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    BAD NEUSTADT

    Vom Kaufhaus zur Shoppingwelt

    Vor 40 Jahren passierte Ungewöhnliches: Die Familie Pecht zog mit ihrem Kaufhaus von der Innenstadt in die Siemensstraße – dahinter steht der Wille zur ständigen Veränderung.

    „Mensch Franz, lass doch diesen Unsinn sein! Da draußen auf der grünen Wiese bist Du in ‘nem halben Jahr pleite!“ Solche Sätze mussten sich Franz und Heidi Pecht häufig von Freunden und Kollegen anhören, als der Bau öffentlich wurde. Jetzt ist das Kaufhaus seit 40 Jahren an diesem Standort.

    Stadtrat votierte gegen die Pläne

    Denn mit der Idee, den Standort Innenstadt mit dem Kaufhaus direkt am unteren Marktplatz aufzugeben und vor den Toren Neustadts komplett neuzubauen, wollte und konnte sich damals kaum jemand anfreunden. Dabei suchte der Unternehmer zunächst nach ganz anderen Lösungen, mitten in der Stadt. Aber einmal konnte das Grundstück nicht erworben werden und an anderer Stelle hätte Franz Pecht 200 Tiefgaragenplätze aus eigener Tasche zahlen müssen. Mit dem Neubau eines größeren Kaufhauses am Marktplatz scheiterte der Unternehmer schließlich am Votum des Stadtrates. Franz Pecht lächelt heute darüber und sagt: „Ich kann dem Stadtrat für seine Entscheidung von damals nur unendlich dankbar sein!“

    Franz Pecht: Ein Riesenansturm

    Jetzt sind exakt vierzig Jahre vergangen, die mahnenden Stimmen längst verstummt. An einem Donnerstag, es war der 17. März, eröffnete Pecht auf dem ehemaligen Gelände der Firma Blumen-Oppelt sein Vollsortiment-Kaufhaus. „Es war ein Riesenansturm, sodass wir am Eröffnungstag mehrmals die Türen schließen mussten, weil einfach zu viele neugierige Besucher ins Kaufhaus drängten!“ Viele Kunden schüttelten den Pechts die Hände und gratulierten zur ersten Rolltreppe in Bad Neustadt. Sie meinten, es sei jetzt wie in einer Großstadt.

    Konzept der Gratis-Parkplätze

    In den kommenden Jahren ging es steil bergauf, die Akzeptanz auf der einst so belächelten „grünen Wiese“ war glänzend, das Konzept der vielen Gratis-Parkplätze mit entscheidend. „Denn jeder konnte bis vor die Tür fahren und selbst bei richtig schlechtem Wetter trockenen Fußes zum Einkaufen gehen“, erinnert sich Geschäftsführer Horst Dömling, der kurz vor Baubeginn zum Unternehmen stieß und die gesamte Entwicklung des Hauses stark beeinflusste und sie mit enormem Engagement vorantrieb.

    So eröffnete bereits 1983 das zweite Gebäude als Sporthaus mit 700 Quadratmetern, darauf folgte 1991 die Kompletterweiterung des Sportbereichs auf das Vierfache, im Obergeschoss damals noch mit Waschmaschinen, Haushaltswaren, HiFi, TV und weiterem Elektrogerät. Im Jahre 1996 kam das dritte Haus dazu, die „Markthalle“ mit ihren vielen kleinen Shops und dem sehr beliebten gastronomischen Bereich. Die letzte Erweiterung erfolgte in diesem Jahr, an das Sporthaus wurde erneut „angedockt“ und am 16. März eröffnet.

    Die große Pecht-Familie

    Bis zum heutigen Tag hat sich das Image des Unternehmens stark verändert, vom Kaufhaus hin zu den Pecht Shoppingwelten, zu anspruchsvollen Mode- und Sporthäusern. Der größte Dank von Heidi und Franz Pecht beziehungsweise des Geschäftsführers Horst Dömling gilt neben der treuen Kundschaft aber vor allem dem Personal. „Denn da sind Mitarbeiter dabei, die standen schon in der Innenstadt hinter den Verkaufstischen. Wir haben immer allen das Gefühl geben wollen, zu einer Familie zu gehören, zur großen Pecht-Familie!“, sagt Horst Dömling, der seine Kundschaft mit vielen Geburtstagsangeboten überraschen will.

    Gerd-Ludwig Borst

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