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    SCHWEINFURT

    Stadtarchiv kommt nicht ins neue Kulturforum

    Im Kulturforum am Martin-Luther-Platz wird aber die Industriegeschichte jetzt doch eine große Rolle spielen.

    Einen ungewohnten Erfolg hat die SPD-Fraktion bei den laufenden Etatberatungen für sich verbuchen können: Einstimmig wurde am Dienstag beschlossen, dass die Industriegeschichte der Stadt im neuen Kulturforum am Martin-Luther-Platz eine wichtige Rolle spielt.

    Großer Erfolg für die SPD

    Ein einmütiges Ja gab es auch zur Forderung, in die Gesamtkonzeption die lebendige Soziokultur etwa der Disharmonie aufzunehmen, und zur Anregung, die Förderung als Landesmuseum zu prüfen, was der Stadt, sollte es klappen, viel Geld spart.

    Nein sagte eine Mehrheit (11:4) zum Punkt vier im SPD-Antrag, zur Konzepterarbeitung 100 000 Euro in den Haushalt 2018 einzustellen. Die SPD konnte damit gut leben, zumal Finanzreferentin Anna Barbara Keck darauf hinwies, dass mit den geplanten 350 000 Euro neben dem Architektenwettbewerb auch das Museumskonzept finanziert werde. 2019 seien dafür weitere 100 000 Euro vorgesehen.

    Museum Otto Schäfer als neuer Standort fürs Stadtarchiv favorisiert

    Vor der Debatte hatte Baureferent Ralf Brettin zwei Machbarkeitsstudien fürs Kulturforum präsentiert. In beiden werden die erworbene Reichsvogtei mit dem Alten Gymnasium und dem Stadtschreiberhaus durch einen Mittelbau verbunden, wobei der massiven Überbauung in Variante 1 der Innenhof zum Opfer fiele. Brettin favorisierte deshalb die sehr viel aufgelockerte Variante zwei, die einen Haken hat: Das Raumangebot wird kleiner. Um das zu lösen, schlug die Bauverwaltung vor, das eingeplante Stadtarchiv rauszunehmen. Dieses sei dort verzichtbar, weil die Ziele des Forums Begegnung und Unterhaltung seien und ein Stadtarchiv die „am wenigsten große Publikumswirkung hat“, sagte Brettin.

    Als neue Standorte für das heute noch im Friedrich-Rückert-Bau (FRB) angesiedelte Stadtarchiv nannte Brettin das Museum Otto Schäfer (MOS) und die Spinnmühle am Main (gehört der Stadt), möglicherweise unter Hinzunahme des Nachbarhauses (müsste gekauft werden).

    In der Diskussion gab es mehr Befürworter fürs MOS wegen der schon vorhandenen Technik zum Erhalt alter Bücher und Dokumente. Aber auch die Spinnmühle hatte ihre Fans, weil der Stadteingang bei entsprechender Sanierung profitiere.

    Zukunft des Rückert-baus ist ungewiss Adi Schön (prosw) forderte, in die Machbarkeitsprüfungen auch den FRB als dritte Alternative einzubeziehen, also das Stadtarchiv dort zu lassen, wo es ist. Brettin sagte das zu, schränkte aber ein, dass es keine Erweiterungsmöglichkeiten gebe, der FRB stark sanierungsbedürftig sei und es Pläne für eine größere City-Garage nebenan im Graben gebe.

    Die SPD hatte in ihrem Antrag noch gefordert, das Stadtarchiv im Kulturforum unterzubringen. Nach dem Vortrag von Brettin nahm sie diese Forderung zurück, was wiederum Voraussetzung vor allem für die CSU war, den anderen Anliegen der SPD zuzustimmen. Das fiel der CSU relativ leicht, weil auch sie die Darstellung der Industriegeschichte für nötig erachtete.

    Ralf Hofmann wies noch darauf hin, dass sie in den bisher bekannten Konzepten „eine untergeordnete Rolle gespielt hat“. Deshalb auch habe die SPD den Antrag gestellt, weil im neuen Kulturforum die „letzte große Chance ist, die Industriegeschichte in allen Facetten angemessen abzubilden“.

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