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    FLADUNGEN

    Chef gesucht für das Rhönmuseum

    Nach zehn Jahren soll 2019 der Dornröschenschlaf des Fladunger Rhönmuseums enden. Per Stellenannonce wird eine Museumsleitung gesucht. Auf die kommt viel Arbeit zu.

    Der Ausleger lädt schon ein, aber erst 2019 wird das Rhönmuseum seine Pforten nach zehnjähriger Schließung öffnen. Aktue... Foto: Gerhard Fischer

    „Ein Juwel wird neu gefasst“, dieses Motto wurde ausgerufen, als 2016 der Förderbescheid aus LEADER-Mitteln für ein neues Fladunger Rhönmuseum übergeben wurde. Die Arbeit am neuen Schmuckstück ist zeitraubend. Seit 2009 ist die Einrichtung geschlossen. Für 2019 ist die Neueröffnung vorgesehen. In bundesweiten Annoncen wird eine Museumsleitung für das Fladunger Haus gesucht.

    Viele Bewerber auf den Museumsleiterposten

    „Die Resonanz ist enorm“, sagt Astrid-Hedrich Scherpf von der Kulturagentur des Landkreises zu der Stellenausschreibung, die nicht nur in regionalen Medien, sondern auch auf Fach-Plattformen im Internet und in der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist. Ausgeschrieben hat die Stelle der neue Träger des Rhönmuseums, das gemeinsame Kommunalunternehmen von Landkreis und der Stadt Fladungen.

    „Wir schreiben die Stelle schon jetzt aus, weil die zukünftige Leitung sich nicht nur mit der Sammlung vertraut machen, sondern auch am Museumskonzept mitwirken soll“, so Hedrich-Scherpf. Schließlich sollen nicht nur einfach die volkskundlichen Exponate ausgestellt werden, sondern auch mit Veranstaltungen und Sonderausstellungen der Wert der Rhönmuseums-Exponate bekannt gemacht werden.

    Museumspädagogische Kraft

    Unterstützt wird die neue Museumsleitung von einer museumspädagogischen Fachkraft, wie Kulturmanagerin Hedrich-Scherpf erklärt. Auf ein exaktes Eröffnungsdatum will sie sich nicht festlegen, nachdem der Termin schon einmal verschoben werden musste. „Wir haben Aufträge vergeben und haben auch einen nicht so engen Zeitplan festgelegt. Aber es ist schlicht auch nicht leicht derzeit, Handwerker zu bekommen“, sagt Hedrich-Scherpf.

    Einen wahren Schatz volkstümlichen Erbes hat die neue Fachkraft auf jeden Fall zu verwalten: Über 6000 Exponate sind im Rhönmuseum seit seiner Gründung 1921 in den Fundus gelangt. Dazu gehört nicht nur die legendäre Sammlung Rhöner Holzmasken, sondern auch historisches Mobiliar, wie es in der sogenannten Mellrichstädter Stube vereint ist. Bedeutend ist auch die Sammlung sakraler Volkskunst oder die Kollektion von sogenannten Nick-Männchen. Nicht zu vergessen eine feine Auswahl regionaler Trachten oder die 20 Messgewänder vom Kloster Kreuzberg als Neuanschaffung.

    Förderverein bleibt involviert

    Was davon am Ende in den Ausstellungsvitrinen zu sehen sein wird, hängt vom Konzept ab, dass die Museumsleitung zusammen mit dem Träger verwirklicht. Der Träger wird übrigens weiter unterstützt vom Rhönmuseums-Verein mit über 100 Mitgliedern, der sich bisher um die Exponate gekümmert hat.

    Dessen Vorsitzender ist Landrat Thomas Habermann. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung nannte er den Oktober 2019 als Eröffnungstermin. Vorsitzender des gemeinsamen Kommunalunternehmens Rhönmuseum wiederum ist Kreis-Kämmerer Winfried Miller. Nicht zu vergessen Hermine Fick, jahrelang die gute Seele des Museums, die heute als Schriftführerin die Museumsarbeit unterstützt.

    Millionen-Kosten

    Die Gesamtkosten für die Neuausrichtung des Rhönmuseums als Regionalplattform und Regionalmuseum belaufen sich auf rund 1,51 Millionen Euro. Die Leader-Mittel liegen bei 260 000 Euro. Die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken trägt 600 000 Euro bei, die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern 175 000 Euro. Das Rhönmuseum gKU bringt rund 276 000 Euro auf, der Landkreis Rhön-Grabfeld 200 000 Euro. Federführend im Leader-Projekt ist die LAG Rhön-Grabfeld mit Regionalmanagerin Ursula Schneider.

    Das 2016 vom Würzburger Büro FranKonzept erarbeitete Museumskonzept ist komplex, auch durch die Fülle der Exponate. Es wurde 2017 noch überarbeitet und ergänzt, auch deshalb ließ sich der Eröffnungstermin 2018 nicht halten. Es bedürfe aber sicherlich noch intensiver Verhandlungen und Diskussionen in die auch der Förderverein mit eingebunden sei.

    Eine Kleinstadt – Zwei Museen

    Mit zwei Museen an einem Standort bietet es sich an, zum Beispiel ein Verbundticket zusammen mit dem Freilandmuseum Fladungen ins Leben zu rufen. Darüber werde nachgedacht, so Hedrich-Scherpf. Die Sonderausstellungen des Freilandmuseums sollen künftig in den Räumen des Rhönmuseums aufgebaut werden, kündigte die Kulturmanagerin an. Bis es soweit ist, wird zwar noch etwas Zeit vergehen. Aber freuen darf man sich doch schon mal auf die Wiedergeburt des Rhönmuseums.

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