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    WÜRZBURG

    Erst auf Bischofsstuhl gesetzt, dann Jesuskind entführt

    Ein 28-Jähriger sorgte an Heiligabend im Würzburger Dom für Aufregung. Tags darauf stahl er in der Marienkapelle eine Krippenfigur. Der fehlen nun ein Finger und ein Zeh.

    Gleich zweimal hielt ein 28-Jähriger an Weihnachten die Polizei auf Trab – und sorgte für Aufregung in Würzburger Kirchen. Der erste Vorfall ereignete sich an Heiligabend: Kurz vor Beginn der Weihnachtsmesse im Dom hatte sich der laut Polizeibericht „offensichtlich psychisch angeschlagene“ Mann auf den Bischofsstuhl gesetzt.

    Der Ordnungsdienst musste eingreifen und übergab den 28-Jährigen den hinzugerufenen Polizisten. Da der Mann androhte, diesen und weitere Gottesdienste zu stören, wurde er vorübergehend in Gewahrsam genommen.

    Figur aus Krippe in Marienkapelle gestohlen

    Das Bistum nahm es gelassen: „Unser Bischofsstuhl war sehr kurzzeitig besetzt“, schrieb die Diözese süffisant auf Facebook. Eine Anspielung auf die Sedisvakanz, die besteht, seitdem der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann vor rund 100 Tagen in den Ruhestand gegangen war.

    Ruhe gab der 28-Jährige unterdessen nicht. Kaum wieder auf freiem Fuß suchte er am Ersten Weihnachtsfeiertag die Marienkapelle am Würzburger Marktplatz auf und entwendete dort das Jesuskind aus der dort aufgestellten Krippe.

    Dieb auf Marktplatz gestellt

    Gegen 20 Uhr bemerkte der Messner das Fehlen der etwa 50 Zentimeter großen Krippenfigur und rief die Polizei. Die hatte fast zeitgleich den Täter bereits gestellt: Der 28-Jährige war einer Streife aufgefallen, als er mit dem hölzernen Jesuskind im Arm auf dem Marktplatz unterwegs war.

    Laut Polizeibericht räumte der Mann den Diebstahl umgehend ein. Die Beamten brachten das Jesuskind geradewegs zurück in seine Krippe. Dabei stellte der Messner allerdings fest, dass an der Figur ein Finger und ein Zeh fehlen.

    Störung der Religionsausübung

    Den 28-Jährigen erwartet nun eine Anzeige wegen Diebstahls und Sachbeschädigung. Außerdem wird er sich wegen seines Auftritts an Heiligabend im Dom wegen Störung der Religionsausübung verantworten müssen.

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