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    EISINGEN

    „Eisinger Kombination“ war der Höhepunkt beim Bockbierfest

    Fastenzeit muss nicht trist und langweilig sein. Beim Bockbierfest der Eisinger Blaskapelle in der Erbachhalle waren Gaudi und gute Laune garantiert.

    Fastenzeit muss nicht trist und langweilig sein. Jedenfalls nicht in Eisingen. Beim Bockbierfest der Eisinger Blaskapelle in der Erbachhalle war Gaudi und gute Laune garantiert.

    „Schnupfen, saufen, sägen“

    Vor allem bei den traditionellen Wettbewerben wie Maßkrug stemmen, Gewichtsägen und der Eisinger Kombination hatten die rund 200 Besucher ihren Spaß und feuerten die Teilnehmer kräftig an. Ja, das ist schon was Besonders, diese Kombination: „Schnupfen, saufen, sägen“.

    Wie das geht, erklärte Anselm Rost, Vorsitzender der Blaskapelle Eisingen: „Erst wird eine Prise Schnupftabak in die Nase geschossen, dann müsst Ihr eine Halbe Bier ganz leer trinken und dann ein Kantholz sägen.“ Und das Ganze so schnell wie möglich.

    Sekt statt Bier

    Für die Damen gab es etwas mildernde Umstände, sie durften wahlweise statt Bier ein Glas Sekt leeren.

    Doch es war gar nicht so einfach, Kandidaten für den Eisinger Spezialwettbewerb zu finden. Vor allem die Damen zierten sich etwas. Rost musste seinen ganzen Charme aufbringen, um vier Damen und sieben Herren auf die Bühne zu locken. „A Halbe trink, a weng schnupf, a weng säch, des is doch kee Broblem“, unterstützte ihn Marco Rügemer.

    Und dann ging?s los mit „Kommando Schnupf“. Manchen Damen fiel das Sägen schwer und Rost schritt tatkräftig zur Hilfeleistung. Siegerin in der „Königsdisziplin“ wurde schließlich Kristina Hartwig gefolgt von Maren Hebling auf dem zweiten und Lissi Fesel auf dem dritten Platz. Bei den Männern siegte in der Eisinger Kombination Steffen Strohbach Nick Linzmeier wurde zweiter und Josef Pabst dritter. Den Maßkrug am längsten halten konnte Lissi Fesel bei den Damen und Michael Guckenberger bei den Männern.

    Kräftiges Starkbier

    Lange wurde in Eisingen noch bei süffigem Bockbier aus der Ochsenfurter Kauzen-Brauerei gefeiert. Mit 7,1 Prozent Alkohol und 16,5 Prozent Stammwürze ein „kräftiges, gut gehopftes, malzaromatisches Starkbier, das in den kühlen Kellern der Brauerei besonders lange lagert“, wie Außendienst-Mitarbeiter Norman Siegordner sagte.

    Und wem das nicht reicht: Am Samstag, 25. März, wird in der Ochsenfurter Brauerei erstmals der neu eingebraute Doppelbock „Noctuator“ mit 8 Prozent Alkohol und 18 Prozent Stammwürze angezapft.

    Geschichte des Bockbiers

    Ursprünglich kommt das Bockbier aus der ehemaligen Hansestadt Einbeck in Niedersachsen. Das im Mittelalter gebraute obergärige Bier wurde teilweise sogar bis nach Italien exportiert. Um das Gebräu für die lange Reise haltbar zu machen, braute man es mit sehr hoher Stammwürze ein.

    Seit 1555 ließ sich auch der herzögliche Hof der Wittelsbacher aus Einbeck damit beliefern. Das erste bayerische Hofbräuhaus wurde 1573 auf der Landshuter Burg Trausnitz gegründet und 1589 nach München verlegt. Von 1614 an wurde dort auch ein „Ainpökisch Bier“ gebraut. Daraus wuerde in der Münchner Mundart das Bockbier.

    Paulanermönche aus Italien gründeten 1627 in der Münchner Vorstadt ein Kloster. Strenge Fastenregeln wurden den Mitgliedern vom Orden auferlegt. So durfte unter anderem während der Fastenzeit nur flüssige Nahrung aufgenommen werden. Doch man wusste sich zu helfen und so kam man auf die Idee Bockbier zu brauen. Denn das war nicht nur flüssig sondern auch ziemlich nahrhaft.

    Ab 1629 brauten die Paulanermönche ihr eigenes Bier – und zwar noch stärker als das Bockbier. Der Doppelbock war geboren. ww

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