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    IRMELSHAUSEN

    Von Missgeschicken und Dieselskandal

    In der Kirmespredigt wurden aktuelle Politik und Ortsgeschehen in Reimform vorgetragen.

    „14/15 - Kirmes - wer säuft's Bier? Mir!“ Der Schlachtruf der Kirmespaare kam am Montag schon aus heiseren Kehlen, schließlich feierten die Irmelshäuser schon den vierten Tag Kirmes nach überlieferter Tradition, veranstaltet vom Burschenverein, der von zahlreichen Helfern unterstützt wurde. Am Montag standen mit dem Zug durchs Dorf, Gögerschlag und Kirmespredigt Höhepunkt und Abschluss zugleich an.

    Elf Mädchen und 17 Jungen bildeten die Kirmespaare. Am Freitag hatte das Fest mit „Knöchlesessen“ und einem Fußballspiel der Alten Herren begonnen, am Samstag wurde weitergefeiert mit Kirmestanz und der Band „Obacht“. Am Sonntag stand nach einem Zug durch den Ort gemütliches Beisammensein mit Livemusik auf dem Programm.

    Am Montag starteten die Kirmespaare, begleitet von der Kirmesband, durch den Ort Richtung Milzgrundhalle, mit dabei, der obligatorische Hahn und die Stangen, mit denen die Mädchen beim „Gögerschlag“ versuchen den Topf zu treffen. Das Rauchen von Zigarren ist Bestandteil der Kirmesbräuche und so bemühten sich die unverheirateten Burschen, während des Zuges ordentliche Rauchwolken zu produzieren. Der Hahn, diesmal ein ausgesprochen großes Exemplar, passte kaum unter den Topf, der nach mehreren Versuchen doch noch von einem der Mädchen getroffen wurde.

    Dem „Sündenbüßer“ ging es aber nicht an den Kragen, er durfte anschließend wieder zurück in seinem Hühnerhof.

    Mit Spannung wurde die Kirmespredigt erwartet, die Manuel Landgraf hielt. Wessen Missgeschick würde diesmal für Belustigung sorgen? Zuvor gab es kleine Präsente für Fabian Müller und Jonas Schmutz, die schon seit zehn Jahren im Burschenverein aktiv sind.

    Die Weltpolitik in den vergangenen 365 Tagen, die sich oft nur mit Humor ertragen lässt, griff der Prediger auf und berichtete von „den Männern mit Größenwahn“, Trump, Kim Jong-un und Erdogan. Die Verhaftung von Journalisten in der Türkei, Naturkatastrophen, der G20-Gipfel in Hamburg, die erstarkte AfD, Jamaika-Verhandlungen nach der Bundestagswahl, Lutherjahr - an vieles erinnerte der Kirmesprediger. Auch in Irmelshausen hat sich einiges getan, am Badesee laufen die Umbauarbeiten, schnelles Internet per Glasfaser kommt und Neuwahlen für das Bürgermeisteramt stehen an. Dem erkrankten ehemaligen Bürgermeister sandte der Prediger im Namen aller Irmelshäuser beste Genesungswünsche. Die Geschichte vom „Mo, der denkt, dass er viel wess un ah racht viel ko“ erzählte der Prediger.

    Frisch aus dem Urlaub zurück und zum Großeinkauf nach „Künzofe“ gestartet, verwechselte der Irmelshäuser die Tanksäulen und der selbstgemachte „Dieselskandal“ fand den Weg in die Kirmespredigt.

    Wer mit dem Zug fährt, sollte beim Umsteigen in Würzburg genau aufpassen. So landete eine Frau aus dem Ort, die nach Gelsenkirchen zu ihrem Liebsten wollte, in Hamburg. Wer sein Auto in Bad Neustadt vergisst, weil er sich dort für Besorgungen mit dem Vater getroffen hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn er in der Predigt landet.

    Für viel Gelächter sorgte auch der vergebliche Rasenmäh-Versuch eines Irmelshäusers, der vergessen hatte, dass die Messer noch zum Schleifen weggegeben waren. Die ganze Arbeit umsonst – der Rasen wollte einfach nicht kürzer werden.

    Viel Mühe haben sich die Veranstalter gegeben, alle Geschichten gereimt und in Mundart aufgeschrieben, die Zuhörer bedankten sich mit Applaus. Mit dem Tanz der Kirmespaare gingen der offizielle Teil und damit die vier Kirmestage zu Ende.

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