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    WÜRZBURG

    Von Würzburg allein kann Würzburg nicht leben

    Mit 860 000 Einwohnern hat Würzburg ein großes Einzugsgebiet. Das ist gut so, sagen Experten. Denn nur so kann der innerstädtische Handel überleben.

    Die Ergebnisse einer Zählung der Passantenfrequenz in Würzburgs Einkaufsstraßen, wie hier in der Domstraße, wurden jetzt... Foto: Tomas Obermeier

    Würzburg ist als Einkaufsstadt attraktiv. Aber es gibt noch Möglichkeiten zur Verbesserung. Dies sind die Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung der Passantenfrequenz in ausgewählten Einkaufsstraßen. Sie wurde jetzt in einer Pressekonferenz vorgestellt.

    Seit 1994 führt die Firma Engel & Völkers Zählungen der Passantenfrequenz in ausgewählten Stadt an ausgewählten Orten durch. 2014 fand diese Zählung zum ersten Mal auch in Würzburg statt, dann noch einmal 2015 und jetzt wieder in diesem Jahr. Gezählt wurde an vier Punkten, der Domstraße, der Juliuspromenade, dem Dominikanerplatz und der Kaiserstraße.

    Bedeutsam für den Einzelhandel

    „Diese Zählungen sind bedeutsam für den Einzelhandel, sie helfen dabei, Strategien zu entwickeln“, erläuterte Holger Klapproth von Engel & Völkers aus Hamburg jetzt bei einem Pressegespräch. „Das Ranking ist gut, Würzburg steht im Vergleich zu anderen Städten gut da“, fasste Udo Fuderer, Geschäftsführender Gesellschafter der Würzburger Niederlassung in der Karmelitenstraße zusammen.

    Am Zähltag, 1. April, wurden zwischen 14 und 16 Uhr am Dominikanerplatz die meisten Menschen gezählt. Es waren durchschnittlich 5316 Passanten pro Stunde. Es folgen die Domstraße (4088), die Juliuspromenade (3169) und die Kaiserstraße (2546). Bundesweit lag der Dominikanerplatz an diesem Tag an 41. Stelle bei der Passantenfrequenz.

    „Also sollten wir uns in Würzburg nicht zurücklehnen.“

    Denn an manchen Stellen, wie zum Beispiel in der Sterngasse, seien Wohnungen mittlerweile offensichtlich lukrativer als Einzelhandelsflächen, meinte Weier weiter. Andere Städte hätten dabei aber noch viel größere Probleme. So gebe es im benachbarten Schweinfurt mit seinem großen ECE–Einkaufscenter zum Beispiel 40 Leerstände in den sogenannte A-Lagen, führte er an.

    Da helfe auch Werbung in anderen Städten nicht. „Abgesehen davon, dass ich das für einen schlechten Stil halte, bringt das auch nichts. Das Wertheim Village zieht gerade einmal ein Prozent Kaufkraft aus Würzburg ab“, so der WümS-Geschäftsführer. „Es ist Aufgabe des Stadtmarketings, hier Frequenzen zu schaffen, das schaffen wir aber nicht alleine, das ist ebenso eine kommunale Aufgabe.

    „Die Stadt muss mit dem Auto erreichbar bleiben.“

    Da sei schon einiges geschehen. Die Eichhornstraße werde derzeit von einer 1B-Lage in eine 1A-Lage umgewandelt, da sei es aus seiner Sicht unabdingbar, dass der Kardinal-Faulhaber-Platz als ein „Ankerplatz“ für die neue Fußgängerzone gestaltet werde. „Die Stadt muss mit dem Auto erreichbar bleiben, sonst sieht das schnell anders aus.“

    Denn Würzburg habe als Oberzentrum eine Sogwirkung, die nächsten größeren Städte wie Frankfurt, Nürnberg oder Stuttgart seien erfreulich weit weg. Das beschere der Stadt ein Einzugsgebiet von rund 860 000 Menschen, bei nur 125000 eigenen Einwohnern.

    „Nur von Würzburg alleine kann Würzburg aber nicht leben“, bekräftigte Weier. „Wir müssen die Stadt attraktiv halten und die Menschen nach Würzburg holen. Die Kunden dann von der Straße zu ,pflücken‘, das ist dann die Sache der Händler.“

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