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    UETTINGEN

    Die Zukunft zeigt der Regenwurm

    Hokuspokus, Abrakadabra, dreimal schwarzer Kater – mystisch hat sich die Uettinger Theatergruppe „mund-Art-isten“ bei der Premiere ihres Dreiakters präsentiert.

    Im Stück „RegenWurmOrakel“ der Uettinger Theatergruppe „mund-Art-isten“ wird das Leben des Fischers Lumpi und seiner Fra... Foto: Mechthild Buck

    Hokuspokus, Abrakadabra, dreimal schwarzer Kater – mystisch hat sich die Uettinger Theatergruppe „mund-Art-isten“ am Samstagabend bei der Premiere ihres diesjährigen Dreiakters „RegenWurmOrakel“ von Ralph Waller präsentiert. Mit ungefähr 240 Besuchern war die Aalbachtalhalle bis auf den letzten Platz ausverkauft und die Besucher konnten einen unterhaltsamen Abend mit viel Spaß, Lachern und Situationskomik genießen.

    Bewundernswert war das Zusammenspiel der Schauspieler und ihr mitreißendes Bühnengespür. Die Rollen waren jeweils ideal auf die einzelnen Darsteller abgestimmt und wurden von ihnen authentisch verkörpert. Über zwei kleine Textunsicherheiten spielten die Mimen während der Premiere souverän hinweg, was das Publikum zum Schmunzeln brachte.

    Wortwitz und viel Talent

    Der unbestrittene Star des Abends war Gabi Hellmann in der Hauptrolle der Lotti. Das Uettinger Original und Naturtalent brillierte durch ihr freches Mundwerk und ihre unnachahmbare Mimik und ließ die ungepflegte aber lustige Lotti lebendig und realitätsgetreu erscheinen.

    Norbert Weimer glänzte unter der Regie von Ralf Endres in der Rolle des ruhigen, ungewaschenen aber liebenswerten Fischers Lumpi, Ehemann von Lotti und Regenwurmliebhaber. Weimer verlieht seine Rolle viel Charme und Wortwitz und hatte die Lacher auf seiner Seite. Der hypochondrische Hans Hasenfuß wurde von Fabian Häuslein sehr überzeugend und auf liebenswerte Weise verkörpert. Als lebenslustige Wirtshausbedienung Schank-Zenz zeigte Jasmin Weimer ihr schauspielerisches Können. Sonja Bolch hatte als „Mumien-Resi“, mit einem Faible für antike Mythologie, eine ihr auf den Leib geschneiderte Rolle übernommen, die sie mit dramatischer Spannung interpretierte.

    Als Georg Zasterbauer („Zasterschorsch“) überzeugte Florian Endres in der Rolle des reichen und von sich selbst überzeugten Bauern. Erika Endres zeigte eine hervorragende Leistung in der Rolle der schrillen Hühnerbäuerin „Hüaäh Walli“ . Ihren auf Regenwürmer allergisch reagierenden Ehemann „Göüker-Willi“ begeisterte Wolfram Geigerund. Als ratschende Nachbarin „Huberin“ präsentierte sich Petra Osborne mit lebensnaher Bühnenpräsenz.

    Zum Inhalt: Am Uettinger See hausen Lotti und Lumpi arm, aber glücklich, in ihrer heruntergekommenen Fischerhütte. Sie sind lebenslustig, stibitzen gerne Kleinigkeiten und kratzen sich lieber, als sich zu waschen. Eines Tages taucht der junge hypochondrische Bauer Hans auf. Er ist auf der Suche nach seinem leiblichen Vater. Von einer Wahrsagerin hat er erfahren, dass dieser ein armer Fischer sei, der Lumpi heiße. Nun glaubt Hans seinen Vater in Lumpi Nassauer gefunden zu haben. Da er sein Geheimnis nicht verraten kann, seinen „Vater“ dennoch finanziell unterstützen will, verstrickt sich Hans in waghalsige Lügen.

    Unbekannte, hellseherische Kräfte

    So gaukelt er Lotti und Lumpi vor, dass er sich von ihnen gerne aus den Spuren eines Regenwurms die Zukunft vorhersagen lassen möchte. Für das Orakeln gibt er den beiden immer wieder Geld. Und bald glaubt Lotti selbst an ihre hellseherischen Fähigkeiten. Doch Lumpi erkennt seine Frau kaum wieder. Und schließlich droht das Ganze aus dem Ruder zu laufen.

    Das Theaterspiel in Uettingen hat eine lange Tradition. Bereits in den 1930er Jahren wurde teils von der Dorfjugend teils vom Gesangsverein Theater gespielt. Nach längerer Pause wurde die Theatergruppe in den 1980er Jahren von Ralf Endres, damals Vorsitzender der Uettinger Jugend, wieder ins Leben gerufen. Seither haben die „mund-Art-isten“ (inklusive des diesjährigen) 32 Stücke einstudiert und jedes Mal mit großem Erfolg aufgeführt.

    Das Stück „RegenWurmOrakel“ wird noch an folgenden Terminen aufgeführt: Sonntag, 12.November, um 17 Uhr; Samstag, 18. November, um 20 Uhr und Sonntag, 19. November, um 17 Uhr. An beiden Sonntagen hat das Theatercafé ab 15 Uhr geöffnet. Für Samstag, 18. November können noch Karten im Vorverkauf unter Tel. (0 93 69) 26 11 oder im Internet unter www.theater-uettingen.de reserviert werden. An der Abendkasse werden zu den jeweiligen Terminen noch Restkarten angeboten.

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