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    LOHR

    Stadthalle Lohr: Bislang über 30 000 Besucher

    Das jährliche Defizit der Stadthalle ist mit 1,9 Millionen Euro veranschlagt. Wie nun deutlich wurde, wird es heuer voraussichtlich wesentlich geringer ausfallen.

    Seit ihrer Eröffnung am 1. Dezember 2016 kamen mehr als 30 000 Besucher in die Lohrer Stadthalle. Foto: Wolfgang Dehm

    Das jährliche Defizit der Stadthalle ist mit 1,9 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen 700 000 Euro auf die Abschreibungen und 1,2 Millionen auf den Stadthallenbetrieb. Wie in der Stadtratswerkausschusssitzung am Dienstag deutlich wurde, wird das Betriebsdefizit in diesem Jahr voraussichtlich wesentlich geringer als veranschlagt ausfallen.

    Meist unter den kalkulierten Ansätzen

    Laut Stadthallenleiter Thomas Funck liegt das tatsächliche Betriebsdefizit der ersten sieben Monate dieses Jahres bei knapp 320 000 Euro. Dies hängt seinen Worten nach damit zusammen, dass die Kosten bis auf wenige Ausnahmen unter den kalkulierten Ansätzen zurückgeblieben seien und die Einnahmen im Plan oder sogar über den Planzahlen lägen.

    Allerdings warnte er die Stadträte davor, in Euphorie zu verfallen, denn bei diesem recht gut ausgefallenen Ergebnis handele es sich nur um eine Momentaufnahme nach dem ersten halben Betriebsjahr; die Stadthalle sei noch kein etablierter, stabiler Geschäftsbetrieb.

    Wartungskosten kommen noch

    Aus dem vorliegenden Ergebnis könne man keine Rückschlüsse auf ein langfristiges Defizit ziehen, betonte Funck. Er gab zu bedenken, dass bislang noch keine Wartungskosten angefallen seien. Außerdem sei der Posten eines zweiten Veranstaltungstechnikmeisters bislang nicht besetzt, was zu deutlichen Kosteneinsparungen geführt habe.

    Angespannte Situation

    Mit Blick auf die einschließlich Aushilfen knapp 30 in der Stadthalle beschäftigten Leute sprach Funck von einer „sehr angespannten personellen Situation“. So sei es nicht möglich, die Spitzenzeiten während des Veranstaltungsbetriebs arbeitsrechtlich korrekt abzudecken. Der aktuelle Personalstand reiche nicht aus, um den Geschäftsbetrieb dauerhaft aufrecht zu erhalten. Mittlerweile seien bei ihm und seinen Mitarbeitern insgesamt rund 1200 Überstunden angefallen.

    Zufrieden mit der Auslastung

    Mit der bisherigen Auslastung der Stadthalle zeigte sich Funck hochzufrieden. Seit der Eröffnung am 1. Dezember 2016 waren seinen Worten nach mehr als 30 000 Besucher in der Stadthalle, seit Jahresanfang seien es 21 600 gewesen, verteilt auf 46 Veranstaltungen. Einschließlich Auf- und Abbauarbeiten ergaben sich laut Funck bislang rund 120 Auslastungstage.

    Bis Jahresende werden Funck zufolge weitere 24 Veranstaltungen mit zusammen 50 Auslastungstagen in der Stadthalle hinzukommen; bei elf davon handele es sich um kulturelle Veranstaltungen, 13 seien Wirtschaftsveranstaltungen.

    Lob vom Bürgermeister

    Bürgermeister Mario Paul zollte dem gesamten Stadthallenteam ein großes Lob für dessen Engagement und kündigte an, dass die Stadt wegen der aktuell arbeitsrechtlich schwierigen Situation in der Stadthalle tätig werde. Lob gab es auch seitens etlicher Stadträte zu hören.

    Eric Schürr (Bürgerverein) erkundigte sich nach dem Einzugsgebiet der Stadthalle. Rund 60 Prozent der Besucher kommen laut Funck aus Main-Spessart, weitere 20 Prozent aus dem Raum Aschaffenburg, Frankfurt, Wiesbaden sowie nochmals rund 20 Prozent aus dem Raum Würzburg. Vereinzelt kämen Besucher auch aus Berlin, Hamburg, Stuttgart und der Oberpfalz.

    Kritik von den Grünen

    Gerold Wandera (Grüne) gefiel nicht, dass die Teilnehmer eines Klassentreffens kürzlich nicht die Stadthalle besichtigen konnten und dass das Stadthallenbistro „leider die meiste Zeit zu“ sei. Außerdem wollte er wissen, weshalb die Stadthallentiefgarage nur bei Veranstaltungen geöffnet werde.

    Laut Bürgermeister Paul konnte die Stadthalle deshalb nicht besichtigt werden, weil sie geschlossen gewesen sei und in der Halle noch Restarbeiten ausgeführt worden seien.

    Bistro soll wirtschaftlich sein

    Mit Blick aufs Bistro meinte er, man müsse sehen, wie sich das entwickle. Derzeit leiste das Bistro bei Veranstaltungen wertvolle Hilfe, man müsse aber auch schauen, was mit dem vorhandenen Personal zu leisten sei. Zudem solle der Betrieb des Bistros wirtschaftlich sein. Laut Funck wird das Bistro bei Veranstaltungen „extrem gut angenommen“.

    Die Stadthallentiefgarage sei nicht als öffentliche Tiefgarage ausgeführt, sagte Paul. Ferner sei „noch unklar“, ob ein Öffnen der Tiefgarage für die Allgemeinheit der Gebäudesicherheit der Stadthalle entgegenstehen könnte. Man müsse in dieser Sache „Vorsicht walten lassen“.

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