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    SCHWEINFURT

    Neue Farbe und neue Technik prägen neues Rettungsfahrzeug

    Das Rote Kreuz hat seinen Fuhrpark verstärkt. Die Anforderungen sind gewachsen. Darum wird nachgerüstet.

    Mehr Sicherheit für die Besatzung, mehr Komfort für die Patienten: Das bietet der neue Rettungswagen, den das Rote Kreuz jetzt in Betrieb genommen hat. Das Fahrzeug sieht auch anders aus: weniger Rot, mehr Weiß, mehr Reflektionsflächen. Das Fahrzeug ist daher in der Dämmerung auch von den Autofahrern besser zu sehen. Diese neue Optik sollen Stück für Stück alle Einsatzfahrzeuge bekommen, hieß es bei der Vorstellung im Hof des BRK.

    „Das ist das Modernste, was auf dem Markt ist“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer. Mit 16 Rettungswägen ist das BRK in der Region unterwegs. Der Vorgänger des neuen Autos war sieben Jahre im Dienst, absolvierte über 15 000 Einsätze, fuhr 230 000 Kilometer.

    Die Leute werden älter, die Verletzungen multipler, sagt Lindörfer. Das zeigt sich auch in den gestiegenen Einsatzzahlen: 2001 waren es 11 300, 2016 schon 20 830.

    Bei der Vorstellung des neuen Fahrzeugs gab es auch einen kleinen Rückblick in die BRK-Geschichte: 1916 gab es das erste Krankenfahrzeug beim Roten Kreuz in Schweinfurt, 1920 den ersten motorisierten Krankenwagen.

    Landrat Florian Töpper, Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Schweinfurt, ließ sich zusammen mit BRK-Vorsitzendem Hartmut Bräuer und Stefan Pabst von der Zweckverband-Geschäftsstelle von Florian Biber, dem Leiter des Rettungsdienstes, erklären, was alles neu ist.

    Sicherheit durch Seitenkamera

    Die Seitenkamera zum Beispiel, die beim Abbiegen für mehr Sicherheit sorgt. Das so genannte NIDA-Pad, das die Vitalfunktionen des Patienten aufzeichnet, hängt jetzt an einer Halterung. Einige Kliniken können schon auf diese Daten zugreifen, die Schweinfurter Krankenhäuser bauen das gerade auf, so Biber.

    Es gibt spezielle Schienen, für Patienten, die auf Heimbeatmung angewiesen sind. Und es gibt eine Wechselsprechanlage, über die Fahrer und Sanitäter kommunizieren können.

    „Schon besser, als an die Trennscheibe zu klopfen, wenn das Fahrzeug stoppen soll, weil der Sanitäter gerade keine Erschütterung gebrauchen kann“, sagt Biber.

    Häufige Infekte

    Was Biber gut gefällt: Der neue Rettungswagen hat viel weniger Schränke im Inneren. Stattdessen glatte Flächen, die lassen sich besser sauber machen.

    Wird jemand transportiert, der einen Infekt hat, muss das ganze Auto desinfiziert werden. Solche Infektfahrten werden immer häufiger, so Biber. Standard ist auch ein Raupenstuhl. Mit ihm kann man Patienten rückenschonend über Treppen transportieren. Auch das ist eine Erleichterung für die Retter.

    Bei der Vorstellung ging es aber nicht nur um die Technik, sondern auch um die, die sie bedienen sollen. Fortbildungen sind extrem wichtig, so Thomas Lindörfer. Zurzeit stehen zum Beispiel die Themen pädiatrische und psychiatrische Notfälle an.

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