Prozent). Die größten Veränderungen wurden bei den Wohnungseinbrüchen und den Diebstählen in Büros und Fabriken registriert. Während die Anzahl im ersten Fall von 6 auf 13 stieg, fiel sie im zweiten Fall von 13 auf 8. Von großen Diebstahlsserien blieb die Region im vergangenen Jahr verschont.

    Körperverletzung unter Alkohol

    Auch im Betrugsbereich, bei dem 2016 noch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen war, hat sich die Anzahl wiederum relativiert. Mit nur noch 105 Fällen nahm dieser Bereich um 27 Prozent ab.

    Dienststellenleiter Gmelch (Foto: Roland Pleier) gab weiter an, dass die Körperverletzungsdelikte mit 149 Fällen gegenüber 138 Fällen nochmals um 8 Prozent gestiegen seien. Wie auch in den vergangenen Jahren war wieder ein erheblicher Teil der Straftäter alkoholisiert. Rund 40 Prozent der jugendlichen Tatverdächtigen hatten laut Bericht vor Tatbegehung erheblich Alkohol konsumiert. Diese hohen Anteile sei seit Jahren konstant. Die Polizei Marktheidenfeld weist auf den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewaltdelikten hin und wird weiterhin bei Veranstaltern und Kommunen für ein ausgewogenes Veranstaltungskonzept in „Sicherheitspartnerschaften“ werben.

    Die Bekämpfung der Rauschgiftdelikte ist eines der wichtigsten Felder der polizeilichen Arbeit, so Gmelch im Bericht. Mit 144 geklärten Straftaten konnten durch gezielte Kontrollaktionen die Aufgriffe in diesem Bereich deutlich gesteigert werden. Rauschgiftdelikte machen insgesamt 14,3 Prozent an den Gesamtstraftaten aus. 35 Dealer, doppelt so viel wie im Jahr davor, konnten zur Anzeige gebracht werden.

    Wohnungseinbrüche spielten auch im vergangenen Jahr eine untergeordnete Rolle. 13 Fälle wurden registriert, trugen mit einem Anteil von rund einem Prozent an den Gesamtstraftaten nur unwesentlich zur Kriminalstatistik bei.

    Präsenz sorgte für Sicherheit

    Für Gmelch spielt die hohe Polizeipräsenz bereits frühzeitig zu „Saisonbeginn“ kurz vor Weihnachten bei der Vorbeugung eine bedeutende Rolle. Durch personell aufwändige Sonderstreifen würden potenzielle Täter möglicherweise von der Tatbegehung abgehalten. Hohe Polizeipräsenz bedinge eine zahlenmäßig gute personelle Ausstattung. Gmelch hofft, auch weiterhin vom Polizeipräsidium Unterfranken nicht vergessen zu werden. Im neuen Jahr mussten allerdings bereits mehrfach Einbrüche registriert werden, wobei die Ermittlungen und Fahndungen nach den Tätern noch andauern. Die Ergebnisse werden in der nächsten Kriminalstatistik zu Buche schlagen.

    Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz, beispielsweise durch illegale Einreise oder Aufenthalt seien erwartungsgemäß zurückgegangen, nachdem der Flüchtlingszustrom im vergangenen Jahr deutlich abgenommen hat. Wurden 2015 noch 21 Fälle gezählt, waren es 2016 noch zwei.

    Für die Polizei Marktheidenfeld belegen die vorgelegten Zahlen auch für das Jahr 2016 einen hohen Sicherheitsstandart für die Bevölkerung. Voraussetzung hierfür sei auch eine gute Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und Feuerwehren, bei denen sich Gmelch im Sicherheitsbericht herzlich bedankte.

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