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    MAIN-SPESSART

    Unternehmen vergeben schlechte Note für Mobilfunk

    Standortreport: Unternehmer von Main-Spessart wurden gefragt, was ihnen wichtig ist. MSP punktet mit Lebensqualität.

    Mit der Infrastruktur sind Unternehmen im Landkreis Main-Spessart nicht sonderlich zufrieden. So geben sie dem Straßennetz insgesamt nur die Note 3,5. Sie halten dieses aber für sehr wichtig (Einstufung bei 1,79). Für noch wichtiger (Stufe 1,57) halten sie inzwischen Kommunikationsnetze wie Internetanschluss und Mobilfunk. Hier vergeben sie sogar nur die Note 3,57.

    In der Sitzung des IHK-Gremialausschusses in Karlstadt klagte ein Teilnehmer, wenn er über die Fränkische Platte fahre, gerate er mindestens dreimal in ein Funkloch und die Verbindung zu seinen Geschäftspartnern ist unterbrochen. Zwar hat auch die ÖPNV-Anbindung mit 3,47 eine schlechte Note bekommen, wird von den Unternehmen aber auch nicht als sonderlich wichtig eingestuft (3,25).

    In dieser Sitzung präsentierte IHK-Vertreter Oliver Freitag den jüngsten Standortreport der IHK für Mainfranken. Dafür waren vergangenes Jahr 3500 IHK-Unternehmen angeschrieben worden. 423 hatten geantwortet. Das Ergebnis sei also nicht repräsentativ, sondern eher ein Stimmungsbild, räumte Freitag ein.

    Derzeit finde man keine Auszubildenden oder nicht die richtigen, da waren sich die Teilnehmer einig. Man verschicke Ausbildungsverträge und nur ein Teil komme zurück. „Die jungen Leute haben dann woanders etwas bekommen“, berichtete Harald Freund von Warema. Oder sie studieren. In ein paar Jahren werde ein Handwerker mehr verdienen als ein Studierter, prophezeite einer der Teilnehmer.

    Somit ist nachvollziehbar, dass die Unternehmen das Vorhandensein von Auszubildenden für sehr wichtig (Stufe 1,83) halten, mit der Situation aber eher unzufrieden (Note 3,26) sind. Ebenso sei die Qualifikation der Beschäftigten wichtig (1,73). Viele hätten diese aber nicht (Note 3,5). Auch das Angebot an Schulen wird als wichtig eingeschätzt (1,73). Dieses halten die Unternehmer aber für gut (2,35).

    Von der Politik fühlen sich die Unternehmer tendenziell im Stich gelassen (Note 3,65), obwohl ihnen die Unterstützung hier wichtig wäre (Stufe 1,78). Sie vermissen das Verständnis der Politik für betriebliche Angelegenheiten (Note 3,83). Das ist sogar die schlechteste Note, die in der Befragung überhaupt vergeben wurde, obwohl solches Verständnis den Unternehmern wichtig wäre (Stufe 1,85).

    Den Spitzenwert in der Wichtigkeit haben die Unternehmer für die Punkte Lebensqualität (Stufe 1,69), Umwelt und Natur (1,68) und medizinische Versorgung (1,67) gegeben, aber auch für Einkaufsmöglichkeiten/Nahversorgung (1,86). Hier gab es auch durchweg gute Noten: 2,24 für Lebensqualität, 2,13 für Umwelt und Natur, 2,8 für Einkaufsmöglichkeiten/Nahversorgung und 2,7 für medizinische Versorgung. Letzteres sorgte für leichte Verwunderung im Ausschuss. Doch wurde die Umfrage im vergangenen Jahr durchgeführt, als noch nicht so sicher war, dass die Krankenhäuser Karlstadt und Marktheidenfeld so schnell geschlossen werden.

    Lebensqualität, Umwelt und Natur Einkaufen und Medizin sind weiche Standortfaktoren, die aber dazu führen, dass Beschäftigte – und die Arbeitgeber selbst – in einer bestimmten Region leben wollen und ihr treu bleiben.

    „Die Konjunktur brummt“, konstatierte Oliver Freitag abschließend. Neun von zehn Betrieben seien ausgelastet. Und fast überall zeigen die Erwartungen weiterhin nach oben. Nur im Bausektor, der momentan ebenfalls bestens beschäftigt ist, geht man von keiner weiteren Steigerung aus, sondern von gleichbleibender Geschäftslage.

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