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    FRANKFURT / WÜRZBURG

    Der Dalai Lama ruft den Jungen zu: „Baut eine bessere Welt“

    „Was können wir für eine bessere Welt tun?“ Ein 16-jähriger Schüler aus Würzburg wollte es vom relgiösen Oberhaupt der Tibeter wissen.

    In Frankfurt sprach der Dalai Lama mit Schülern über eine bessere Welt. Hier steht er zwischen Eric Bernhard aus Würzbur... Foto: Boris Roessler, dpa

    Der Dalai Lama hat die „Generation des 21. Jahrhunderts“ dazu aufgerufen, eine bessere Welt zu schaffen. „Die Zukunft der Welt liegt in eurer Hand“, sagte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten am Mittwoch in der Jahrhunderthalle in Frankfurt. Er diskutierte dort unter dem Motto „Zukunft gemeinsam gestalten“ mit rund 1800 Schülern und Lehrern. Darunter war auch die Ethikklasse der Würzburger David-Schuster-Realschule.

    Eric Bernhard kam dabei eine besondere Rolle zu. Nicht nur, dass der 16-Jährige zufällig direkt neben dem Dalai Lama saß: Der Würzburger Schüler hatte sich im Vorfeld darum beworben, dem Dalai Lama eine vorbereitete Frage stellen zu dürfen – und zu den glücklichen zehn Jugendlichen gehörte, die zum Zug kamen. „Ich habe ihn gefragt, was junge Menschen für eine bessere Welt tun können, weil die aktuellen Machthaber oft profitorientiert sind“, verriet er der Redaktion.

    Und die Antwort des religiösen Oberhaupts der Tibeter? „Er hat geantwortet, dass wir unseren Mitmenschen mehr Nächstenliebe entgegenbringen und weniger Wert auf materielle Dinge legen sollten. So könnten die Machthaber von morgen es besser machen“, fasst Eric Bernhard die Worte des 82-Jährigen zusammen.

    „Eine tolle Erfahrung“

    Die Antwort passt zur Kernbotschaft, die der Dalai Lama in Frankfurt vermittelte. Für eine friedlichere und gerechtere Welt brauche es mehr Menschlichkeit, betonte er. Anstatt andere Menschen nach ihrer Herkunft, Religion oder ihrem Aussehen zu unterscheiden, sollten sie jeden als ihren Bruder oder Schwester betrachten, empfahl der Dalai Lama den Jugendlichen während der gut zweistündigen Podiumsdiskussion. „Wir können nicht gleichgültig bleiben, wenn es unseren Nachbarn schlecht geht.“

    Der Schlüssel zu Veränderung liege bei den Jugendlichen und deren Ausbildung, betonte der Dalai Lama, der noch bis zu diesem Donnerstag in Frankfurt zu Besuch ist. Das aktuelle Bildungssystem vermittle vor allem Wissen in Form von materiellen Werten. Dies liege auch daran, dass die Bedeutung der Religionen zurückgegangen sei. Er forderte, innere Werte wie Menschlichkeit, Mitgefühl und Liebe in den Lehrplan von Schulen und Kindergärten zu integrieren.

    Dalai Lama von Angela Merkels Verhalten beeindruckt

    Als Beispiel für Menschlichkeit nannte der Dalai Lama den Umgang der Bundesregierung mit der Flüchtlingskrise. Das Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihn beeindruckt und motiviert. Er rief alle EU-Staaten dazu auf, Länder wie Syrien oder Afghanistan beim Wiederaufbau zu unterstützen, damit die Flüchtlinge irgendwann zurück in ihre Heimat könnten.

    Eric Bernhard dürfte den Tag nicht so schnell vergessen. Zwar sei er vor der Fragerunde „aufgeregt“ gewesen. Letztendlich sei es aber „eine tolle Erfahrung“ gewesen, mit dem Dalai Lama zu sprechen, so der 16-Jährige. Grund für die Reise des Dalai Lama ist die Eröffnung des Tibethauses, dessen Schirmherr er ist. Die Einweihung des Hauses am Dienstag hatte der 82-Jährige jedoch verpasst, weil sein Flugzeug aus Irland sich verspätet hatte.

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