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    WÜRZBURG

    A3: Schneller Schutz vor Schadstoffen gefordert

    In einem Offenen Brief an den OB und den Stadtrat fordert die Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel e.V. die baldige Wiederaufforstung der A3-Baustelle.

    Eine schnelle Wiederaufforstung der für den Autobahnausbau gerodeten Flächen am Katzenberg fordert die Umwelt- und Gesun... Foto: Thomas Obermeier

    In einem Offenen Brief wendet sich jetzt die Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel e.V. (BI) an Oberbürgermeister Christian Schuchardt und den Stadtrat. Ihre Sprecher weisen darin auf die Problematik des Kahlschlags zwischen den Anschlussstellen Heidingsfeld und Randersacker im Rahmen des A3-Ausbaus hin, dem mehrere tausend Bäume zum Opfer gefallen seien.

    Nach den massiven Rodungen entlang der Ausbaustrecke könnten die Schadstoffe, ausgestoßen von den rund 100 000 Fahrzeugen, die auf der A3 Würzburg täglich passieren, ungehindert ins Stadtgebiet gelangen, heißt es in einer Pressemitteilung dazu. Würzburg sei mit 23 Überschreitungen der Grenzwerte für Feinstaub im ersten Quartal diesen Jahres ohnehin „trauriger Spitzenreiter“ in Bayern.

    Weitere Stickoxidmessungen im Stadtgebiet.

    Als Vertreter der Umwelt- und Gesundheitsinitiative begrüße man, dass im Rahmen der Fortschreibung des Luftreinhalteplans an drei weiteren Stellen im Stadtkern Würzburgs Stickoxidmessungen durchgeführt werden sollen, heißt es in dem Brief, der von Michael Kraus, Dagmar Dewald und Johanna Paul unterzeichnet ist.

    Sie weisen darauf hin, dass der ihrer Ansicht nach größte Umweltverschmutzer in Würzburg die A 3 sei. Am Katzenberg sei zwar eine Messstation für Stickoxide installiert worden, diese allein reiche ihrer Ansicht nach jedoch nicht aus. Deswegen wünschen sie sich eine Messeinheit für alle Luftschadstoffe, einschließlich des Feinstaubs, und weitere Messeinheiten in Heidingsfeld und am Heuchelhof.

    Lärmbelastung der Anwohner hat stark zugenommen.

    Auch die Lärmbelastung der Anwohner habe durch die Rodungen stark zugenommen. Messungen der BI über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren im Wohngebiet am Heuchelhof hätten fast täglich massive Überschreitung der zugelassenen Werte ergeben. Nicht selten seien sogar Spitzenwerte von über 100 dB gemessen worden. Die Grenzwerte lägen aber bei 49 dB in der Nacht und 59 dB am Tag. Die von der Autobahndirektion vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen allein würden daher nicht ausreichen, schreiben die BI-Vertreter.

    Sie schlagen vor: Die Stadt Würzburg solle sich bei der Regierung von Unterfranken und der Autobahndirektion dafür stark machen, dass auf den gerodeten Flächen zeitnah ein Waldgürtel mit großen Bäumen wieder angelegt werde, der seine Filterfunktion vor Luftschadstoffen und Lärm heute schon und nicht erst in 20 Jahren erfüllen könne. Zudem wäre die Wiederaufforstung äußerst wichtig für die Wasserrückhaltung an den steilen Troghängen, heißt es weiter.

    Halsbrecherische Gefällen und unübersichtliche Kuppen.

    Ein weiteres Problem bilde die enorme Steigung zum Heuchelhof durch die Aufschüttungen am Trog. Der so entstandene Fuß- und Radweg werde für Alltagsradler nur schwer überwindbar sein, befürchtet die BI. Ein Befahren der Strecke, die sich zudem Fußgänger und Radfahrer teilen müssen, mit zum Teil halsbrecherischen Gefällen und unübersichtlichen Kuppen, könne lebensgefährlich sein.

    Die Autobahndirektion habe von Anfang an ein Zusammenwachsen der Stadtteile Heidingsfeld und Heuchelhof versprochen. In Wahrheit entstehe jetzt eine fast unüberwindbare Barriere. Die BI appelliert an den OB, sich dafür einzusetzen, dass die Versprechen eingehalten werden.

    Negative Auswirkungen reduzieren.

    Die Initiative sei gerne bereit, bei Planungen der Stadt und des Stadtrats für den Rad- und Fußweg sowie einen Schutzwald mitzuwirken, um die negativen Auswirkungen der A3-Amtsplanung zu reduzieren.

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