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    SCHWEINFURT

    Das Geld liegt auf Schweinfurts Dächern

    Das Warten auf das im Rahmen des städtischen Klimaschutzprogramms in Auftrag gegebene Solarpotenzialkataster hat sich gelohnt. Auf 13000 von 23728 könnte sich eine Photovoltaikanlage lohnen.

    Das Potenzial für Solaranlagen in Schweinfurt ist erstaunlich hoch. Foto: Thinkstock

    Das nun dem Bauausschuss vorgestellte Kataster zeigt, dass bei 13 000 von 23 278 Gebäuden in Schweinfurt es wegen der entsprechenden Neigung und Ausrichtung Sinn ergeben würde, eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Das sind deutlich mehr als die Hälfte aller Häuser.

    Großes Potenzial

    Das Energie-Potenzial ist riesig, auch wenn ein Kataster in erster Linie nur Auskunft darüber gibt, ob Ausrichtung und Neigung des Daches des jeweiligen Hauses so sind, dass es am besten die Sonneneinstrahlung im Laufe eines Jahres nutzen kann und nicht, ob der Bau einer Anlage auch tatsächlich technisch möglich ist, sprich der Dachstuhl auch das zusätzliche Gewicht einer Photovoltaikanlage aushält.

    Dennoch: Als potenziell für Solarthermie möglich wird eine Dachfläche von 2,7 Millionen Quadratmetern mit 249 000 kWp gesehen, der Stromertrag beträgt theoretisch bis zu 219 Gigawattstunden/Jahr und die CO2-Einsparung 107 000 Tonnen pro Jahr.

    Diese Werte, die Stefan Rieder von der das Kataster erstellenden Firma tetraeder.solar GmbH aus Dortmund vorstellte, beeindruckten die Baustadträte. Wie das Konzept, das auf einer aktuellen Befliegung aus dem Sommer diesen Jahres basiert. Mit Hilfe von Luftbildern und Lasermessungen wurde ein dreidimensionales Modell der Stadt erstellt.

    Detailreiche Internetseite

    Auf der städtischen Internetseite www.schweinfurt.de wird bald der Unterpunkt solare-stadt freigeschaltet, so dass jeder Firmenbesitzer und jeder Privatmann sehen kann, welches Potenzial sein Haus hat. Die Internetseite ist von beeindruckender Tiefgründig- und Ausführlichkeit, ersetzt aber nicht die spätere Beratung durch eine Fachfirma. Durch die Luftbilder und Gebäudeumringe aus dem Liegenschaftskataster war man in der Lage, für jedes Gebäude unter Berücksichtigung von Verschattungen durch Nachbarhäuser oder eigene Gebäudeteile, die Vegetation oder das Gelände zu sagen, ob Photovoltaik oder Solarthermie zur Heizungsunterstützung und Warmwasseraufbereitung sinnvoll ist. Mit angegliedert ist auch ein Grünflächenkataster, bei dem auch berücksichtigt ist, dass die Neigung der Dächer höchstens bis zu 30 Grad betragen darf.

    Stadt muss intensiv bei Bürgern werben

    Herbert Wiener (SPD) lobte das Kataster, empfand es aber in der Handhabe als zu kompliziert für Privatleute. Er wie auch Uli Hader und Rüdiger Köhler (beide CSU) sowie Ulrike Schneider (SWL/FW) forderte, dass man als Stadt nun auch Taten folgen lassen muss – sprich, selbst Vorbild sein und die städtischen Gebäude auf eventuelle Nutzung prüfen und natürlich für das Kataster bei den Bürgern werben. Umweltreferent Jan von Lackum nahm die Anregung von Rüdiger Köhler, einen Flyer zum Kataster zum Beispiel mit der Abwasser- oder der Grundsteuer-Abrechnung zu verschicken, gerne auf. Reginhard von Hirschhausen (Bündnis 90/Die Grünen) sprach gar „von einer professionellen Steilvorlage für die Bürger.“

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