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    WÜRZBURG

    Tischkicker-WM: Mit der Silber-Medaille auf das Treppchen

    Sie hat es tatsächlich geschafft, die Würzburgerin Katja Dwenger. Sie war bei der Weltmeisterschaft im Tischkicker in Hamburg erfolgreich.

    Sie hat es tatsächlich geschafft, die Würzburgerin Katja Dwenger. Sie setzte sich bei der Weltmeisterschaft in Hamburg durch und darf sich jetzt im Classic Damen Doppel Vize-Weltmeisterin im Tischkicker nennen. Damit ergatterte sie einen Platz auf dem Siegertreppchen, ein ganz heißer Wunsch der 25-Jährigen.

    Eine Profi-Sportart?

    Wie Tischkicker? Ist das denn eine anerkannte Profi-Sportart? Das spielt man doch eher mit Kumpels in Kneipen. Nicht so allerdings die Würzburger Studentin. Sie spielt schon seit vielen Jahren professionell Tischkicker und tritt bei diversen Turnieren an. Zweimal hat sie schon die deutsche Meisterschaft gewonnen.

    Eigentlich Schwimmerin

    Eigentlich kommt sie als Leistungssportlerin vom Schwimmsport. Doch nach einer Verletzung musste sie auf unbestimmte Zeit pausieren. Aber Tischfußball funktionierte noch. Und nach einem Besuch und einem Test im Bundesleistungszentrum des deutschen Tischfußballbundes auf Anraten ihres Vaters fiel die Entscheidung für den Profisport an den Stangen.

    Schon 2015 am WM-Start

    Das war im Jahr 2009, erinnert sich die frischgebackene Vizeweltmeisterin. „Ich war schon 2015 bei der WM in Paris dabei. Doch da schied ich mit meiner Partnerin vorzeitig aus. Wir hatten zu starken Druck aufgebaut und es fehlte uns die mentale Stärke“, analysiert Dwenger das damalige Abschneiden.

    Und wie war das diesmal in Hamburg? „Die WM lief vom 12. bis 16. April mit 800 Sportlern aus 40 Nationen“, erzählt die Lehramtsstudentin. Dabei hat jeder Teilnehmer einen Heimtisch aus fünf verschiedenen Modellen und die Sätze einer Partie werden abwechselnd auf dem jeweiligen Heimtisch gespielt.

    Locker am Tisch

    „Wir sind ganz locker ins Spiel gegangen. Beim Classic Damen Doppel fängt das Spiel beim Torwart an und die Stange darf nicht überdreht werden.“ Aber genau das ist die Spezialität von Katja Dwenger. Mit diesem Trick bekommt der Ball viel Tempo.

    „Bei der Classic-Variante sollen Standard-Schüsse gefördert werden“, sagt die Vize-Weltmeisterin. „Wir haben uns gerade da nicht so viele Chancen ausgerechnet.“ Wir, das sind Dwenger und Jessica Bechtel aus Dortmund. Die beiden sind befreundet, die Chemie stimmt und sie spielen seit fünf Jahren zusammen.

    Einziges deutsches Damenteam auf dem Treppchen

    „Wir waren bei der Weltmeisterschaft in Hamburg das beste deutsche Damenteam und die einzigen auf dem Treppchen“, freut sich die Würzburger Studentin. Spannend war es bis zum Titel. Dwengers Team musste bis zum Finale sechs Spiele bestreiten und im K.-o-.System sechs internationale Mannschaften bezwingen.

    Finalgegner aus Österreich

    Dann war es soweit und der Gegner stand fest: Die Frauen kamen aus Österreich. „Es war ein ganz entspanntes Finale, denn wir hatten uns schon vorher riesig gefreut, dass wir so weit gekommen sind. Dann haben wir ganz knapp verloren“, analysiert die Vize-Weltmeisterin.

    Von der Atmosphäre in der Wettkampfhalle schwärmt die Würzburgerin regelrecht: „Während des Finales kommentierte ein Sprecher unser Spiel und viele Fans verfolgten von der Tribüne aus unseren Kampf.“

    30 Spiele

    Da sie auch noch in anderen Disziplinen gemeldet war, absolvierte sie etwa 30 Spiele. Ein Quäntchen mehr Glück hätte sie sich gewünscht in Hamburg, dann wäre sicher der eine oder andere vordere Rang noch möglich gewesen. Immerhin: Im deutschen Damen-Nationalteam kam sie auf Rang 5.

    Geheimrezept für Fitness

    Fünf Tage lang war die Würzburgerin von 8.30 bis 23 Uhr in der Halle. Wie hält man da die Konzentration hoch und den Körper fit? „Ich bin immer auf Achse, laufe herum, plausche mit Freunden, schnappe frische Luft und esse nur in kleinen Mengen“, verrät sie ihr Fitnessgeheimnis. „Und natürlich viel Wasser trinken.“

    Ihr nächstes großes Ziel? Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Spanien 2019 schaffen. Und national will sie wieder deutsche Meisterin werden. 2016 hatte sie das Finale verloren. Den Titel holte sie sich 2014 und 2015.

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