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    KIRCHHEIM

    Kein Einheimischen-Modell und kein Kinder-Bonus in Kirchheim

    Der Vorverkauf läuft schon: Das Kirchheimer Neubaugebiet „Am Schoppen“ steht kurz vor der Erschließung.

    Der hohe Siedlungsdruck auf das Zentrum Würzburg macht sich auch in den weiter entfernten Umlandgemeinden bemerkbar: Mit dem Neubaugebiet „Am Schoppen“ möchte Kirchheim insbesondere jungen Familien ein neues Zuhause bieten.

    Die Erschließung des 2,5 Hektar großen Gebietes nördlich der Bahnlinie soll im kommenden Frühjahr beginnen, so dass schon im Sommer die ersten Häuser gebaut werden könnten. Die Gemeinde hat vor kurzem den bis zum 18. September befristeten Vorverkauf gestartet.

    Die Pläne lagen schon längere Zeit in der Schublade: Bereits 2005 erlangte der Bebauungsplan Rechtskraft. Es gab aber danach im Gemeinderat keine Mehrheit, das Projekt auch tatsächlich anzugehen. Zu hoch erschienen die Erschließungskosten, zu gering die Nachfrage. „Seither hat sich der Markt grundsätzlich geändert“, erklärt Kirchheims Bürgermeister Björn Jungbauer, warum der Gemeinderat das Neubaugebiet schließlich 2014 doch noch angegangen ist.

    Allerdings war es nötig, den bereits veralteten Plan nochmals gründlich zu überarbeiten: „Die Planungen gingen etwa beim Thema Entwässerung wieder bei Null los.“

    Das Neubaugebiet umfasst insgesamt 35 Grundstücke, davon sind 31 im Besitz der Gemeinde. In den recht hohen Erschließungskosten von etwa 80 Euro pro Quadratmeter schlagen 200 000 Euro für eine bis zu 3,50 Meter hohe Lärmschutzwand entlang der Eisenbahnlinie Lauda-Würzburg und weitere 100 000 Euro für ein Regenüberlaufbecken zu Buche. Dieses ist nötig um eine seit wenigen Jahren vorgeschriebene Entwässerung von Regen- und Brauchwasser im Trennsystem zu ermöglichen.

    Dennoch verfügt die Gemeinde nach Ansicht von Jungbauer und des Gemeinderats über den nötigen finanziellen Spielraum. Die guten Steuereinnahmen und gut gefüllte Rücklagen ermöglichten es, die auf insgesamt 2 Millionen Euro geschätzten Erschließungskosten zu stemmen. Auch würden sie später wiederum über den Grundstücksverkauf in die Gemeindekasse zurückfließen.

    Auf ein Einheimischen-Modell, wie es manche Gemeinden anwenden, wird ebenso verzichtet wie auf Vergünstigungen für Familien mit Kinder.

    Bauzwang

    Dafür gibt es einen im Vertrag festgehaltenen Bauzwang: Spätestens nach fünf Jahren muss das Haus auf dem Grundstück stehen, ansonsten fällt es wieder an die Gemeinde. Dies ist eine Lehre daraus, dass zwar in Kirchheim und dem Ortsteil Gaubüttelbrunn in den vergangenen Jahren mehrere Baulücken verschwunden sind, aber immer noch 80 erschlossene und unbebaute Grundstücke zu finden sind.

    Sorgen, dass die Gemeinde auf den Grundstücken sitzen bleibt, hat Jungbauer nicht: Es hätten sich etwa 20 Interessenten gemeldet und es gebe schon erste verbindliche Meldungen für die voll erschlossenen Grundstücke, die im unteren Teil 110 Euro, im oberen 120 Euro pro Quadratmeter kosten. „Das ist für Kirchheimer Verhältnisse schon viel Geld“, sagt er. „Aber es ist immer noch deutlich weniger als im unmittelbaren Würzburger Umland.“

    Auch sei Kirchheim ein attraktiver Wohnort: Der Bahnhaltepunkt, der ab 2019 im Stundentakt bedient wird, ist fußläufig leicht zu erreichen. Es gibt Kindergarten und Schule, Arzt und Zahnarzt, ein Freibad, ein intaktes Vereinsleben und bald auch einen Supermarkt: „Die Mischung aus Natur, Wohnen und Arbeit stimmt hier“, findet Jungbauer.

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