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    SCHWEINFURT

    Doppelter Elch-Nachwuchs im Wildpark

    Große Überraschung am Vatertag: Elchkuh Daya hat Zwillinge zur Welt gebracht. Nicht einmal die Mitarbeiter wussten mit Sicherheit, ob sie überhaupt trächtig ist.

    Jetzt gibt es vier Wildpark-Elche: Kuh Daya mit den frisch geborenen Zwillingen. Alle sind wohlauf. Foto: Florian Dittert

    Was für eine Überraschung war das am Donnerstag im Wildpark Schweinfurt: Elchkuh Daya hat Zwillinge zur Welt gebracht. Sogar die Mitarbeiter waren sich nicht sicher gewesen, ob Daya überhaupt trächtig ist. Eine Ahnung war seit ein paar Tagen da, Gewissheit gab es nicht. „Man sieht bei Elchkühen erst sehr spät, dass sie tragend sind“, erzählte später ein bestens gelaunter Thomas Leier, der Leiter des Wildparks. Nicht nur Elch Lasse hat sich über das Geschenk zum Vatertag gefreut.

    Am Vormittag hatte eine Tierpflegerin bemerkt, dass sich die fünfjährige Elchkuh anders verhält als üblich. Sie war unruhig, deshalb behielt man sie im Auge. Dass es dann tatsächlich so weit war, bemerkten dann allerdings zuerst die Besucher. Daya hatte sich für die Geburt einen Platz ganz nah am Zaun ausgesucht, ein echter Glücksfall für die zahlreichen Feiertagsausflügler.

    Blitzgeburt in einer halben Stunde

    „Ich hatte den Anruf, dass ich kommen soll, um 13.08 Uhr – zwei Minuten später war schon das Zweite da“, erzählte Thomas Leier. Nach nicht mal einer halben Stunde waren beide Elchkinder auf der Welt.

    Für Daya sind es die ersten Kälber, und sie machte sofort alles richtig. Sie schleckte die Kleinen sorgfältig ab, während die Kälber schnell versuchten, auf die Beine zu kommen. Da Elche Fluchttiere sind, ist das sehr wichtig. Noch ganz unsicher auf den langen Stelzen machten die Kälber die ersten Gehversuche, fielen immer wieder um, staksten tollpatschig umher – ein großer Spaß für die Besucher. Nach gut zwei Stunden standen die Zwillinge dann schon verhältnismäßig sicher im Laub. Nach allem, was man bisher sagen kann, sind sie vollkommen gesund. Welches Geschlechte die Jungtiere haben, ist übrigens noch unklar.

    Die Kälber stärkten sich mit der wichtigen "Biestmilch"

    Auch das Säugen klappte gleich, die Kälber tranken bei ihrer Mutter die sogenannte „Biestmilch“. Darin sind – ähnlich wie bei der menschlichen Muttermilch – viele wichtige Stoffe wie Proteine, Enzyme und Antikörper enthalten. Die Biestmilch stärkt das Immunsystem der Jungtiere, so Leier.

    Dass Daya beim ersten Mal gleich Zwillinge bekommen hat, ist für Elche nicht ungewöhnlich. „Zwillinge kommen öfter vor, manchmal gibt es sogar Drillinge“, sagte der Tierparkleiter. Der Grund sei, dass in freier Wildbahn viele Elchkälber Fressfeinden zum Opfer fallen oder an Parasitenbefall sterben.

    Vater Lasse beobachtet seine Familie aus der Ferne

    Der Vater der Zwillinge, Wildpark-Wappentier Lasse, beäugte seinen Nachwuchs. Daya allerdings wies ihn in die Schranken, zeigte Dominanz – sie ist ohnehin die Chefin im Elchgehege. In der Natur sind die Tiere Einzelgänger, die Bullen haben keinen Anteil an der Aufzucht der Kälber. Um Mutter und Kinder nicht zu stressen, wurde Lasse deshalb nun für zwei Wochen in ein abgetrenntes Gehege gebracht, von wo aus er seine Familie beobachten kann.

    Mit knapp zwei Jahren ist Lasse laut Thomas Leier ein junger Elch-Vater. Normalerweise setze die Geschlechtsreife mit zwei bis zweieinhalb Jahren ein, jedoch gebe es Hinweise, dass Elchbullen in Obhut des Menschen etwas früher erwachsen werden können. Bislang hatte man die immer wieder beobachteten „Bemühungen“ von Lasse und Daya trotzdem nicht allzu ernst genommen.

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