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    AUBSTADT

    Junge Union: Demokratie muss gestützt und gestaltet werden

    Zur einem Stammtischgespräch mit Staatssekretär Gerhard Eck, hatte der neu gegründete Junge Union Ortsverein Grabfeld in den Rathauskeller nach Aubstadt eingeladen.

    Wo sind die Radwege? Staatssekretär Gerhard Eck, zwischen Juliane Demar und Philipp Müller, schaut gemeinsam mit Bürgerm... Foto: Vossenkaul

    Zur ersten politischen Veranstaltung, einem Stammtischgespräch mit Staatssekretär Gerhard Eck, hatte der im Oktober neu gegründete Junge Union Ortsverein Grabfeld am Donnerstagabend in den Rathauskeller in Aubstadt eingeladen.

    JU-Ortsvorsitzender Philipp Müller wurde unterstützt von der JU-Kreisvorsitzenden Juliane Demar und begrüßte die Teilnehmer. Demar hatte auch den Kontakt zu Eck hergestellt. Der kam geradewegs aus Berlin mit Zwischenstopp in Hof und gab zunächst einen Einblick in die aktuelle Politik, dabei ging er unter anderem auf die sehr gute Wirtschaftskraft in Bayern und den hohen Lebensstandard der Bürger ein.

    Er freute sich über die Gründung des neuen Ortsverbands. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich junge Menschen für Politik interessieren und sich einbringen“, so Eck. Es sei üblich geworden, dass jeder nörgelt, und nicht über ein eigenes Engagement nachdenkt. „Die Flüchtlinge aus Staaten, in denen Diktatur und Willkür herrschen, die in ihrer Heimat verfolgt, gequält und getötet werden, machen deutlich, wie wertvoll die Demokratie ist, sie muss gestützt und gestaltet werden.

    “ Er bemängelte, dass Flüchtlinge in Turnhallen wohnen müssen und vielerorts Pfarrhäuser leer stehen.

    In der Diskussion, an der auch Anwesende teilnahmen, die keine JU-Mitglieder sind und gern Fragen an den Staatssekretär stellen wollten, ging es zunächst um die Frage, ob sich die CSU gut genug verkauft und ob die CDU/CSU zu sehr in die Mitte gerückt sei und den rechten Rand für die AfD freigemacht habe.

    Könnte sich die CSU in ganz Deutschland verbreiten? „Wir würden sang- und klanglos untergehen“, ist sich Eck sicher. In den anderen Bundesländern hätte man keine Wähler. Die würden teilweise neidisch nach Bayern schauen wegen des wirtschaftlichen Erfolgs und weil Rest-Fördergelder für Straßenbau oder anderes oft von Bayern abgeholt werden, das sei möglich, weil das Land seine Hausaufgaben gemacht und planungsfertige Projekte in der Schublade hat.

    Zur Bundestagswahl 2017 fragte ein Teilnehmer, ob man automatisch Angela Merkel mit wählt, wenn man der CSU seine Stimme gibt. Das bejahte Eck, gab aber zu bedenken, dass man das wählen muss, wo man sich am ehesten wiederfindet. Eine hundertprozentige Übereinstimmung werde es nirgends geben. Nach dem Bestand der EU gefragt, erinnerte Eck an die große wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland. Der größte Teil deutscher Exporte geht in EU-Länder. Man müsse aber weg von diesem kleinlichen Bürokratismus und sich um die großen Dinge kümmern wie Frieden und Sicherheit. Auch die Frage, warum einige bayerische Polizisten die abgelegten Waffen aus einem anderen Bundesland erhalten haben, konnte Eck beantworten. Die Maßnahme sei eine Übergangsphase, denn es erfolge eine Neubeschaffung von Waffen. In der Zwischenzeit müsse man untaugliche Waffen ja auch ersetzen.

    Fehlende oder unzureichende Fahrradwege wurden angesprochen, Aubstadts Bürgermeister Burkhard Wachenbrönner zeigte dazu die aktuelle Radwanderkarte. Wie einer der Anwesenden ansprach, sei es gefährlich im Milzgrund und in Aubstadts Umgebung mit dem Rad auf der Straße zu fahren, wenn Leitplanken ein Ausweichen unmöglich machen.

    Als „einen Schlag ins Gesicht für alle Mandatsträger“ empfindet Juliane Demar den Vorschlag, Volksentscheide auch für ganz Deutschland einzuführen. Die Mandatsträger, die als Volksvertreter gewählt sind, haben sich umfassend informiert und Hintergrundwissen und sie wundert sich, dass die Mehrheit der CSU dafür gestimmt hat. Er selbst habe dagegen gestimmt, weil er meint, dass der Bürger keine Dinge entscheiden kann, über die er nicht hinreichend informiert ist, stimmte Eck der JU-Kreisvorsitzenden zu. Es gebe nur einige wenige Themen, wo ein Volksentscheid auf Bundesebene angebracht wäre.

    Visionen vermitteln

    Zum Thema Wahlen kam der Vorschlag, statt Angst vor einer rot-rot-grünen Koalition zu schüren lieber die eigenen Stärken in den Wahlkampf einzubringen. Man sollte Visionen haben und die auch den Bürgern vermitteln. Dafür war der Staatssekretär auch und kritisierte in diesem Zusammenhang die AfD, die keine Verantwortung übernehmen müsse, alles kritisieren und versprechen könne.

    Kritisiert wurde aus den Reihen der Anwesenden, dass Bad Königshofen keine Behörde bekommen habe, das Fördergefälle zwischen Ost und West wurde angesprochen und ein Fördertopf für Gasthäuser in den Dörfern angeregt.

    Lob seitens des Bürgermeisters gab es für die Aubstädter Jugend, die sich einbringt und in Jugendclubs gut organisiert ist. Nach Tipps gefragt, riet Eck den neuen JU-Mitgliedern, an Festen und Veranstaltungen teilzunehmen, auch als Helfer, sich ehrenamtlich in den Vereinen zu engagieren und vielleicht für den nächsten Gemeinderat zu kandidieren.

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