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    LOHR

    Ehepaar Winter übergibt Spende an Helferkreis Asyl

    Vom Neu Köllner Kiez-Kino Wolf direkt ins StattKino im Mehlingskeller: Richard Winter und seine Frau Renate Wirth-Winter hatten den Berlinale-Film 2016 „In den letzten Tagen der Stadt“ von Berlin nach Lohr geholt und ihn am Mittwoch vor rund 35 Zuschauern erstmals in Unterfranken gezeigt.

    Bei der Aufführung des Berlinale-Films „Die letzten Tage der Stadt“ übergaben die StattKino-Macher (vorne, von links) Ri... Foto: Rita Gress

    Vom Neu Köllner Kiez-Kino Wolf direkt ins StattKino im Mehlingskeller: Richard Winter und seine Frau Renate Wirth-Winter hatten den Berlinale-Film 2016 „In den letzten Tagen der Stadt“ von Berlin nach Lohr geholt und ihn am Mittwoch vor rund 35 Zuschauern erstmals in Unterfranken gezeigt.

    Der Film unter Regie des Ägypters Tamer El Said (arabische Originalfassung und mit deutschen Untertiteln) macht betroffen. Hoch emotional thematisiert und dokumentiert er die Zerstörung Kairos zwei Jahre vor der ägyptischen Revolution 2011, legt den Finger in die Wunde eines Diktator-Regimes, in extreme Armut zwischen Luxus und Korruption und zerstörte Hoffnungen und greift auf verheerende Situationen in Beirut, Bagdad und Berlin über.

    Was solche Realität bedeutet, dürften vor allem die sechs Gäste im Mehlingskeller wissen, die 2015 als Asylbewerber aus dem Irak und Syrien nach Lohr gekommen sind. Heute lernen oder arbeiten sie hier. Sie berichteten nach der Vorstellung von ihrem „neuen“ Leben in Deutschland. „Vor zwei Jahren konnten wir kein einziges Wort Deutsch. Heute fühlen wir uns nicht mehr als Flüchtlinge, sondern als Bürger dieser Stadt. Wir fühlen uns gut und angenommen.“

    Was dem voraus gehen musste, konkretisierte Joachim Salzmann, der Leiter des Lohrer Helferkreises Asyl: „Der Schwerpunkt liegt unverändert auf dem zügigen Vermitteln und Erlernen der deutschen Sprache.“

    In diese Aufgabe hinein fließt auch die Spende des Ehepaares Winter über 1000 Euro. Laut Salzmann wird mit dem Geld die Ganztagsunterbringung von Kindern an den Schulen Wombach und Wiesthal/Neuhütten mitfinanziert.

    Eine Nachricht des Helferkreis-Leiters bedachten die Gäste mit riesigem Applaus: „Zwei unserer Asylbewerber sind mittlerweile Studenten an der Uni Würzburg.“ Auch die anwesenden syrischen Brüder Yahga (22) und Masoud Sayed (24) sind bereits an der Uni Würzburg eingeschrieben. „Nach abgelegter Deutsch-Prüfung werden wir unser Studium aufnehmen.“

    Sie leben mit ihrer Mutter und dem 19-jährigen Bruder Hassan in Sackenbach. Ihr Vater erlag 2007 seiner Krankheit. Landsmann Schex Evan (23) besucht derzeit noch den Deutsch-Unterricht, ebenso die irakischen Brüder Faiz (41) und Faris Mussa Bakuss (43).

    Ihr Bruder Bashar (25) ist glücklich über seine Stelle in einem hiesigen Restaurant.

    Zum Film „Die letzten Tage“: Zwei Jahre vor der ägyptischen Revolution will der 35-jährige Filmemacher Khalid ein Portrait über seine Heimatstadt Kairo machen, doch gelingt es ihm zunächst nicht, eine Verbindung zwischen der echten Stadt und seinen eigenen Gefühlen herzustellen. Fiktion und Realität vermischen sich.

    ta

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