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    SCHWEINFURT

    Gefragt sind große Wohnungen

    Im Stadtrat gehen die Meinungen zum Sozialwohnungsbau weit auseinander. Die Linken und die SPD sehen Defizite, die CSU und die Stadtverwaltung verneinen das.

    Foto: Hannes Helferich

    Ein Antrag der Fraktion Die Linke hat bei den Etatberatungen am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates eine unerwartet ausführliche, leidenschaftlich geführte und vielleicht sogar einmal nötige Debatte zum Thema Sozialwohnungsbau ausgelöst. Die Linken hatten gefordert, dass in den nächsten drei Jahren in Schweinfurt 200 Sozialwohnungen gebaut werden. Das zu planen, dafür seien 50 000 Euro nötig.

    Fraktionschef Frank Firsching begründete den Antrag mit dem viel zu geringen Schweinfurter Engagement in den letzten Jahren. Die in Askren Manor genehmigten 50 Sozialwohnungen seien viel zu wenig und angesichts der „im Moment tollen Förderung durch den Freistaat“ auch nicht nachvollziehbar. „Wir brauchen Sozialwohnungen, warum wird das dann nicht gemacht?“, fragte Firsching, den Sinan Öztürk und Ralf Hofmann unterstützten.

    Kritik am grauen Markt

    Der SPD-Fraktionschef berichtete von „schäbigen Wohnungen“, die nur an der Miete orientierte Private anböten. Würden mehr Sozialwohnungen gebaut, sei das ein Instrument, diese Anbieter „vom Markt zu verdrängen“.

    Die Darstellung Firschings ließen CSU-Chef Stefan Funk und Finanzreferentin Anna Barbara Keck, beide unter Hinweis auf die 5000 Wohnungen im Bestand der Stadttochter SWG, nicht gelten. „Wir kommen der Forderung nach Sozialwohnungen nach“, stellte Funk fest. Keck und auch Wirtschaftsförderer Hans Schnabel konnten auch keine akuten Engpässe feststellen. Schnabel zeigte außerdem kein Verständnis dafür, dass die Stadt bauen solle, „weil es der Markt nicht macht“. Dass dies so sei, habe wiederum mit den explodierenden Baupreisen zu tun. Das sei auch der Grund, dass Fördermittel derzeit nicht in Anspruch genommen würden.

    Schnabel wies allerdings darauf hin, dass im neuen Wohngebiet Askren Manor nicht alles schon „verscherbelt“ (Firsching), sondern durchaus noch Potenzial vorhanden sei. Beim Neubau der Grundschule im Norden würde nur die Hälfte der 35 000 Quadratmeter benötigt. Auch Baureferent Ralf Brettin bestätigte, dass dieser „Restplatz“ durchaus für Wohnungsbau geeignet sei.

    SWG reagiert auf Bedarf

    Er berichtete auch von Überlegungen der Stadt und Wohnbau, am Herroth (Bergl) und in der Richard-Strauß-Straße heutigen Altbestand abzureißen und durch am Bedarf orientierte Neubau-Wohnungen zu ersetzen. Das bestätigte SWG-Prokurist Michael Radler an einem weiteren Beispiel. Das Haus Ludwigstraße 11 im Gründerzeitviertel mit bisher acht Zweizimmerwohnungen werde abgerissen, durch einen Neubau mit größeren Wohnungen ersetzt. Auch in Askren würden – entsprechend der Nachfrage – großteils Drei- bis Fünfzimmerwohnungen gebaut.

    Der Antrag der Linken wurde am Ende mit 4:11 Stimmen abgelehnt, Firsching unterstützten nur die drei SPD-Stadträte.

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