• aktualisiert:

    OBERSINN

    Obersinner Feuerrädchen wälzt sich den Berg hinab

    Die Tradition des „Feuerrädchens“ führten am Rosenmontag 24 junge und unverheiratete Obersinner Burschen fort und trugen eine rund 20 Meter lange, brennende Doppelfackel den Brunnberg hinab.

    (jg) Die Tradition des „Feuerrädchens“ führten am Rosenmontag 24 junge und unverheiratete Obersinner Burschen fort und... Foto: J. Gabel

    Die Tradition des „Feuerrädchens“ führten am Rosenmontag 24 junge und unverheiratete Obersinner Burschen fort und trugen eine rund 20 Meter lange, brennende Doppelfackel den Brunnberg hinab. Die äußeren Umstände waren in diesem Jahr fast ideal: Es war windstill, nur der frisch gefallene Schnee machte den Abhang rutschig. „Wir möchten den alten Brauch gerne aufrecht erhalten und tragen so unseren Part zur Dorfgemeinschaft bei“, stellte Chef Julian Weikinger fest. Tagsüber hatten die Protagonisten die mächtige Doppelfackel aus Reisig und Stroh gewickelt und an den Feuerplatz gebracht. Bis zum Beginn des Spektakels fanden sich an die 600 Zuschauer aus der Region, viele aus dem angrenzenden hessischen Sinntal oder dem Altkreis Bad Brückenau, ein. Kurz vor dem Start schoss der Veranstalter ein Feuerwerk ab. Gegen 19 Uhr wurde die Doppelfackel am Lagerfeuer entzündet, und unter fast unerträglicher Hitze- und Rauchentwicklung trugen die Burschen das rund eineinhalb Tonnen schwere Feuerrad unter den Kommandos von Bastian Weikinger langsam den Berg hinunter. Dabei müssen sie sich mit der Fackel einmal um die Achse drehen, um eine Engstelle zu passieren.

    Fast minütlich muss der Innenmann, der dem Feuer am nächsten steht, mit dem Außenmann am Stammende den Platz tauschen. Auch vom Dorf aus verfolgten viele Zuschauer das 30-minütige Geschehen. An der Bergsohle durfte die Fackel erst abgeworfen werden, nachdem die Männer ihr Lied gesungen hatten. Während das Feuer erlosch, schwärmten die Akteure ins Dorf aus und klopften an die Haustüren, wo sie das überlieferte Lied sangen: „Rose, Rose, Blümelein, das Feuer ist ein Rädelein.“ Dabei erbaten sie Spenden zur Deckung der Unkosten. Zum Abschluss ging es in die Mehrzweckhalle zum Rosenmontagsball.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!