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    WALDBERG

    Erneute Wende: Roland Bühner will jetzt doch ins Rathaus

    Der 47-Jährige ist doch bereit, Bürgermeister zu werden. Dabei hatte er Ende Februar seine Kandidatur zurückgezogen. Die Wahl ist am kommenden Sonntag.

    Roland Bühner Foto: Marion Eckert

    Roland Bühner ist jetzt doch bereit, Rathauschef von Sandberg zu werden. „Sollte ich gewählt werden, werde ich das Amt des Bürgermeisters annehmen.“ Diese Aussage traf Bühner in einem Pressegespräch am Wochenende. Es sei ihm ein Anliegen, die Bürger noch vor dem kommenden Wahlsonntag (26. März) über seine Beweggründe aufzuklären. Er wolle ein Signal seiner Wählbarkeit setzen und die Hintergründe erläutern, warum er keinen Wahlkampf führen konnte und dennoch Bürgermeister werden möchte.

    Am 26. Februar hatte Bühner eine Erklärung unter dem Titel „Rückzug meiner Bürgermeisterkandidatur“ versenden lassen, in der dargelegt wurde, warum er nicht Gemeindechef werden will.

    Nach drei Wochen stationärer Behandlung erklärte er jetzt: „Ich habe eine psychosomatische Erkrankung, die behandelbar und vor allen Dingen heilbar ist. Nach Meinung der Ärzte und nach meiner Einschätzung, werde ich auch wieder vollständig genesen und zu gewohnter und früher Leistungsfähigkeit zurückkehren.

    “ Aus diesem Grund sehe er keine Veranlassung, sich aus der Kommunalpolitik gänzlich zurückzuziehen.

    „Klarheit verschafft“

    Die Zeit in der Klinik habe er nutzen können, um sich selbst Klarheit über seine Situation zu verschaffen. Die Doppelbelastung von Bürgermeisteramt und beruflicher Aufgabe sei nach dem Rückzug von Bürgermeister Joachim Bühner im Mai 2016 von einem Tag auf den anderen auf ihn eingestürmt. Erst im Herbst habe er seine Arbeitszeit im Vermessungsamt reduziert. „Ich bin ein Mensch, der alles sehr genau und gewissenhaft macht, die Belastung war sehr hoch“, sagt Bühner und räumt ein: „Ich habe die Kommunalpolitik übertrieben, ich habe alles sehr intensiv betrieben, weil das mein persönlicher Anspruch war.“

    Hinzu seien anstrengende Vorbereitungen für die Nominierungsversammlungen gekommen. Bühner machte auch deutlich, dass die Kandidatur von Sonja Reubelt kein Auslöser für die Erkrankung gewesen sei.

    „Ich habe schon 2014 einen Wahlkampf mit Gegenkandidaten geführt.“ Auch die Entwicklungen im Gemeinderat und die Vorwürfe Ende Januar, er würde sich im Wahlkampf mit fremden Federn schmücken, seien nicht ausschlaggebend gewesen.

    Details privat

    „Meine Probleme resultieren nicht alleine aus der Arbeit als stellvertretenden Bürgermeister beziehungsweise aus der Vertretungszeit, sondern aus vielschichtigen Gründen der letzten Monate und Jahre“, so Bühner, der einen offenen Umgang mit seiner Erkrankung anstrebt, ohne persönliche Details in der Öffentlichkeit zu diskutieren.

    „Ich habe mich nicht in der Lage gesehen, den Wahlkampf so zu führen, wie ich mir das vorgestellt habe“, sagte er. Plakate, Flyer, Werbematerial, Facebook – alles war bereits vorbereitet.“ Bühner hatte eine professionelle Werbeagentur betraut, doch Ende Februar wurde alles gestoppt. „Aus heutiger Sicht wäre es besser gewesen, zumindest Plakate und Flyer herauszugeben.“

    Formulierung „unglücklich“

    Die Presseerklärung sei das falsche Signal gewesen, die Formulierung „Rückzug meiner Bürgermeisterkandidatur“ sei unglücklich gewählt gewesen. Doch zum damaligen Zeitpunkt sei die Entscheidung in seinem Unterstützerteam so gefallen.

    Sollte er gewählt werden, will er nur Bürgermeister sein, auch im Ehrenamt. In Absprache mit seinem Arbeitgeber strebe er eine Beurlaubung an. Archivfoto: Marion Eckert

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