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    LAUDA-KÖNIGSHOFEN

    Eine sichere Bank

    Lichtspiel der Farben: Ein Jungunternehmer aus Lauda-Königshofen vertreibt Sitzbmöbel, die dank Solarbetrieb in der Nacht leuchten.

    Mit einer pfiffigen Idee will ein Jungunternehmer aus Lauda Gehwege sicherer machen. Müslüm Günay, Inhaber der Firma „Light up“, verkauft Sitzbänke, die in der Nacht leuchten und als Orientierungshilfe in schlecht beleuchteten Gebieten eingesetzt werden können. Der Clou an den stylisch aussehenden Bänken, die es in allen Farben und Formen gibt, ist ihre Energieversorgung über die Sonne. In die Rückwand der Sitzfläche sind Solarpaneele eingearbeitet, die tagsüber den Strom an einen Speicher abführen, der ihn nachts wieder abgibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bank in Richtung der Sonne ausgerichtet ist oder im Schatten steht. Mit einer vollen Batterie leuchtet die Bank bis zu sieben Nächte. Es bleibt also genug Puffer für graue Novembertage oder Dauerregen. „Wo die Möglichkeit auf einen Stromanschluss besteht, kann man das natürlich auch nutzen, aber wir favorisieren eindeutig die Solarenergie“, sagt Müslüm Günay zu den Einsatzmöglichkeiten.

    Die Idee dazu hatte er bei einem Urlaubsbesuch in der Türkei. Ibrahim Önder in der Nähe von Trabzon am Schwarzen Meer hält ein Patent für die Solarbänke und Günay erkannte sofort die Marktmöglichkeiten. Eine Marktanalyse stärkte den Jungunternehmer in seinem Bestreben, die Sitzmöbel auch in Europa anzubieten. In der Türkei und in den arabischen Staaten sind sie schon sehr verbreitet. Zusammengebaut werden die Sitzmöbel in Deutschland und unterliegen strengsten Qualitätskontrollen.

    Er kann sich vorstellen, dass viele Kommunen seine Bänke aufstellen möchten, beispielsweise in Parkanlagen oder an Wanderwegen. Die Sitzflächen bestehen aus Acrylglas und der Korpus aus widerstandsfähigem Holz. So sind alle möglichen Formen oder Verzierungen möglich. Das können Logos von Firmen sein oder auch Hinweise auf Besonderheiten des Standortes. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass unsere Bänke auch für Sportvereine sinnvoll sind“, sagt der begeisterte Fußballfan. Neben der Beleuchtung haben die Bänke auf Wunsch noch weitere Möglichkeiten. Man kann sie mit einem USB-Anschluss ausstatten und dann stellen sie eine Möglichkeit für Spieler oder Handy-Gamer dar. Während man sein Handy nutzt und auf der Bank sitzt, wird das Handy geladen. „Man kann aber auch WiFi-Router einbauen, die dann eine Internetnutzung für die Nutzer ermöglichen“, beschriebt Günay eine weitere Nutzungsmöglichkeit. Weitere Ideen hat er schon im Kopf, aber die will der 20-Jährige noch nicht verraten. Zusammen mit seinem Partner in der Türkei ist er am Entwickeln von Stühlen, die nach demselben Prinzip funktionieren. Hier könnte er sich Restaurants oder Biergärten als Abnehmer vorstellen. „Die Stühle wären ideal auf einem Stadtstrand“. Für den Gartenbereich oder für Spielplätze gibt es auch einen Spieltisch mit vier Sitzmöglichkeiten und einer Tischfläche, die eine Einheit bilden. Das sieht nicht nur hip aus, sondern ist auch nützlich.

    Günay ist von der Qualität seiner Möbel so überzeugt, dass er eine längere Garantie gibt. Die Solarzellen haben eine Lebensdauer von mindestens 80 000 Sonnenstunden und die anderen verbauten Materialien sind witterungsbeständig und schlagfest.

    Die verbauten LEDs können bei Kundenwunsch auch ihre Farben ändern, sodass sich hiermit ebenfalls optische Effekte zaubern lassen. Für spezielle Einsatzmöglichkeiten sind auch klappbare Sitzflächen vorrätig, die der Nutzer wie bei einem Kinositz selbst herunterklappen kann. Im Winter sind seine Sitzbänke praktisch schneefrei, denn die elektrische Energie reicht aus, um die Bänke leicht anzuwärmen und Schnee schmelzen zu lassen. Dabei ist die Stromstärke und die Spannung so gering, dass für Mensch und Tier keine Gefahr ausgeht.

    Aktuell steckt der Jungunternehmer jede freie Minute in sein Unternehmen, hat aber schon Pläne für die Zukunft. „Wenn es mir richtig gut geht, will ich eine Stiftung ins Leben rufen, die sich um Menschen kümmert, die gute wirtschaftliche Ideen haben, die aber nicht das Geld für die Realisierung haben“. Er weiß selbst, wie schwer der Start eines Unternehmens ist und will diese Anfangsphase bei anderen etwas abfedern. Wenn sein Unternehmen weiter so wächst, wie im Moment, wird er auch für weitere Arbeitsplätze im Vertrieb und in der Verwaltung sorgen, möglichst aus der Region.

    „Man kann aber auch WiFi-Router einbauen, die eine Internetnutzung ermöglichen.“
    Müslüm Günay, Jungunternehmer
    Von unserem Mitarbeiter MATTHIAS ERNST

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