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    SULZHEIM

    Ausweisung von Bauland macht Probleme

    Als der Sulzheimer Gemeinderat vor Monaten neues Bauland ins Auge fasste, konnten sich angehende Häuslebauer in der Großgemeinde freuen.

    Ein nicht alltägliches Bild bot sich den Sulzheimer Gemeinderäten in ihrer Sitzung am Montag. Etwa 20 Bürger interessier... Foto: Peter Pfannes

    Als der Sulzheimer Gemeinderat vor Monaten neues Bauland ins Auge fasste, konnten sich angehende Häuslebauer in der Großgemeinde freuen.

    Geplant war die Ausweisung von Baugebieten in den Ortsteilen Sulzheim und Alitzheim. Während in Sulzheim das bestehende Baugebiet „Grundäcker“ in einer dritten Erweiterung um 17 und in einer vierten um weitere 22 Baugrundstücke erweitert wird, steht die Verwirklichung eines Baugebiets in Alitzheim unter keinem günstigen Stern.

    Weil dort aufgrund der Höhenverhältnisse ein großes Problem bei der Entwässerung vorliegt, riet Veronika Werthmann von der Planungsschmiede Braun (Würzburg) dem Ratsgremium, von der Ausweisung des Alitzheimer Baulands abzusehen. Die Planerin stellte in der Sitzung des Gemeinderats am Montag ihre Untersuchungsergebnisse vor.

    Zugang über Straße „Im Grund“

    In Sulzheim soll das bestehende Baugebiet „Grundäcker“ erst um 17 Baugrundstücke erweitert werden. Die Erschließung ist bereits abgeschlossen. Später soll im westlichen Anschluss an dieses „Grundäcker 3“ genannte Gebiet das Neubaugebiet „Grundäcker 4“ mit weiteren 22 Grundstücken entstehen.

    Die Erschließung des neuen Baulands erfolgt über die Straße „Im Grund“. Im Gebiet „Grundäcker 4“ wird eine Straße in Nord-Süd-Richtung mit zwei Wendehämmern errichtet. Im Norden entsteht eine kleine Fußwegverbindung, im Süden eine Grünfläche.

    Im Baugebiet werden wegen des Geländeverlaufs und der notwendigen Entwässerung Böschungen vorhanden sein, sagte Werthmann. Das Oberflächenwasser soll über eine Leitung in einem Flurweg in ein neu zu errichtendes Regenüberlaufbecken auf einem Acker abgeleitet werden.

    Mehrere Bürger, die Bauplätze dort reserviert haben, monierten die enormen Höhenunterschiede bis zu drei Meter vor allem im Baugebiet „Grundäcker 3“, was die Baukosten durch erforderliche Auffüllungen in die Höhe treibt.

    Ihre Meinung: Die Auffüllungen soll die Gemeinde bezahlen oder die Grundstückspreise entsprechend senken. Sie wünschten eine Bürgerversammlung, in der offen diskutiert und Fragen beantwortet werden. „Ich will ja vorher wissen, was Sache ist, bevor ich einen Bauplatz dort kaufe“, sagte ein Zuhörer.

    „Bei diesen Kosten können wir ja gleich ein Baugrundstück in Gerolzhofen kaufen“, meinte eine verärgerte Bürgerin. Ein weiterer Zuhörer gab zu bedenken, dass der gesamte Verkehr aus dem Baugebiet „Grundäcker 3“ durch die bestehende Wohnbebauung geführt wird.

    Bürgermeister Jürgen Schwab sagte zu, mit den Bauwilligen Einzeltermine zu verabreden, an denen auch Fachleute teilnehmen. Allerdings stellte das Gemeindeoberhaupt klar, dass mit den Bauinteressenten bereits Einzelgespräche geführt wurden. Bei diesen Gesprächen seien die künftigen Bauherren darauf hingewiesen worden, dass eine Hebeanlage für die Abwässer und die Auffüllung ihres Grundstücks erforderlich sind. Schwab kann deshalb die Beschwerden nicht verstehen.

    In der nächsten Sitzung des Gemeinderats will Veronika Werthmann dem Gemeinderat einen fertigen Planungsentwurf zur Beschlussfassung vorlegen. Anschließend werden die Träger öffentlicher Belange gehört und der Planentwurf wird öffentlich ausgelegt.

    Zu nah an lautem Betrieb

    Auch in Alitzheim sollte eigentlich neues Bauland entstehen, als Erweiterung des bestehenden Baugebiets „Nördlich der weißen Marter“. Deswegen wurden die Lärmemissionen eines benachbarten landwirtschaftlichen Betriebs gemessen. Die Werte wurden in einem Gutachten festgehalten.

    Nicht alle der zwölf Bauplätze könnten laut Werthmann ohne Auflagen bezüglich des Lärmschutzes bebaut werden. Aufgrund der vorhandenen Höhenunterschiede und der enormen Kosten für Auffüllungen empfahl Werthmann, von einer Realisierung des Baugebiets an dieser Stelle abzusehen.

    „Es gibt einfach ein großes Kanalanschlussproblem“, sagte sie. „Wer ein Grundstück kauft, würde viel Erde zum Auffüllen brauchen.“ Weil diese Aussage der Planerin augenscheinlich auch für mehrere Grundstücke im Sulzheimer Baugebiet „Grundäcker 3“ zutrifft, gingen mehrere Zuhörer mit einem Kopfschütteln nach Hause.

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