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    SCHWEINFURT

    Faschingszug: sonnig, friedlich und unfallfrei

    Keinen einzigen Einsatz hatte die Polizei während des Faschingsumzugs. Die gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt, sagt Einsatzleiter Michael Dros.

    Was wäre wenn?, – das hat sich Michael Dros in den letzten Wochen immer wieder gefragt. Der Polizeihauptkommissar, der seit 2012 die Einsätze beim Schweinfurter Faschingsumzug leitet, stuft die akribische Vorbereitung als Basis für einen sicheren, geordneten und unfallfreien Gaudiwurm ein – wie er am Dienstag dann auch stattfand. Die Polizei musste auf der Route durch die Innenstadt kein einziges Mal eingreifen.

    Trotz reichlicher Erfahrung hatte Dros bereits Ende Januar in den Aufzeichnungen über den Faschingsumzug des Vorjahres geblättert. Anregungen, Kritik und der Ablauf wurden studiert, eine Personalplanung erstellt und gecheckt, aus welchen Abteilungen der Inspektion die Einsatzkräfte zusammenzuziehen sind. Von anderen Polizeidienststellen wurde das Team lediglich durch Diensthundeführer verstärkt, die man selbst nicht hat.

    Sperren und umleiten

    Am meisten Arbeit bescherte die Regelung des ruhenden und fahrenden Verkehrs – sowohl in der Innenstadt wie auch auf den Umleitungsstrecken an der Peripherie. Abzuklären waren die drei B: Baustellen, Beschilderung und Busse. Damit tat sich ein gewaltiger Abstimmungsbedarf auf, insbesondere mit den Sicherheitsbehörden im Rathaus, der ESKAGE als Veranstalter, aber auch mit dem städtischen Verkehrsbetrieb, der Bauverwaltung, den Rettungsdiensten oder etwa mit der Feuerwehr.

    Da die knapp sechs Kilometer lange Strecke gegenüber den Vorjahren nicht verändert wurde, konnte man sich schnell auf Sperrungen und Halteverbote mit der in diesem Bereich federführenden Stadtverwaltung einigen – auch mit dem Bauhof, der Schilder und Absperrungen aufstellt und abbaut, sowie der Stadtreinigung, die vor einer Wiederfreigabe der Straßen diese kehrt.

    Sieben Autos abgeschleppt

    Die Halteverbote hatte der Bauhof mindestens 96 Stunden vor der Räumung der Straßen am Dienstag aufzustellen. An Morgen des Großereignisses schaute dann eine Polizeistreife nach, notierte die Kennzeichen noch parkender Fahrzeuge, suchte nach den Haltern und ließ letztendlich sieben Autos zum Volksfestplatz „umsetzen“ – nicht „sicherstellen“ (in den vergangenen Jahren immer nur eine Handvoll).

    Bei der Kontrolle der Absperrungen war auf genügend Platz in gleich sechs 90-Grad-Kurven für die Motivwagen zu achten, auf freie Rettungswege (auch zu den Häusern und Wohnungen der Innenstadt) und auf die Umleitungsstrecken.

    Ab 7.30 Uhr war am Dienstag die erste Schicht der Polizei im Einsatz. Sie kümmerte sich auch um die Anfahrt der „verkehrsicheren“ Motivwagen, auf denen noch keine Mitfahrer geduldet waren und auf die erst beim Aufstellen am Spitalseeplatz montiert werden durfte, was im Straßenverkehr nicht erlaubt ist (etwa das Verdecken der Fahrzeugbeleuchtung).

    An alles denken

    Störungen von außen und durch die Veranstaltung möglichst auszuschließen, erforderte in den Wochen vor dem Umzug das Durchspielen unterschiedlicher Szenarien, wobei Michael Dros auch an Anschläge durch Terroristen zu denken hatte: Was ist zu tun, wenn ein herrenloser Koffer irgendwo steht? Was ist zu tun, wenn ein Wagen umkippt? Welche „Eingangstore“ an der Strecke sind zu sichern? Wo müssen Polizisten mit und ohne Uniform präsent sein?

    Feuerwehr kam zu spät

    Um 11.20 Uhr sollten vor dem Umzug die Ordner durch die Polizei eingewiesen werden, doch die zwei Fahrzeuge und sechs Mann der Schweinfurter Feuerwehr hatten Verspätung, weshalb erst um 11.50 Uhr die Polizei die wichtigsten Punkte mit den Ordnern erörterte (16 Aktive des THW samt fünf Fahrzeugen sowie weitere 40 Helfer der ESKAGE, der Antöner Narrenelf, der Schwarzen Elf und der Schwebheimer Feuerwehr). Gebraucht werden die Ordner nicht nur an den von den jährlich bis zu 20 000 Zuschauern bevorzugten Plätzen, wo ein jeder in der ersten Reiche stehen möchte, sondern auch und gerade in den ruhigeren Bereichen, wo mitunter Fußgänger, Radler und selbst Autofahrer Absperrungen ignorieren.

    Nicht an der Besprechung teilnehmen mussten die Ordner der einzelnen Gruppen, deren Aufgabe es ist, aufzupassen, dass niemand unter die Räder der Motivwagen kommt.

    Mit dem Ende des Umzugs vor dem Rathaus endete für die Polizei der Einsatz nicht. Anschließend ist alljährlich Party auf dem Marktplatz (bis 20 Uhr) angesagt, danach wird in den Kneipen gefeiert. Für die meisten Polizisten und die Sicherheitswacht der zweiten Schicht ist aber noch vor Mitternacht alles vorüber, alles vorbei.

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