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    WÜRZBURG

    Wo das Örtchen benutzt werden darf

    Ursprünglich als Service für Touristen gedacht, wird die „nette Toilette“ in Würzburg gerne von vielen genutzt – auf Kosten der Stadt. Eine Bilanz zum Welttoilettentag.

    Würzburg hat knapp 40 „nette Toiletten“ wie hier im Café Muck. Foto: Angie Wolf

    Ursprünglich als Service für Touristen gedacht, wird die "nette Toilette" in Würzburg gerne von vielen genutzt - auf Kosten der Stadt. Eine Bilanz zum Welttoilettentag am 19.November.

    Sie erhalten zwischen 50 und 100 Euro pro Monat, wenn sie ihre vorhandene Toilette zu einer „netten Toilette“ machen: Geschäftsleute in Würzburg, vorwiegend Gastronomen, aber auch Reisebüros und zum Beispiel das Krankenhaus Juliusspital stellen im Rahmen des Projekts „nette Toilette“ ihre WC's zur Verfügung, zum Teil noch dazu Wickeltische.

    Aufkleber der Aktion „Nette Toilette“ sind an der Eingangstür der jeweiligen Einrichtung zu finden. Die Anbieter der Toiletten bekommen von der Stadtverwaltung für die „nette Toilette“ 50 Euro, für den zusätzlichen Wickeltisch noch mal 25 Euro und bei Barrierefreiheit weitere 25 Euro. Die Stadtverwaltung steckt so jährlich circa 35 000 Euro in das Projekt. Gedacht waren sie ursprünglich als zusätzlicher Service für Touristen, aber jeder darf „nette Toiletten“ benutzen.

    Es darf auch etwas kosten

    Es sind wenige, die im Rahmen der „netten Toilette“ eine Gebühr verlangen: meist größere Kaufhäuser. Dass eine Gebühr fürs Örtchen bezahlt werden muss, ist aus dem Prospekt zur „netten Toilette“ ersichtlich. Eigentlich war die ganze Aktion aber ursprünglich als kostenloses Zur-Verfügung-Stellen der WC's gedacht. Es gibt auch Händler, die ihre Toiletten zur Verfügung stellen und nachweislich mehrmals am Tag reinigen lassen – und trotzdem keine Gebühr erheben. Der Baumarkt Obi zum Beispiel mit seinen Niederlassungen in der Paradiesstraße und am Heuchelhof verlangt nichts für die Nutzung.

    Wo der Prospekt zu haben ist

    Genauere Daten über die „nette Toilette“ enthält ein Prospekt, den die Stadtverwaltung aufgelegt hat. Unter dem Buchstaben „H“ gibt es beispielsweise die verschiedensten Lokalitäten, wie die „Hacienda Mexicana“ (Frankenwarte), den Spielzeugladen „Hampelmann“ (Juliuspromenade 60) oder das Haus der Fußgesundheit in der Augustinerstraße 12. Zu haben ist der Prospekt im Bürgerbüro (Rathaus) und in den Tourist Infos im Würtzburg Palais und im Falkenhaus, außerdem bei den meisten Anbietern.

    Zu denen gehören laut Prospekt, der die „netten Toiletten“ alphabetisch auflistet, zu guter Letzt auch der Würzburger Ratskeller (Langgasse 1) und Zeychen und Wunder (Sanderstraße 31).

    Infos auch über öffentliche Toilettenanlagen

    Der Prospekt informiert auch über öffentliche WC's. Dazu gehören beispielsweise Toilettenanlagen in Parkhäusern (Marktgarage, Parkhaus Mitte, Parkhaus Theater) oder der Stadtstrand von April bis September. Bezahlen muss man die öffentlichen in den meisten Fällen, so auch am Hauptbahnhof, sogar im Falkenhaus, und auch in der unterirdischen Toilettenanlage am Sternplatz wird fürs Benutzen Geld verlangt.

    Klaus Walther, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Standortmarketing der Stadt Würzburg, berichtet von nur geringen Irritationen seit Einführung des Projekts Anfang 2012. Der Service gelinge meist dort recht gut, wo ohnehin eine hohe Frequenz von Besuchern zu verzeichnen sei – da falle es nicht auf, ob das Örtchen mehr oder weniger benutzt wird. Andernorts störe schon eine geringe Frequenz. Ein Seniorenheim zum Beispiel habe seine „nette Toilette“ wieder abgemeldet.

    Dank für den „netten“ Service

    Auch, wenn hier und da im Prospekt eine „nette Toilette“ bei einem Anbieter aufgeführt sei, den es so vielleicht gar nicht mehr gibt: meistens, so Walther, führe der nächste Pächter das Angebot fort. Auch Beschwerden, sagt Walther, habe er nie mitbekommen – ganz im Gegenteil. Er erinnert sich an Briefe von Gästen, die sich für den Service bedanken.

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