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    GEROLZHOFEN

    Ein Lichtermeer zu Martins Ehr'

    (me/es/eff/lr) Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Wenn diese Textzeile ertönt, aus zig Kinderkehlen, dann weiß auch der Letzte: Es ist wieder Martinstag.

    (me/es/eff/lr) Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Wenn diese Textzeile ertönt, inbrünstig geschmettert aus zig Kinderkehlen und begleitet vom Posaunenchor, dann weiß auch der Letzte: Es ist wieder Martinstag in Gerolzhofen. „Ich geh' mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir“ gehört da ebenso zum unerlässlichen Repertoire wie „Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne“.

    Und natürlich Lampions. Denn wie heißt es doch vor dem Rabimmel, Rabammel, Rabumm? Genau: „Ein Lichtermeer zu Martins Ehr'.“ Da ließen sich die Gerolzhöfer Kinder nicht lumpen. Gebastelt haben sie wie die Weltmeister und der Fantasie schienen nur wenig Grenzen gesetzt. Käferchen funzelten da ebenso im LED-Licht wie Eulen und sogar eine ganz Herde erleuchteter Martinigänse. „Ihr gebt wieder ein ganz tolles Bild ab und strahlt hinaus in die Nacht“, lobte auch Bürgermeister Thorsten Wozniak die vielen Kinder, die zur Martinsfeier der Kinderhäuser auf den Marktplatz gekommen waren.

    Dann wurde einmal mehr die Geschichte vom römischen Soldaten Martin erzählt und gespielt, eine der bekanntesten Heiligenlegenden der Kirche. Hoch zu Ross kommt Martin (Karina Werner) auf den Marktplatz geritten. Dort sitzt auf dem Boden ein Bettler und reibt sich den Körper, um sich ein bisschen aufzuwärmen. Ohne lange zu zögern steigt der Soldat vom Pferd, nimmt den roten Umhang von seinen Schultern, teilt ihn mit dem Schwert und gibt eine Hälfte dem Bettler. Der ruft ihm ein Danke hinterher, denn Martin ist mit dem Pferd schon wieder weg.

    Pastoralreferent Josef Pohli fasste in einem Gebet zusammen, was die Legende uns noch heute lehren will: Nämlich wie einst Martin mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Die Hände zu nutzen, um anderen etwas zu geben, die Füße, um mit denen zu gehen, die den Weg nicht kennen, und den Mund, um denen, die es brauchen, Mut zuzusprechen.

    Bürgermeister Thorsten Wozniak griff diese Gedanken auf: „Das Helfen und Teilen zeichnet uns als Menschen aus“, befand er und freute sich darüber, dass es in der Stadt noch viele Menschen gibt, „die das Herz noch an der rechten Stelle haben“ und sich ehrenamtlich engagieren.

    Wie die Helfer des Vereins Gerolzhofen-Mamers–Sé, die gegen eine Spende für die gute Sache wieder Kinderpunsch, Glühwein und Lebkuchen abgaben, oder die des Rotary-Clubs, die Bratwürste verkauften.

    Dann wurden die Absperrungen auf dem Marktplatz wieder abgebaut, die letzten Bilder mit den tollen Lampions geschossen und dann hieß es, ganz textgetreu, für die Kinder wieder: „Mein Licht ist aus, ich geh' nach Haus.“ Rabimmel, Rabammel, Rabumm.

    Unter dem Motto „Licht sein wie Sankt Martin“ hatte Komm-in zur Wortgottesfeier in die Gernacher St.-Aegidius-Kirche eingeladen. Kommunionkinder und Komm-in-Kinder spielten das Leben Martins vor.

    Kürbissuppe und Martinspferdchen

    Mit dem gemeinsamen Vater unser, auch in Gebärdensprache, endete der Gottesdienst. Trotz Nieselregens zog man durch die Straßen Gernachs und machte mehrfach Halt, um Martinslieder zu singen. Anita Niedermeyer, die Organistin im Gottesdienst, sorgte während des Laternenzuges mit dem Akkordeon für musikalische Unterstützung. Die Feuerwehr sorgte für Sicherheit.

    Im ehemaligen Kindergarten warteten Kürbissuppe, Würstchen, Glühwein, Kinderpunsch, Kuchen und Martinspferdchen auf die Besucher. Spenden für die Leckereien kommen den Klinikclowns zugute, informierte Komm-in-Vorsitzende Elke Dressel.

    Der Martinszug in Dingolshausen führt von der Kirche zum Kindergarten. Die Lampions der Kinder tauchten die Straßen in ein stimmungsvolles Licht. Dirk Jungbauer von der Eigenheimer-Vereinigung, die den Umzug organisierte, dankte der Kindergartenleitung, die mit den Kindern das Stück „Mia und das Martinsleuchten“ einstudiert hatte. Die Köhlerkapelle (Leitung: Stefan Müller) sorgte für Musik. In der Geschichte geht es um eine Schule, bei der die Kinder die Fenster besonders gestaltet haben und sie zum Leuchten bringen. „Die ganze Schule wird zu einer großen Laterne.“ Und die Kleine stellt noch etwas fest: „Wenn man mit anderen teilt und anderen hilft, wird es einfach heller und schöner auf dieser Welt“.

    Pfarrvikar Zbigniev Gulbicki nahm sich neben dem allgemeinen Segen für alle Gäste die Zeit, jedes Kind einzeln zu segnen. Am Kindergarten hatte der Elternbeirat Glühwein und anderes vorbereitet. Die Eigenheimer-Vereinigung hatte wieder die beliebten Martins-Männer gebacken.

    Bettler am Boden

    Rainer Hawelka, der Vorsitzende der Feuerwehr, begrüßte zum Martinszug in Schallfeld etwa 100 Kinder und Erwachsene. Nach der Martinsgeschichte, die Maria Schwab und Erika Sassmann am Kirchplatz vortrugen, zogen die Kinder mit ihren Laternen durch den Ort. Schwab und Sassmann stimmten zahlreiche Martinslieder an. Nach dem Lampionzug spielten Betty und Nils Lenhard im Feuerwehrhaus die Martinsgeschichte. Zum Ausklang gab's Glühwein und Bratwürste. Organisation, Absicherung und Verpflegung hatte die Feuerwehr besorgt.

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