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    OBBACH

    Corinna Bandorf wurde in Obbach als Pfarrerin eingeführt

    Auch wenn Pfarrerin Corinna Bandorf im Gemeindebrief auf Oberfränkisch (mit Untertiteln) gedichtet hat: Sie stammt aus der Gegend.

    Das Maß aller Dinge: Pfarrerin Corinna Bandorf hatte in Obbach ihren Zollstock dabei. Foto: Uwe Eichler

    Auch wenn Pfarrerin Corinna Bandorf im Gemeindebrief auf Oberfränkisch (mit Untertiteln) gedichtet hat: Sie stammt aus der Gegend. Die Sennfelderin wurde offiziell in ihr Amt eingeführt.

    Die Kirche war randvoll, als Vakanzpfarrer Johannes Jurkat zum Festgottesdienst begrüßte. „Vom Patron präsentiert, vom Landeskirchenrat ernannt“, wurde die 37-Jährige eigentlich schon mit Wirkung vom 1. März Obbacher Pfarrerin.

    Auch mancher Wegbegleiter aus dem Dekanat Bad Berneck hatte sich am Sonntagmorgen eingefunden. Dekan Oliver Bruckmann übernahm die „Installation“ , unter dem Seitenblick von Jubilar Martin Luther selbst, als Porträtbild. Es sei das „eine göttliche Wort“, auf das es ankomme, so Bruckmann: nicht als „sich anpredigen“, sondern als liebevolle, treue Weitergabe an Kinder und Gemeinde.

    Auch Gäste aus Gefrees

    Mit zum Altar schritten zwei Assistenten aus der bisherigen Kirchengemeinde Gefrees, außerdem Vater Helmut Bandorf, Elisabeth Baum als Vertrauensfrau des Kirchenvorstands sowie Kirchenvorstand und Prädikant Gerhard Spengler, der vor Kurzem an gleicher Stelle zum ehrenamtlichen Prediger erhoben worden ist.

    Nach ihrem Theologiestudium in Neuendettelsau, Marburg und München hat Bandorf das Vikariat in Nürnberg absolviert, im April 2012 erfolgte die Ordination in Gefrees.

    Eines ihrer Anliegen ist die Auseinandersetzung mit dem Pfarrerbild im 21. Jahrhundert. In der Auftakt-Predigt ging es um das Finden moderner Glaubensmaßstäbe, unter Bezug auf die Lesung aus dem Markusevangelium: die Geschichte von der armen Witwe, die ihr Scherflein in den „Gotteskasten“, die „Spendenbox“, legt und damit bei Jesus auf mehr Wohlgefallen stößt als die Gaben der Reichen.

    Auf das menschliche Maß, Perfektion und „gerade Wände“ komme es im Glauben nicht an. „Gottes Liebe ist maßlos“, sagte die als herzlich und kreativ bekannte Seelsorgerin, die zur Verdeutlichung einen Zollstock dabeihatte. Den hatte sie sich auf dem Weg zu ihrer neuen Wirkungsstätte schnell noch im Baumarkt besorgen wollen – und am Ende einfach geschenkt bekommen. Außerdem hat sie festgestellt, wie leicht sich dieser unscheinbare Zollstock zum Kreuzsymbol formen lässt.

    „Es ist gut, dass das Schiff wieder eine Führung bekommen hat“, stellte Andreas Schäfer für die Patronatsfamilie fest, mit Dank an alle Vertreter im Jahr der Vakanz. Julia Butz überbrachte ökumenische Grüße für die katholische Pfarreiengemeinschaft St. Martin im Oberen Werntal, Wolfgang Weich hatte als „Senior“ des Pfarrkapitels Bilder der Kollegen und eine Lupe dabei. Buchstabensuppe gab es von Renate Käser als Landessynodale, in Erinnerung an Luthers Verweis auf die Schrift als Maßstab.

    Bürgermeister Arthur Arnold hätte für die neue Anwohnerin in der Ortsmitte auch noch einen Zollstock der Interkommunalen Allianz parat, mit dem Slogan „Innenentwicklung ist in“. Außerdem vertrat der Rathauschef die Amtskollegen aus Poppenhausen und Wasserlosen: Immerhin sind es 15 Dörfer in drei Gemeinden, die nun betreut werden müssen. Die passenden Ortspläne hatte Elisabeth Baum dabei, Poppenhausens Rektor Peter Volz sprach für die Schulen. Die Kindergartenkinder überreichten draußen Blumen, den musikalischen Rahmen gestalteten Flötenkreis und Ökumenischer Chor.

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