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    WERTHEIM

    Mehrfach am Arbeitsplatz gestohlen

    Drogenabhängiger holte Geld aus den Getränkeautomaten von Firmen

    Ein Drogenabhängiger war bei verschiedenen Betrieben in der Umgebung von Wertheim als Leiharbeiter beschäftigt und beging dort Diebstähle. Er wollte sich Geld für weiteres Rauschgift verschaffen.

    Er öffnete mit einem Schlüssel, zu dem er ohne Berechtigung gelangt war, fünf Mal den Getränkeautomaten und steckte das Münzgeld ein, insgesamt etwa 320 Euro. Anderswo entwendete er Werkzeuge im Wert von 1460 Euro.

    Kaum Hoffnung auf Besserung

    Wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall in fünf Fällen sowie Diebstahls verurteilte jetzt das Amtsgericht Wertheim den 29-Jährigen zur Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Monaten. Trotz „geringen Optimismus“, dass sich der Mann aus der Main-Tauber-Stadt künftig straffrei hält, setzte die Richterin die Strafe zur Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte Bewährung beantragt. Die Auflagen sind allerdings einschneidend.

    Beim ersten Öffnen des Automaten waren etwa 270 Euro im Münzbehälter. Die Polizei wurde verständigt, der Münzbestand im Automaten niedrig gehalten und eine Kamera eingebaut, sie schaltete sich beim Öffnen der Tür ein. Doch mit den Aufnahmen klappte es zunächst nicht.

    Die Kamera war in ungeeigneter Höhe montiert, da sich der Unbekannte nach der Kassette bückte. Dann war der Akku leer, oder wegen fehlender Tiefenschärfe erkannte man nur ein Profil. Das grenzte aber die Personenzahl auf drei ein. Beim fünften Mal war der Angeklagte überführt. Eine Bildfolge zeigt, wie schnell der Vorgang Öffnen, Bücken, Behälter raus, Münzen ausleeren, Geld in Tasche, Behälter rein, Tür zu ablief – fünf Sekunden.

    Nach richterlichem Beschluss durchsuchte die Polizei die Wohnung des Beschuldigten und stellte den Automatenschlüssel und die Werkzeuge sicher.

    In der Verhandlung räumte der Mann nur den fünften Münzgeldiebstahl ein – der Schlüssel habe im Automatenschloss gesteckt – sowie die Entwendung der Werkzeuge. Entsprechend meinte der Pflichtverteidiger im Schlusswort, zu den Taten eins bis vier gebe es Vermutungen, keine Beweise, und er beantragte diesbezüglich Freispruch.

    Der Staatsanwalt hob die Schnelligkeit von Tat fünf hervor, ein Ungeübter hätte das nicht geschafft. Das sah auch das Gericht so. Es äußerte, der Angeklagte habe, geht es zu seinem Vorteil, schnell Ausreden zur Hand, das wirke sich auf die „Glaubwürdigkeit“ aus.

    Der Beschuldigte beging schon früher Straftaten und stand bei den jetzigen unter Bewährung. Mehrfach war er zur Entgiftung, wurde aber immer rückfällig. Jetzt befindet er sich zur Entgiftung in Marburg in einer Einrichtung der „Arche Frankfurt“ und strebt dort eine Therapie an. Die Richterin hatte nur schwache Hoffnung, dass sich dies Mal Erfolg einstellt.

    Die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre, Höchstdauer. Der Beschuldigt muss 1200 Euro Buße zahlen, Drogentests machen und den Fortschritt der Therapie nachweisen. „Wenn es klappt, ist es gut, andernfalls folgt Bewährungswideruf“, so das Gericht.

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