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    MICHELAU

    Michelaus musikalische Kirchweih

    Weder Regen noch Schnee können die Michelauer so schnell aus der Bahn werfen. Bei der traditionellen Kirchweihpredigt heizten die Prediger dem Publikum musikalisch ordentlich ein.

    Trotz Regen gut gelaunt: die Michelauer Kirchweihprediger Max Meinl, Nico Heilmann und Michael Kundmüller (vorne, Zweite... Foto: Lena Müller

    Weder Regen noch Kälte oder gar Schnee können die Michelauer so schnell aus der Bahn werfen. Denn trotz des Wintereinbruchs am Wochenende, haben am Sonntag wieder zahlreiche Menschen die Straßen rund um den Michelauer Bauhof gesäumt, um dort den Höhepunkt der Kirchweih zu zelebrieren: die Kirchweihpredigt.

    Dabei bewiesen die drei Prediger Nico Heilmann, Max Meinl und Michael Kundmüller heuer, dass sie nicht nur talentierte Wortakrobaten sind, sondern auch, dass sie zu dritt problemlos eine Band gründen könnten.

    Nach dem Kirchweihumzug mit vielen liebevoll und aufwändig gestalteten Wagen und Fußgruppen, begrüßte zunächst Bürgermeister Siegfried Ständecke die Gäste in der Bauhofhalle. Er unterstrich die Bedeutung der Kirchweih für die Dorfgemeinschaft, denn diese Tradition „festigt den Zusammenhalt und ist der beste Beleg dafür, dass wir eine aktive und offene Gemeinde sind“.

    Anschließend ergriffen die Prediger das Wort und offenbarten zahlreiche Peinlichkeiten, die sich im Lauf des Jahres in der Gemeinde ereignet hatten.

    Keine Karriere als Rapplerin

    Dabei machten sie auch vor der Michelauer „Zahnfee“ nicht halt. Denn als die junge Frau heuer beschloss, in der Karwoche mal wieder mit zum Rappeln zu gehen, verhedderten sich ihre Haare plötzlich so sehr in ihrer Ratsche, dass sie sich schließlich eine komplette Strähne ihres langen Haares rausriss.

    Ihren Traum von einer „Karriere als professionelle Rapplerin“ habe die junge Michelauerin anschließend schweren Herzens aufgeben müssen, erklärten die Prediger. Stattdessen habe sie sich kurz darauf für das Amt der Michelauer Weinprinzessin entschieden.

    „Tatütata, da kommt er schon gerannt“, sang im Anschluss der ganze Saal, als die Prediger in Liedform vom feurigen Dixi-Klo-Erlebnis eines jungen Michelauers berichteten. Der hatte sich in solch einer mobilen Kabine eine Zigarette angezündet und nach erledigtem Geschäft die Kippe ebenfalls dort entsorgt – eine explosive Mischung, denn der Zigarettenstummel entzündete die Chemikalien in der Baustellentoilette. Aus der Klobrille stiegen plötzlich Flammen auf. Nur dem mutigen Körpereinsatz des Michelauers ist es zu verdanken, dass er den Brand in letzter Sekunde doch noch löschen konnte.

    Das musikalische Medley „Pilzgestank“, angelehnt an Lieder der Gruppe „Pur“, widmeten die Prediger einem Michelauer, der seine wertvolle Pilzernte heuer im Hochsommer eine Woche lang in seinem Auto vergessen hatte. Das Ergebnis: ein unbeschreiblicher Gestank, der sich im gesamten Fahrzeug breit gemacht hatte.

    Ein Wald voller Duftbäume

    Da halfen auch ein Wald voller Duftbäume im Auto oder eine spezielle Ozonbehandlung nur wenig. So wurde der Pur-Hit „Ich lieb‘ dich“ von den Predigern kurzerhand in „Ich riech‘ dich“ umgedichtet. Und anstelle von „Komm mit mir ins Abenteuerland“ singt man in Michelau nun „Komm mit mir in den Pilzgestank“.

    Zum musikalischen Finale der Kirchweihpredigten kamen abschließend auch die Sänger des Michelauer Chors „After Eight“ auf die Bühne und besangen im andächtigen Lied „Feuerteufel“ zur Melodie des Steigerlieds einen Landwirt, der den Predigern immer wieder Stoff für lustige Anekdoten liefert.

    Heuer hat er sich für das Element Feuer entschieden und dabei nicht nur seinen eigenen Hemdärmel angezündet, sondern im Sommer mit einer Ballenpresse „fast ganz Michlaa angezünd, doch dank der Feuerwehr tat's noch gut ausgehn“.

    Nach der Predigt wurde in der Bauhofhalle bei Musik, Glühwein und selbstgebackenen Kuchen der Dorfjugend weitergefeiert. Doch wie immer heißt es für Max Meinl, Nico Heilmann und Michael Kundmüller schon wieder „nach der Kerm ist vor der Kerm“, denn die Michelauer Kirchweih feiert nächstes Jahr schon ihr 30. Jubiläum.

    Und das muss selbstverständlich gebührend gefeiert werden. Und bei so viel musikalischem Talent der Prediger wäre es ja vielleicht an der Zeit für „Kirchweih – das Musical“.

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