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    WÜRZBURG

    Mozartschule: Ideen und Hürden

    Gut drei Monate nachdem die Mehrheit der Bürger für die Sanierung der denkmalgeschützten Schule stimmte, geht es um die nächsten Schritte am Moz-Areal.

    Foyer der Mozartschule Foto: Erich Mehrl

    „Wir haben uns zwischenzeitlich Gedanken über die nächsten Schritte gemacht“, erklärte Jörg Töppner bei einer Pressekonferenz der Bürgerinitiative „Rettet das Moz“. Gut drei Monate nachdem die Mehrheit der Würzburger im Bürgerentscheid für die Sanierung der denkmalgeschützten Schule gestimmt hat, geht es um die nächsten Schritte am Moz-Areal.

    „Zeitnahe Voruntersuchungen mit Sonderfachleuten für Denkmalschutz und -Instandsetzungen“, sieht BI-Sprecher Töppner als ersten Schritt. Parallel sollte eine „transparente Diskussion“ über Nutzungskonzepte beginnen. Das Mittel der Wahl, die möglichen kulturellen, schulischen oder touristischen Nutzungen zu diskutieren, seien Bürgerwerkstätten. Bei diesen Foren sollten sowohl die Denkmalinitiativen der Stadt als auch Fachleute dabei sein.

    Die BI ist nicht festgelegt: Sowohl eine rein schulische Nutzung als auch einen Mix aus Bildung und Kultur seien denkbar. Wichtig ist der BI, dass die Nutzungsoptionen in Hinblick auf ihre Finanzierbarkeit diskutiert werden. Töppner: „Je nach Konzept gibt es verschiedene Fördertöpfe, die genutzt werden können.“ Die Erfahrungen ähnlicher Sanierungen, wie einer 50er-Jahre-Schule in Ingolstadt, habe gezeigt, dass eine schrittweise Renovierung im laufenden Betrieb die günstigere Alternative sei. Generell fordert die BI die Stadtverwaltung auf, von anderen zu lernen: Die Sanierung von 50er-Jahre-Denkmälern sei gut untersucht. „Fachliche Informationen über Erhalt und Wandel gibt es reichlich“, sagte BI-Mitstreiter Jörg Fuchs. Dass die Stadt sich „endlich ernsthafte Gedanken“ um die Erhaltung der Schule als Denkmal macht, hofft auch die Heiner-Reitberger-Stiftung. Sie hat das Ziel bereits seit 14 Jahren mit Infos und Führungen unterstützt und will das auch weiter tun.

    Deshalb zeigt die Stiftung ab sofort drei Monate lang zwei Ausstellungen im Foyer der Mozartschule. Diese mussten im vergangenen Sommer Hals über Kopf abgebaut werden, nachdem die Stadtverwaltung sie in der Schlussphase des Bürgerentscheids verboten hatte.

    Ab sofort sind die Dokumentation über das Architekturdenkmal als auch die Fotoausstellung des Frankfurter Architekturfotografen Erich Mehrl wieder aufgebaut. Allerdings muss die Stiftung jetzt dafür 100 Euro im Monat zahlen. Bislang war diese Nutzung kostenlos. Die Stadt begründet die 100-Euro-Rechnung damit, dass die Nutzer des Foyers einen Anteil an den Betriebskosten der Schule zahlen müssen. Laut Rathaussprecher Christian Weiß gilt diese Regelung seit Anfang des Jahres. Stiftungsvorsitzende Suse Schmuck kommentiert das so: „Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass mit bürokratischen Hürden unser ehrenamtliches Engagement erschwert werden soll.“

    Fotos und Dokumente werden im Foyer der Mozartschule bis Mitte Januar gezeigt. Die Schule ist wochentags tagsüber und zu den Öffnungszeiten des Kinos zugänglich. Kostenlose Führungen veranstaltet die Reitberger-Stiftung an jedem ersten Freitag im Monat um 17 Uhr: 6. November Rudi Held, 4. Dezember Petra Maidt, 8. Januar Almut Schaffrath, 5. Februar Suse Schmuck.

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