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    SCHWEINFURT

    Durchstich auf Schwebheimer Landstraße?

    Die Silbersteinstraße an die Staatsstraße 2271 auch für den Autoverkehr anzuschließen ist ein uraltes Thema. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

    Derzeit ist die Silbersteinstraße nur für Fußgänger und Radfahrer zur Schwebheimer Landstraße hin geöffnet. Die Schweinf... Foto: Hannes Helferich

    Ein Blick ins Zeitungsarchiv bestätigt: Die Silbersteinstraße im Gewerbegebiet Hafen Ost an die Staatsstraße 2271 auch für den Autoverkehr anzuschließen, wird seit über 20 Jahren gefordert. IHK, Werbegemeinschaften, Einzelhandelsverband, Stadtrats-CSU und vor allem die Gemeinde Sennfeld äußerten diesen Wunsch immer wieder. Nur: Daraus geworden ist bis heute nichts. Geöffnet ist das Tor an der Carl-Benz-/Silbersteinstraße zur Schwebheimer Landstraße lediglich für Fußgänger und Radfahrer.

    SPD fordert einen Kreisverkehr

    Das könnte sich jetzt bald ändern. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat den noch druckfrischen Antrag ans Rathaus gestellt, die Auswirkungen eines Kreisverkehrs zur „Verbesserung der verkehrlichen Zu- und Abflüsse in und aus dem Hafengebiet“ zu prüfen. In diesem Zusammenhang regen die Stadträte Peter Hofmann und Fraktionschef Ralf Hofmann gleich auch Gespräche mit der Gemeinde Sennfeld, dem Landkreis und den Straßenbaubehörden an, weil die ja alle irgendwie tangiert sind.

    Was die Hofmanns bei der Formulierung ihres Antrags ans Schweinfurter Rathaus nicht wussten: Anfang Juni fand auf Wunsch von Sennfelds Bürgermeister Emil Heinemann eine Besprechung mit OB Sebastian Remelé und Baureferent Ralf Brettin auf Stadtseite sowie dem Leiter des Staatlichen Bauamts Holger Bothe statt. Es ging zwar hauptsächlich um den vorläufig geplatzten Radwegebau am Sennfelder Bahnhof. Aber auch das uralte Thema Silbersteinstraße wurde besprochen.

    Verkehre belasten den Daimler-Knoten über Gebühr

    Heinemann informierte diese Redaktion über das aus Sicht der Befürworter erfreuliche Ergebnis, dass das Staatliche Bauamt eine Vorplanung inklusive Kostenaufteilung „perspektivisch erarbeiten“ will. Alle Beteiligten – also Stadt, Staat und Gemeinde Sennfeld – stünden dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, fasste Heinemann zusammen.

    Die Gemeinde hat seinen Worten zu Folge den Verkehr am Knoten Gottlieb-Daimler-/Staatsstraße/Baugebiet Flachsleite auf Sennfelder Gemarkung gezählt. Wenig überraschendes Ergebnis: Die Kreuzung ist völlig überlastet. Sie und möglicherweise das nähere Umfeld müssten ausgebaut werden.

    Eine zur Schwebheimer Landstraße geöffnete Silbersteinstraße würde das aber nicht nötig machen und damit Kosten sparen. Laut Heinemann sieht auch das Straßenbauamt durch den Bau eines neuen Knotens eine hohe Entlastungswirkung – mit der Folge, dass die als nötig erachtete Ertüchtigung des vorhandenen Knotens entfallen oder geringer ausfallen könnte.

    Das wiederum liegt im Interesse des Freistaats. Denn: Die Silbersteinstraße gehört zum städtischen Industriegebiet Hafen, die Schwebheimer Straße zu Sennfeld, die 2271 wiederum ist, weil Staatsstraße, Angelegenheit der Bothe-Behörde. Sie sagt, dass der Knoten Silbersteinstraße entweder als Kreisverkehr oder als Kreuzung mit einer Ampelanlage vorstellbar ist.

    Im SPD-Antrag wird einzig ein Kreisel gefordert. Peter Hofmann begründet das mit den guten Erfahrungen mit Kreisverkehren, etwa an der so genannten Globus-Kreuzung oder auf der fortgesetzten Landstraße Richtung Schwebheim. Die SPD sieht grundsätzliche Vorteile für die Stadt und den Landkreis, weil die Verkehrsflüsse entzerrt und andere Knoten dadurch entlastet würden.

    Das Gros der Kosten würde der Freistaat tragen

    Bei dem von Heinemann initiierten Gipfel hieß es, dass wegen der Konstellation zwei Drittel der noch unbekannten Kosten der Freistaat tragen könnte. Sennfeld und Schweinfurt müssten somit nur ein Drittel übernehmen, das sie sich wegen des hohen Nutzens für beide teilen sollten. Nicht ausgeschlossen seien außerdem Zuschüsse.

    Im Protokoll zum Gipfelgespräch wird zum Zeitrahmen – auch wegen der Bereitsstellung der jeweiligen Haushaltsmittel – von einer mittelfristigen Realisierung gesprochen. Peter Hofmann erinnert im SPD-Antrag, dass die nun erneut geforderte Anbindung der Silberstein- an die Staatsstraße im Verkehrsentwicklungsplan 2030 enthalten ist. Deshalb und mit Blick auf die anstehenden Brückenbaumaßnahmen (Maxbrücke 2024) sollte sie „alsbald in Angriff genommen werden“.

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