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    WALDBERG

    CSU Sandberg verzichtet auf Kampfabstimmung

    Eigentlich hatte die CSU Sandberg zu einer Nominierungsversammlung geladen. Doch die Tagesordnung wurde nicht umgesetzt.

    Gute Stimmung beim CSU Ortsverband Sandberg. Mit Sonja Reubelt (Zweite von links) und Roland Bühner (Zweiter von rechts)... Foto: Marion Eckert

    Eigentlich hatte der CSU Ortsverband Sandberg zu einer Nominierungsversammlung geladen. Es sollte ein Kandidat für die Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Sandberg am 26. März aufgestellt werden. Doch es kam anders, die Tagesordnung wurde nicht umgesetzt. Der CSU-Ortsverband Sandberg wird keinen eigenen Kandidaten nominieren, da sich mit Roland Bühner und Sonja Reubelt gleich zwei Personen aus der Vorstandschaft um das Amt bewerben.

    Wie kam es zu dieser Entscheidung? Vorsitzender Roland Bühner gab eine Stellungnahme zur aktuellen Situation in der Gemeinde Sandberg und dem CSU-Ortsverband ab. Bereits 2014 habe er versucht als CSU-Kandidat für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Aus verschiedenen Gründen sei eine CSU-Nominierung nicht zustande gekommen und er kandidierte für die Wählergemeinschaft Waldberg.

    Warum zwei Kandidaten?

    2013 war er in die CSU eingetreten, im August 2015 habe er das Amt des Vorsitzenden in einer nicht einfachen Zeit übernommen. Mehrfach betonte er, mit welch großem Engagement und mit welcher Leidenschaft er sich für den Ortsverband eingesetzt habe, ihn in der Öffentlichkeit vertrete und ein Netzwerk zu den für die Region relevanten Politikern aufgebaut habe.

    Im Jahr 2016 habe sich der CSU-Ortsverband in einer Vorstandssitzung darauf verständigt, bei der Bürgermeisterwahl 2020 mit einem eigenen Kandidaten anzutreten. Dann kam der Rücktritt vom bisherigen Bürgermeister Joachim Bühner im Dezember 2016, damit stand die Bürgermeisterwahl eher an als gedacht. Für Roland Bühner stand fest, dass er einen erneuten Anlauf unternehmen werde, den Chefsessel zu erringen.

    Doch Ende Dezember gab auch die stellvertretende Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes, Sonja Reubelt aus Schmalwasser, bekannt kandidieren zu wollen. Seither habe es viele Gespräche innerhalb der Sandberger CSU gegeben. Sonja Reubelt war es, die den Vorschlag einbrachte, dass keiner der beiden Kandidaten von der CSU nominiert werde und stattdessen jeder für seine jeweilige Ortsteilliste kandidiert.

    Roland Bühner machte keinen Hehl daraus, dass es viele Überlegungen von seiner Seite bedurfte, diesem Vorschlag zu folgen. Doch auch er kam zu der Einsicht, dass es für die Gemeinde, die Bürger und den Ortsverband die beste Lösung sei. „Einigkeit und Harmonie im Ortsverband sind wichtiger als persönliche Vorteilsnahme“, sagte er und bat die Mitglieder, keine Nominierung vorzunehmen.

    Auch Sonja Reubelt bestätigte ihre Bereitschaft. „Demokratie lebt zwar von Abstimmungen, aber in unserer Situation halte ich es für besser, nicht abzustimmen“, sagte sie. So habe jeder Kandidat die gleichen Voraussetzungen, die Partei könne beide gleich behandeln und ihnen jeweils Unterstützung zukommen lassen. „Egal wie die Wahl ausgehen wird, wir müssen und wollen auch künftig miteinander erfolgreich zusammenarbeiten. Eine Kampfabstimmung wäre der künftigen Zusammenarbeit nicht förderlich“, sagte Bühner.

    Zustimmung bei den Mitgliedern

    Dieser Vorschlag der beiden Kandidaten stieß bei den Sandberger CSU-Mitgliedern auf offene Ohren. Horst Geis meldete sich als erster zu Wort und sagte: „Anderenfalls hätte ich den Antrag gestellt, auf eine Kampfabstimmung zu verzichten.“ Er dankte Sonja Reubelt und Roland Bühner für ihre Vernunft und Weitsicht. Auch Heinz Kirchner schloss sich dieser Meinung an. „Der nächste Sandberger Bürgermeister wird ja in jedem Fall ein CSU-Bürgermeister sein“, freute er sich. „Wir können guten Mutes aus der Versammlung gehen, was wir hier gemacht haben, das müssen uns andere erst einmal nachmachen“, ergänzte Geis.

    Auch die Kreisvorsitzende der CSU, Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb, bezeichnete die Entscheidung als die richtige. Sie wünschte den beiden Kandidaten einen fairen, positiven und konstruktiven Wahlkampf, der keine alten Wunden aufreiße.

    Sandro Kirchner, Stimmkreisabgeordneter im Bayerischen Landtag, machte deutlich, wie wichtig eine Bürgermeisterwahl für eine Gemeinde sei, um diese positiv in die Zukunft zu entwickeln und den jungen Leuten zu ermöglichen, gerne in ihrer Heimat zu bleiben. Er bezeichnete die Entscheidung der Kandidaten als „weise Entscheidung“.

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