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    BAD NEUSTADT

    Stippvisite statt Visitation

    Das vergangene Wochenende stand im Dekanat Bad Neustadt ganz im Zeichen des Besuchs des scheidenden Würzburger Bischofs Friedhelm Hofmann.

    Abschiedsbesuch: Bischof Friedhelm Hofmann (rechts) mit stellvertretendem Landrat Josef Demar (links) und Dekan Andreas ... Foto: Marion Eckert

    Das vergangene Wochenende stand im Dekanat Bad Neustadt ganz im Zeichen des Besuchs von Bischof Friedhelm Hofmann und Weihbischof Ulrich Boom in Bad Neustadt, Bad Königshofen und Mellrichstadt. Voll besetzt war die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt am Sonntagmorgen, als der Bischof mit einer Vielzahl an Geistlichen zum gemeinsamen Gottesdienst einlud. Es war der Abschiedsbesuch des Würzburger Oberhirten, der im Mai 75 wird und dessen Amtszeit dann endet.

    Für die Pfarreiengemeinschaften „Am Kreuzberg, Bischofsheim“, „Bad Neustadt“, „Die Walddörfer“, „Don Bosco-Am Salzforst, Hohenroth“, „Immanuel – Hohe Rhön“ (Oberelsbach), „St. Bonifatius um den Höhberg“ (Salz), „St. Martin Brend“ (Brendlorenzen) und „Um den Michaelsberg“ (Heustreu) war der Gottesdienst in Bad Neustadt gedacht.

    Dekan Andreas Krefft freute sich über die vollbesetzte Kirche und erinnerte an die Besuche, die der Bischof während seiner Amtszeit seit 2004 im Dekanat absolviert habe. Dabei habe er auch kleine Pfarrgemeinden besucht und nicht nur die großen Veranstaltungen.

    Keine offizielle Visitation

    Krefft zeigte sich überzeugt, dass dem Oberhirten der Diözese Würzburg alle „unterfränkischen Schäflein auf den Wiesen, und sogar die Rhöner Schafe, die sich durchaus etwas eigenwillig geben können“ – so habe er sich sagen lassen – zu Füßen lägen. Mit seinem Kölner Charme und Humor habe er alle Regionen Unterfrankens erobert. Auch wenn es ihm in seiner Amtszeit nicht möglich war, dem Dekanat Bad Neustadt offiziell eine Visitation abzustatten, so sei doch das Angebot, gemeinsam diese Messe in Bad Neustadt zu feiern, dankbar angenommen worden, versicherte Krefft.

    Zum Ende seiner Amtszeit wolle er vor allem allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement für die Kirche danken, richtete der Bischof seinen Dank an die vielen Gäste.

    Dass der Gottesdienst gemeinsam für mehrere Pfarreiengemeinschaften gefeiert werde, das sah er als schönes Zeichen: „Den Blick aufeinander haben und nicht in die eigene Kirche zurückziehen.“

    In seiner Predigt zeichnete der Bischof zunächst das Bild des Schiffs Kirche, das auf hoher See schlingere und zwar so stark, dass manche Angst haben es könne untergehen. Doch diese Angst sei unbegründet, betonte der Bischof nachdrücklich. Die Zusage Jesus', dass er bis zum Ende der Zeiten da sei, gelte auch in Zeiten von Priester- und Gläubigenmangel. Weltweit scheinen Kriege und Krisen, Mord und Vertreibung zuzunehmen, durch die Medien komme dies tagtäglich in die Wohnzimmer und die Flüchtlinge verdeutlichen noch stärker, dass die Probleme nicht weit weg sind.

    Das alles fordere eine Gesellschaft und fordere die Kirche. „Wir dürfen uns nicht zurückziehen. Im Gegenteil“, rief der Bischof auf und verwies auf die Berufung eines jeden einzelnen Gläubigen. Jeder habe eigene Möglichkeiten, den Willen Gottes in die Gesellschaft zu tragen. „Wir dürfen uns nicht in die Kirche und Sakristei zurückdrängen lassen.“

    Hofmann ermunterte dazu, Lebens- und Glaubenserfahrungen an die junge Generation weiterzugeben; der sei dies nicht egal. „Sie freuen sich, authentische Menschen zu hören und zu erleben.“ Die Familie sei heute nicht mehr der erste Hort der Glaubensweitergabe, umso wichtiger sei es, zu erzählen, was der Glaube an Kraft, Hoffnung und Stärke bewirke. „Wir haben durch die Botschaft Jesus Christus die Wahrheit.“ Dabei gehe es nicht darum, gegenüber andersgläubigen übergriffig zu werden, sondern von der „Freude des Glaubens“ zu berichten.

    Dialog mit Andersdenkenden

    Allen Gläubigen sprach der Bischof Mut zu, auch in schweren Zeiten den Glaubensmut zu behalten, mit Phantasie neue Wege zu beschreiten, statt in Angst zu erstarren. In den Fürbitten wurde dies aufgegriffen und erweitert. So wurde um den offenen Blick für die Menschen am Rande der Gemeinschaft, die Hilfe brauchen, gebetet, für Dialogbereitschaft mit Andersdenkenden und Fragenden, um Schutz und Segen für Haupt- und Ehrenamtliche, damit sie nicht müde und mutlos werden im Einsatz für andere. Aber auch, dass bei aller Treue zur Tradition die Realität nicht aus den Augen verloren werden dürfe.

    Im Gemeindehaus Mariä Himmelfahrt gab es nach dem Gottesdienst die Möglichkeit zum Austausch und kurzen Gespräch mit dem Bischof. In Begleitung von Dekan Krefft dankte Friedhelm Hofmann vielen Menschen persönlich für ihren Einsatz in der Kirche.

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