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    AUFGESPIESST

    Einreisestopp für die Rhöner CSU

    Wenn einer eine Reise tut, dann hat er zu erzählen: Zum Beispiel die Rhön-Grabfelder CSU von ihrer nicht ganz einfachen Fahrt nach Berlin.

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    Die CSU in Bayern ist Hindernisse nicht gewohnt. Die 50-Prozent-Hürde wird in der Regel locker genommen. Horst Seehofer kann seinen Hals drehen und wenden, wie er will: kein Gelenk hält den Körperteil zurück.

    Von diesem Gefühl, von niemandem gestoppt werden zu können, sind CSU-Mitglieder praktisch dauernd beflügelt. Und genau mit diesem Gefühl der Unbremsbarkeit ist jüngst eine Reisegruppe des CSU-Kreisverbandes gen Berlin gefahren, um einmal zu schauen, von wo aus Dorothee Bär ihre vielen Twitter-Botschaften und Facebook-Postings absetzt und selbstverständlich bemerkenswerte Politik gestaltet.

    Auf Facebook haben wir ein nettes Bild entdeckt, das einige der CSUler vergnügt im Bus bei der Verkostung des neuen Birkwild-Likörs der Parteifreunde Christian Machon und Mathias Gerstner zeigt. Ein entscheidender Fehler, wie sich an späterer Stelle herausstellen wird.

    Die CSU-Gruppe, zu der auch Landrat Thomas Habermann gehörte, wollte auch den Bundestag erleben und war als Besuchergruppe auch angemeldet. Alleine, vor dem Besuchereingang war für die Rhön-Grabfelder Christsozialen erst einmal Schluss. Die Gruppe wurde einfach nicht hereingelassen. Stattdessen musste sie eine 10-H-Abstandsregelung zum Allerheiligsten der Demokratie eisern einhalten.

    Eine gute halbe Stunde ging vorbei, aber für die Rhöner ging es nicht weiter. Ganz im Gegensatz zu einer indischen und einer türkischen Gruppe, die man an den Rhönern vorbei lotste. Wurden Habermanns Leute Opfer der Versöhnungspolitik mit Erdogan? War denn kein Herr Türk in der Gruppe dabei? Die CSUler schluckten, als sie den Spruch „Dem deutschen Volke“ am Reichstag prangen sahen, selbst aber nicht zum Zuge kamen, als zählten Rhöner nicht dazu.

    Am Eingang ging noch weniger voran als am Berliner Flughafen. Der Birkwild-Likör war offensichtlich schon im Bus restlos geleert, denn damit wäre eine Bestechung des Wachpersonals geglückt. Ein rettender Hilferuf von Habermann per WhatsApp an Dorothee Bär in den Bundestag sorgte dafür, dass die Rhön-Grabfelder doch noch offene Grenzen passieren konnten.

    Die zwei politischen Lehren daraus: Berlin bleibt für die CSU ein schwieriges Pflaster. Und: Nicht überall rennt Habermann mit seinen Vorhaben offene Türen ein.

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