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    WERNECK

    „Jahrhunderteinsatz“ für die Wernecker Wehr

    „Alles live, alles echt“ heißt es im Einsatzalltag der Feuerwehren. So auch auf der Jahresversammlung der Wernecker Floriansjünger. Gerade als Kommandant Thomas Baucke von neuen Standards der Atemschutzwerkstatt berichtete, erklang beim Kreisbrandinspektor Reinhold Achatz Alarm: Die beiden Vertreter der Kreisbrandinspektion mussten prompt zu einem Wohnungsbrand in Wülfershausen eilen.

    „Alles live, alles echt“ heißt es im Einsatzalltag der Feuerwehren. So auch auf der Jahresversammlung der Wernecker Floriansjünger. Gerade als Kommandant Thomas Baucke von neuen Standards der Atemschutzwerkstatt berichtete, erklang beim Kreisbrandinspektor Reinhold Achatz Alarm: Die beiden Vertreter der Kreisbrandinspektion mussten prompt zu einem Wohnungsbrand in Wülfershausen eilen.

    Gerade wegen der ständigen Einsatzbereitschaft auf allen Ebenen war es für die Verantwortlichen der Moment, Danke zu sagen. Im Begleitheft wurde die Feuerwehrarbeit auf über 130 Seiten vorgestellt.

    Für die 102 aktiven Feuerwehrler war 2016 kein leichtes Jahr. Im Mittelpunkt des Rückblicks stand der Brückeneinsturz bei Schraudenbach am 15. Juni mit einem Toten und zahlreichen Verletzten. Thomas Baucke sprach von einem „Jahrhunderteinsatz“, bei dem sieben Rettungshubschrauber und allein 43 Feuerwehrleute aus Werneck im Einsatz waren, insgesamt 200 Stunden lang.

    „Die Leute, die noch laufen konnten, sind rumgelaufen wie die Mumien“, erinnert sich der Kommandant. Viele der verunglückten Bauarbeiter waren mit Beton bedeckt. Tiefe Löcher, Flüssigbeton und hervorstehende Eisenteile machten die Situation auch für die Helfer gefährlich. Teilweise ging es zur Personenrettung zehn Meter in die Höhe. Gemeldet worden war ein Halleneinsturz: Kollabierende Autobahn-Brücken kannte vorher nicht einmal das Alarmierungssystem.

    Auch sonst gab es bei den 142 Einsätzen, davon 41 Brandeinsätze und 72 technische Hilfeleistungen, manch Überraschungen: vom lichterloh brennenden Auto eines Niederwerrner Feuerwehrkollegen bis hin zu einem an „Cobra 11“ erinnernden Pkw-Flug über die Mittelleitplanke, beides im April auf der A 7. Nervenstärke war bei freigebrannten Stromanschlüssen im Keller ebenso gefragt wie nach der Kollision eines Pferdanhängers mit einem Wohnmobil. Bei Schwanfeld brannte ein Mähdrescher mitsamt Acker, bei Maßbach gab es gegen Jahresende ein Flammeninferno auf dem Autoschrottplatz.

    Trotz 10 015 Fahrzeug-Kilometern ist die Zahl der Einsätze selbst leicht rückläufig. Zum Ernstfall kamen 99 Übungen mit 1339 Teilnehmern und 3499 Stunden. Beim Ferienspaß und der Hochzeit eines Feuerwehrkameraden in der Schlosskirche durfte es die Wehr etwas ruhiger angehen lassen.

    Vereinsvorsitzender Stefan Hein, Vertreter von aktuell 57 (statt 55) passiven Mitgliedern, rührte die Werbetrommel fürs Zeltfest des nunmehr eingetragenen Vereins, es wird vom 27. bis 30. Juli zusammen mit TSV und Brauerei gefeiert. Im Jahr darauf steht der Gemeindefeuerwehrtag ins Haus (vom 23. bis 24. Juni 2018) mit der Einweihung des neuen Rüstwagens.

    Viel Lob gab es für die hervorragende Jugendarbeit, mit derzeit 19 Nachwuchskräften, die 17 Übungen absolviert haben. Die selbst schon einsatzerprobte Jugendwartin Nicole Kreuzpaintner berichtete von den Aktivitäten, darunter auch die zufällige Rettung eines kleinen Hundes bei der Feuerwehrrallye. Die 25 ABC-Erkunder um Stephan Wildegger und Vize Manuel Rumpel traten zu 240 Übungen und 114 Einsätzen an. Möglich wurde dies nicht zuletzt die Arbeit der Gerätewarte, die 2345 Stunden investierten, allein 1015 Stunden für die Atemschutzgeräte.

    Einen Extradank gab es von Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl, der neue Mannschafts-Transportwagen sei für dieses Haushaltsjahr vorgesehen. Auch ohne Geräteanschaffungen zahle der Markt jährlich rund 200 000 Euro für zwölf Wehren und insgesamt 536 Feuerwehrler: etwa für Betankungen. Dennoch sei das eine kleine Summe im Vergleich zum realen Einsatzwert. Auch hier galt das Lob besonders der Jugend.

    „Wir machen das alles freiwillig“, betonte Fach-Kreisbrandmeister Ralf Weber in Vertretung der alarmierten Kreisbrandinspektion. 30 oder 45 Jahre bei der Wehr seien ein echter Ansporn für die Jugend.

    Auf der Ehrungsliste standen dann Hermann Dereser, Karl Graf und Marco Schafhauser sowie zweiter Kommandant Christian Kullick für 20 Jahre aktiven Dienst. 25 Jahre bei der Feuerwehr ist Matthias Monz, 30 Jahre im Dienst ist Jürgen Baumgartl. Aufgrund der Vollendung des 63. Lebensjahres scheidet Alfred Schafhauser aus dem aktiven Dienst, den er 45 Jahre geleistet hat.

    Auch die passiven Mitglieder wurden gewürdigt: Wolfgang Keller ist 40 Jahre dabei, Peter Seybold 50 Jahre. Ottmar Weißenberger zählt bereits seit 60 Jahren zu den passiven Unterstützern.

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