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    WÜRZBURG

    Investitionen in Krebstherapie

    Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags machte am Mittwoch den Weg frei für zwei Großprojekte in Würzburg. 77 Millionen Euro fließen nach Würzburg.

    Fünf Linearbeschleuniger sollen künftig in der neuen Klinik für Strahlentherapie in Würzburg eingesetzt werden. Der Haus... Foto: Matthias Hiekel

    Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags machte am Mittwoch den Weg frei für zwei Großprojekte in Würzburg

    „Wir stärken die medizinische Versorgung und bauen die Spitzenforschung in Würzburg weiter aus“, sagten Landtagspräsidentin Barbara Stamm und der Stimmkreisabgeordnete Oliver Jörg nach der Sitzung des Haushaltsausschusses im Bayerischen Landtag am Mittwoch. Der Ausschuss hat mit der Genehmigung von über 77 Millionen Euro den Weg für zwei Großprojekte frei gemacht.

    Linearbeschleuniger gegen Krebszellen

    „Mit dem Neubau einer Klinik für Strahlentherapie investiert der Freistaat in eine moderne interdisziplinäre Krebsbehandlung“, so Jörg. Die Klinik wird mit fünf sogenannten Linearbeschleunigern, zugehöriger Bettenstation mit 24 Betten und einer Palliativstation ausgestattet sein. In einem Linearbeschleuniger werden winzige elektrisch geladene Teilchen erzeugt, die als Therapiestrahl gebündelt Krebszellen zerstören. Zwei Linearbeschleuniger können aus dem Bestand in den Neubau integriert werden, drei Geräte werden neu angeschafft – eines davon eigens zu Forschungszwecken. „Forschung und Patientenversorgung wachsen zukünftig noch enger zusammen, arbeiten effektiver und ermöglichen kurze Wege.

    Zudem wird mit der neuen Bettenstation auch die Palliativarbeit in Würzburg und Unterfranken ausgebaut“, so Barbra Stamm.

    Derzeit ist die Strahlenklinik des Universitätsklinikums auf drei Standorte verteilt: die Kopfklinik, die Frauenklinik und das Zentrum für Operative Medizin (ZOM). „Mit der Zusammenführung an einem Standort kann die neue Strahlenklinik durch ihre Nähe zur Onkologie und zum Comprehensive Cancer Center Mainfranken auch deutlich besser in die interdisziplinäre Versorgung von Krebspatienten eingebunden werden“, erklärte Jörg. Für den Neubau sind 59 Millionen Euro eingeplant.

    Neues Kompetenzzentrum für Energie

    Zugleich stellte der Haushaltsausschuss die Weichen für ein neues Kompetenzzentrum in den Bereichen Ressourcenschonung und Energie. Er genehmigte die Gesamtkosten von 18,1 Millionen Euro für den Bau eines „Instituts für nachhaltige Chemie und Katalyse mit Bor als Schlüsselelement“ (ICB). Das Element Bor ist aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften von wachsender Bedeutung beispielsweise für die Materialwissenschaften.

    „Ziel des Vorhabens ist der Aufbau eines international sichtbaren und führenden Kompetenzzentrums, basierend auf den sehr erfolgreichen und mit hochkarätigen Preisen ausgezeichneten Arbeiten der Professoren Holger Braunschweig und Todd Marder“, berichtete Jörg.

    Das neue Institut soll am Campus Hubland Süd als Erweiterungsbau des Neubaus der Anorganischen Chemie entstehen, der 2018 in Betrieb gehen wird. Ausgestattet mit einem Seminarraum, Besprechungsräumen sowie Laboren – unter anderem für Laserspektroskopie und Kernresonanz – schafft der Neubau die räumlichen Voraussetzungen für die herausragenden Forschungsarbeiten der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. An den Bau- und Ersteinrichtungskosten beteiligt sich der Bund mit fünfzig Prozent.

    „Der Universitäts- und Medizinstandort Würzburg kann diese Fördergelder gut gebrauchen, die Mittel sind hier klug investiert“, erklärt der Würzburger Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal, selbst Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst und forschungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. „Es freut mich auch, dass Unterfranken bei der Verteilung dieser Gelder in einem fairen Ausmaß berücksichtigt wurde. Oft genug behandelt die Staatsregierung den Norden Bayerns eher stiefmütterlich.“

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