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    GEROLZHOFEN

    Datenweiche trennt Bits und Bier

    Nein, „aus der Dadenleidung kommt kein Bier“. Im Brauerei-Gasthof Weinig in Gerolzhofen wird immer noch ganz traditionell gezapft. Doch schlecht wäre das doch nicht, meinte der oberfränkische Mundartkabarettist Rainer Dohlus bei der Vorstellung seines gleichnamigen Programms in der Gastwirtschaft Weinig-Wehner.

    Rainer Dohlus weist sein Publikum auf kabarettistische Art und Weise auf die Gefahren einer totalen Vernetzung hin. Sel... Foto: Karin Sauer

    Nein, „aus der Dadenleidung kommt kein Bier“. Im Brauerei-Gasthof Weinig in Gerolzhofen wird immer noch ganz traditionell gezapft. Doch schlecht wäre das doch nicht, meinte der oberfränkische Mundartkabarettist Rainer Dohlus bei der Vorstellung seines gleichnamigen Programms in der Gastwirtschaft Weinig-Wehner.

    Im Moment werde ja ganz Deutschland verkabelt und auch hier in Gerolzhofen seien massenweise neue Kabelrohre verlegt worden. Der Gedanke, durch diese Leerrohre nicht nur Glasfaser zu jagen, sondern auch Bier, sei doch gar nicht so abwegig, so Dohlus.

    Aus diesem Grunde habe er auch eine „Bierdatenweiche“ erfunden. Sie ist imstande Bier und Glasfaser zu trenne, man schlage also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe und bequem wäre es außerdem. Keine Kästen oder Flaschen mehr heimschleppen, einfach genial, schwärmt Dohlus.

    Wer wisse aber schon, ob nicht vielleicht das Bier schlecht wird, bei all dem Mist, der durch die Datenleidung fließe, kommt er dann doch wieder schnell ins Grübeln. Rainer Dohlus, der seit 1981 auf der Bühne steht, in zahlreichen Theatergruppen mitwirkt und seit 2013 im Ensemble der Landesbühne Oberfranken ist, schaut genau hin.

    Menschheit ohne Information

    Gnadenlos seien wir heute vernetzt, ohne Netz und Smartphone gehe doch gar nichts mehr. Nicht mehr ständig erreichbar zu sein, vergessen von der Welt, das sei heutzutage einfach unvorstellbar. Ohne Netz wäre die Menschheit bar jeder Information, denn das Netz wisse alles, „leider auch über uns.“

    Dohlus warnte daher das männliche Publikum davor, insgeheim „gewisse Seiten“ im Netz zu öffnen. Es räche sich, denn nichts bleibe geheim. Dohlus' Gedankenwelt ist gnadenlos. Er denkt alles bis zum bitteren Ende durch, gibt dem Publikum daher Tipps, sich der Netztyrannei zu entziehen.

    Vor allem warnte er vor der „personalisierten Werbung“. Einmal im Internet eine gelb gestreifte Hose bestellt, die Bestellung hafte an einem bis zum Lebensende, unkt der Kabarettist.

    Zu Rainer Dohlus' Auftritten servierte der Brauerei-Gasthof ein Drei-Gänge-Biermenue, das Bier selbstverständlich aus dem Zapfhahn. Es ist eine neue Art der Veranstaltung, die Claudia und Paul Wehner den Gerolzhöfern damit geboten haben, die bei der Premiere allerdings nur zögerlich angenommen wurde.

    ks

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