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    ALSLEBEN

    1150 Jahre jung – Alsleben feiert heuer Geburtstag

    Vor rund 1150 Jahren, im Jahr 866, wurde Alsleben erstmals urkundlich erwähnt. Und weil man dies gebührend feiern will, wird es im Juni ein großes Festwochenende geben.

    Vor rund 1150 Jahren, im Jahr 866, wurde Alsleben erstmals urkundlich erwähnt, weil ein gewisser Nordmann dem Kloster Fulda Besitzungen in „villa Adalolfesleiba“ schenkte. Der Ortsname Alsleben bedeutet somit „Erbgut des Adalolf“.

    Das ganze Dorf mit seinen aktiven Vereinen hat sich auf ein Festjahr vorbereitet. Am 23. April wird die neue und umfangreiche Ortschronik vorgestellt, die Kreisheimatpfleger Reinhold Albert verfasst hat. Das Festwochenende ist am 17. und 18. Juni.

    Alsleben blickt auf eine Geschichte mit vielen Schicksalsschlägen zurück. Zur Gemarkung Alsleben gehörte früher auch Eschelhorn (Urselhorn), eine Siedlung, die 1182 urkundlich in Erscheinung trat und um 1600 aufgegeben werden musste. 1317 wurde auf einer Urkunde bereits eine Kirche in Alsleben erwähnt. Um 1590 trennte sich Alsleben von der Mutterkirche in Untereßfeld und erhielt eine eigenständige Pfarrei, Sankt Kilian.

    Hochaltar von Keßler

    1730 bis 1737 wurde die heutige Pfarrkirche unter Verwendung des spätgotischen Turmuntergeschosses der Vorgängerkirche gebaut. Besonders eindrucksvoll ist dort der von Johann Joseph Keßler 1741 geschaffene Hochaltar. Im Jahr 1431 entstand die Kreuzkapelle am westlichen Ortsrand.

    Um die im nahen Wald auf einer Anhöhe stehende Ursulakapelle ranken sich unterschiedliche Legenden. Einmal wird berichtet, dass die Truchsessin Ursula von Blankenburg sie errichtet hat, weil ihr Mann unversehrt von einem Kreuzzug heimkehrte. In einer anderen Sage soll Graf Als die erste Ursulakapelle errichtet haben, weil er die Blankenburg in Abwesenheit des Besitzers überfallen hatte und Schuld am Tod seiner schönen Nachbarin, Ursula von Blankenburg, war. Weil ihn sein schlechtes Gewissen plagte, errichtete er die Kapelle.

    Überliefert ist, dass im Jahr 1704 die Witwe des Sternberger Wolff Dietrich Truchseß von Wetzhausen (Freifrau Eva Rosina) die Reliquien für die nach der Zerstörung wieder errichtete Ursulakapelle stiftete. Dadurch wurde die Kapelle zu einem beliebten Wallfahrtsort und die Gemeinde errichtete ab 1750 eine größere Kirche, die allerdings im Juli 1875 durch einen Blitzschlag abbrannte. Aber die Bürger bauten sie wieder auf. 1882 wurde sie eingeweiht und steht bis heute.

    Alsleben wurde nicht nur im Dreißigjährigen Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Im Ersten Weltkrieg fielen 37 Gemeindebürger, im Zweiten 45. Zu den weiteren einschneidenden Ereignissen gehörte der Mauerbau. Alsleben lag nicht weit entfernt vom undurchlässigen Zaun – alle Beziehungen zu Thüringen waren abgeschnitten. Im Jahr 1978 wurde Alsleben ein Gemeindeteil von Trappstadt und konnte mit dem Nachbarort gemeinsam die Grenzöffnung 1989 feiern.

    Neben den Kirchen ist auch das gemeindeeigene Gasthaus „Grüner Baum“ ein Blickfang, es steht unter Denkmalschutz und wurde 2012 umfassend saniert. Ganz aktuell ist Alsleben regional und überregional bekannt durch den im April 2014 eröffneten „Naturfriedhof Sankt Ursula“, auf dem Verstorbene in idyllischer Umgebung mitten im Wald nahe der Ursulakapelle ihre letzte Ruhestätte finden.

    482 Einwohner hat Alsleben zurzeit, sie feiern gemeinsam mit Bürgermeister Michael Custodis und vielen Gästen ihr besonderes Jubiläum.

    Großes Fest im Juni

    Eine weitere Besonderheit in Alsleben ist die Quelle der Fränkischen Saale, deshalb beginnen dort auch die Festlichkeiten am 17. Juni, 17 Uhr, mit der Eröffnung des Saale-Musicum. Die musikalische Umrahmung übernehmen die „Saalequelle-Musikanten“.

    Um 18 Uhr geht das Programm auf dem Festplatz am Kirchplatz weiter mit Bieranstich und Festbetrieb, ab 20 Uhr spielt die Kapelle „Böhmisch Gschtörd“ auf. Der Sonntag beginnt um 8.15 Uhr mit einer Kirchenparade, dem Festgottesdienst und einem Frühschoppen.

    Während des ganzen Tages ist Festbetrieb im Ort mit Mittelaltertreiben, Ausstellern und Marktständen. Kreisheimatpfleger Albert stellt auch die Chronik noch einmal vor. Eine historische Feuerwehrübung gibt es am frühen Abend. Am Montag findet das Fest mit Seniorennachmittag, der Promi-Band und einem Kesselfleischessen seinen Abschluss.

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