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    SCHWEINFURT

    Sexuelle Belästigung: Aussage gegen Aussage

    Eingestellt gegen eine Geldauflage von 2000 Euro an „Frauen helfen Frauen e.V.“ wurde ein Verfahren wegen sexueller Belästigung gegen einen 44 Jahre alten Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma aus dem Landkreis Bad Kissingen.

    Der Mann, Schichtleiter der in der Erstaufnahmeinrichtung in den ehemaligen Ledward-Kasernen in Schweinfurt tätigen Firma, erhielt einen Strafbefehl, gegen den er Einspruch erhob. Vorgeworfen wurden ihm drei Fälle von sexueller Belästigung gegen zwei seiner Mitarbeiterinnen, die im Winter diesen Jahres passiert sein sollen.

    An den Hintern gelangt

    Bei gemeinsamen Streifen soll er in einem ehemaligen Lagerraum zwei Mal unvermittelt einer 27 Jahre alten Mitarbeiterin in die Hose und an ihr Gesäß gelangt und sie mit nicht zitierfähigen Worten zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben. Das Gleiche, auch in dem Lagerraum während einer Streife, habe sich mit einer 32 Jahre alten Mitarbeiterin ereignet. Beide Opfer machten dem Angeklagten sehr deutlich, dass sie sich belästigt fühlten.

    Polizist empfand Opfer als glaubwürdig

    Vor Gericht erwies sich der Fall aber als kompliziert. Die Frauen hatten den Angeklagten, nachdem ein Gespräch mit dem Objektleiter aus ihrer Sicht unbefriedigend verlief, Mitte April angezeigt. Der sie vernehmende Polizeibeamte erinnerte ihre Schilderungen als glaubwürdig. Der Angeklagte wies die Vorwürfe von sich, „ich habe das nicht gemacht.

    “ Hintergrund sei aus seiner Sicht ein Komplott, da er einen Fehler, den der damalige Freund der 27-Jährigen beim Ausstellen von Zugangsberechtigungen gemacht habe, aufgedeckt und gemeldet habe. Der Freund sei versetzt worden. Er habe mit der 27-Jährigen ein freundschaftliches und der 32-Jährigen ein kollegiales Verhältnis gehabt, von den Anschuldigungen sei er „total überrascht“ gewesen.

    Angst vor Vertuschung

    Die Opfer schilderten die Übergriffe detailliert, konnten sich aber nicht erinnern, wann es gewesen war. Die 27-Jährige erklärte, der Angeklagte habe sie nicht nur in den angezeigten Fällen, sondern auch in anderen begrapscht und auch in seinem normalen Umgang mit ihr professionelle Distanz vermissen lassen. Sie habe sich geschämt und erst nach dem Gespräch mit dem Objektleiter Anzeige erstattet, weil sie fürchtete, der Fall werde unter den Tisch gekehrt.

    Der Objektleiter wiederum erklärte, er könne sich nicht vorstellen, dass der Angeklagte das ihm Vorgeworfene wirklich getan habe. Da der genaue Tatablauf wegen fehlender Zeugen nicht rekonstruiert werden kann, stimmte auch die Staatsanwaltschaft der vom Verteidiger angeregten Verfahrenseinstellung zu.

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