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    SALZ

    Der Himmelsbote mahnt den Bürgermeister

    Ausverkauftes Haus bei der zweiten Prunksitzung der „Sälzer Gröpf“

    Es hat rund 1275 Jahre gedauert, dass in Salz ein Elferrat mit eigenem schmucken Outfit in der Kanzel der Heiterkeit Platz nehmen konnte. Vor ihm thronte das Prinzenpaar „Jürgen und Susi“ und mit Fredi Breunig als moderierender Sitzungspräsident war gute Stimmung schon fast Programm.

    Bei der zweiten Auflage der „Sälzer Gröpf-Prunksitzung“ füllte sich der Gauditempel im Gemeindezentrum in Windeseile komplett, und es hatten sich auch hochkarätige Gäste angekündigt. Selbst Veitshöchheim mit seinem „Karneval in Franken“ ließ grüßen.

    Tänzerische Glanzleistungen

    Mit einem Marschtanz der Sälzer Gröpf-Jugend ging es auch gleich schwungvoll in die erste Runde. Ins Reich aus 1001 Nacht lud die Rhönklub Purzelgarde ein und die Jüngsten der Burgläurer Burgelf Garde entzückten als kleine Frösche auf der Bühne. Ein Blickfang war die Juniorengarde der Gastgeber, die mit ihrem Marschtanz ein tänzerisches Ausrufezeichen setzte – und als das Tanzmariechen Pauline Kuhn mit seiner akrobatischen Einlage auf der Bühne wirbelte, war der Saal sprichwörtlich aus dem Häuschen.

    Lustige Schlümpfe, Marienkäfer auf der Suche nach „Pünktchen“, Zombies, die Michael Jacksons „Thriller“ aufleben ließen, die wilden „Top-Gun“ Himmelstürmer oder schwungvolle saftige Tomaten: tänzerischer Hochgenuss wurde zum Augenschmaus.

    Lokalkolorit mit Fingerzeig

    Die Lachmuskeln wurden strapaziert, als das Sälzer Gröpf-Männerballett zum Finale seine Kindheitsträume auslebte. Harald Sam Becher als himmlischer Kumpel von Sepp beobachtete die rege Bautätigkeit in und um Salz und hinterfragte so manch geschaffenes Kunstwerk, wie die neue „Neuschter Brücke“, den Burgläurer Staudamm oder einen Schotterberg in Richtung Strahlungen auf humorvolle Weise. „Martin mach den Geldhahn zu, sonst hast du nachts wohl keine Ruh“, bemerkte der Himmelbote zu Bürgermeister Martin Schmitt, der mit seinem Rat noch so manche Baustelle zu bewältigen hat.

    Franken halten zusammen

    Nach der Rhöner Nationalhymne, dem Kreuzberglied, kam einer auf die Bühne, der von Salz, außer dass dies in die Suppe kommt, noch nie etwas gehört hatte. „Schön dass ich da bin, hätte nie gedacht, dass ich einmal mich nach Salz verirre“, so Oliver Tissot, bekannt von Fastnacht in Franken mit spitzer und zynischer Zunge, die zur Mundpeitsche wurde. „Karl der Große muss sich einst wohl auch verfahren haben“, wer kommt sonst hierher, aber wir Franken müssen zusammenhalten, so der Stargast, der anfügte, dass das Dorf das einzige sei, wo der Gemeinderat einen Sturm auf das Rathaus beschließen muss. Woanders wird es einfach gestürmt. Nach „Standing Ovation“ und Gaudirakete machte sich der Gast aus Nürnberg gleich nach Kitzingen auf, wo Landtagspräsidentin Barbara Stamm schon auf ihn wartete, die dort den Schlappmaul-Orden der Karnevalsgesellschaft bekam.

    Stimmung bis tief in die Nacht

    „Vill könne merr nedd“, bemerkten die Musikanten bei einer außerordentlichen Probe. Nur das Trompetenecho. Auf Wunsch wurde aus der Polka schon einmal ein Hochzeitswalzer oder ein Choral für den Bischof und zum Traktor-Rennen der Bude ein „High-Speed-Song“. Gotthold und Eustach bei ihrer Theaterprobe, Rainer „Sir“ Breunig, der statistisch die Jugend unter die Lupe nahm, Nico Rossmann mit seiner lebendigen Bauchrednerpuppe Sylvia Neder, Oti Schraut als Bauer Eugen sowie Fredi Breunig als „Zwanziger“ forderten die Lachmuskeln in ihren Sketchen und immer wieder stieg die Sälzer Gaudirakete in den nächtlichen Himmel.

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