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    WÜRZBURG

    Durch Würzburg fließt... die Würz?

    Wie der ARD-Moderator Peter Großmann einen neuen Fluss erfand und warum er Würzburg trotzdem so großartig findet.

    Würzburg, Luftbild, Innenstadt Foto: Thomas Obermeier

    Es war der Lacher des Tages: In der Livesendung des ARD-Morgenmagazins am Donnerstag verortete Moderator Peter Großmann (54) die unterfränkische Regierungsstadt Würzburg am Fluss Würz, und sorgte damit für Diskussionen und viel Schmunzeln. Sogar die Stadt Würzburg sprach eine Einladung an die Moderatoren der Sendung aus: „Wir laden Sie zu einer Runde Stadt, Land, Fluss bei uns am MAIN ein“, schrieb die Stadtverwaltung via Facebook. Großmann, der in Dortmund lebt, moderiert seit 1996 den Sport im Morgenmagazin der ARD. Ein Gespräch über Livesendungen, Frankenwein und Burgen.

    Frage: Herr Großmann, wie kam es denn zu Ihrem Besuch in Würzburg?

    Peter Großmann: Vor ungefähr einem Jahr waren Sven Lorig und ich bei einem Freund in Würzburg zu einem Geburtstag eingeladen. Wir standen da also auf dieser wunderbaren Brücke über dem Fluss und tranken Wein. Ich war ganz begeistert: Open-Air-Trinken nach Feierabend. So etwas kennt man ja nicht aus dem Ruhrpott, wo ich wohne.

    Der Wein hat sich also mehr eingebrannt als der Fluss . . .?

    Großmann: Das ist ja eine Livesendung, und als Sven mich plötzlich fragte, welcher Fluss das sei in Würzburg, habe ich spontan geantwortet: die Würz wahrscheinlich. Alle regionalen Gegebenheiten haben wir ja nicht immer sofort präsent.

    Ihre Erfindung, die Würz, wurde dann zum roten Faden der Sendung. Sogar Nachrichtensprecher Jan Hofer machte mit.

    Großmann: Ja, das hat sich durch die gesamte Sendung gezogen. Wir haben dann gerätselt: Fließt die Heidel durch Heidelberg, die Dort durch Dortmund oder die Düssel durch Düsseldorf, wobei Letzteres ja tatsächlich stimmt. Bereits während der Sendung gab es viele Anrufe und E-Mails. Natürlich wissen wir, dass Würzburg am Main liegt.

    Wie hat es Ihnen denn gefallen damals?

    Großmann: Würzburg ist eine sensationelle Stadt, ganz toll. Ich bin tatsächlich das erste Mal dagewesen, aber schon sehr oft im Auto vorbeigerauscht. Ich hatte meiner Frau schon oft gesagt, dass wir da eigentlich mal hin müssten. Von der Autobahn aus sieht man ja die Burg. Das ist doch eine Burg?

    Eine Festung. Die Festung Marienberg.

    Großmann: Da oben waren wir auch, und ich war beeindruckt von der Aussicht und den Weinbergen. Im Hofkeller unter der Residenz hatten wir dann eine Weinprobe, das war auch ein wunderbares Erlebnis. Als ich zuhause war, habe ich gleich zwei Kisten Silvaner bestellt, irgendwie hat mich diese Weinkultur in Würzburg total angefixt.

    Als Sportmoderator haben Sie sicher auch den Weg der Würzburger Kickers verfolgt?

    Großmann: Klar, ich fand es klasse, was Bernd Hollerbach da auf die Beine gestellt hat. Ich finde es sowieso toll, wenn Mannschaften, die niemand auf der Rechnung hat, plötzlich spielen wie die Könige. Leider ist es dann oft so, dass die Spieler selbst zu überrascht sind von ihrem Höhenflug und dann irgendwann einbrechen. So war es ja wohl auch in Würzburg. Wie stehen die Kickers denn aktuell in der Dritten Liga?

    Auf einem guten Mittelfeldplatz. Also, künftig bitte nicht mehr vergessen: Würzburg hat weder eine Würz noch eine Burg.

    Großmann (lacht): Versprochen. Unser Wettermann Donald Bäcker will sich aber noch auf die Suche machen, ob es nicht tatsächlich ein Flüsschen namens Würz irgendwo gibt. Und ein Freund hat mir gemailt: In Recklinghausen wird neuerdings ein Kabarettpreis ,der Hurz‘ verliehen. Die Würzburger könnten ja jetzt auch einen Preis ,die Würz‘ nennen.

     
     

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