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    BAD NEUSTADT

    Einmal in eine Rolle schlüpfen

    Der übliche Schulalltag ist rum, der Stress der letzten Prüfungen vor den Ferien ist vergessen, nun ist Gelegenheit, sich um Dinge zu kümmern, die sonst nicht auf dem Lehrplan nicht stehen. Theater, zum Beispiel: Es unterstützt nachgewiesenermaßen in vielerlei Hinsicht das Formen der Persönlichkeit.

    Hochkonzentriert und mit Begeisterung machen die Grundschüler der Guttenberg-Schule beim Theaterprojekt mit Armin Meisne... Foto: Eckhard Heise

    Der übliche Schulalltag ist rum, der Stress der letzten Prüfungen vor den Ferien ist vergessen, nun ist Gelegenheit, sich um Dinge zu kümmern, die sonst nicht auf dem Lehrplan nicht stehen. Theater, zum Beispiel: Es unterstützt nachgewiesenermaßen in vielerlei Hinsicht das Formen der Persönlichkeit.

    Mit Armin Meisner-Then hatte die Guttenberg-Grundschule dazu im Rahmen der unterfränkischen Theatertage einen Lehrmeister, der Kinder motivieren kann.

    „Die musischen Fächer kommen viel zu kurz“, bedauert Schulleiterin Ulrike Busch-Gerber. Diese Erkenntnis dringt langsam bis zu den Schulämtern vor, sodass jetzt das Theaterprojekt intensiver gefördert wird. 29 Schulen aus Unterfranken hatten sich dafür beworben, zehn sind letztendlich zum Zuge gekommen. Das bedeutet, dass einen Tag lang ein Theaterpädagoge an die Schule kommt und mit Kindern, die sich gemeldet haben, Szenen einübt, die unter dem Motto „Reisefieber“ stehen.

    Meisner-Then hatte dazu vier Gruppen gebildet: Tanzen mit Händen und Füßen, Unterwasserwelt, Jonglieren und Bewegungstheater. „Es ist unglaublich, was dabei für Talente zutage treten“, sagen der Theaterpädagoge und die Schulleiterin. Schüler, die gern den Klassenclown spielen oder durch Überheblichkeit oder Desinteresse auffallen, ordnen sich plötzlich in die Gemeinschaft ein, schildern die zwei; „graue Mäuse“ treten plötzlich aus sich heraus und zeigen, was sie können.

    Ein Beispiel liefert Meisner-Then, der mit seiner Gruppe den Ablauf einer Reise darstellt: Koffer packen, die stressige Autofahrt, der Flug, Ankunft und erster Gang zum Strand. Einige Kinder sind etwas unruhig – „es wird Zeit für die Pause“, sagt der Theaterpädagoge -, doch nach einer ernsten Ermahnung sind alle dabei. Konzentriert spielen sie die typischen Szenen eines Reisebeginns nach. Meisner-Then gibt ein paar Regieanweisungen, dazwischen doch mal ein leises Kichern und am Ende der Szene ein befreiendes Seufzen. „Das ist auch sehr anstrengend für die Kinder, in der Gemeinschaft nicht aus der Rolle zu fallen“, sagt Meisner-Then.

    Das Theaterspiel steigert vor allem bei Schülern, die im herkömmlichen Unterricht nicht so stark sind, das Selbstwertgefühl, wenn sie unerwartet auf diesem Gebiet Erfolge erzielen. Und die Begeisterung der Kinder, die mitmachen, beruht auf zwei Grundvoraussetzungen, die das Theaterspiel erfüllt: „Spaß und Lernen gehören zusammen“.

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