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    WÜRZBURG

    Würzburger Paar gab alles auf und ging auf Weltreise

    Nadine Mahler und Viktor Gense aus Würzburg haben alles hingeschmissen und sind um den Globus geflogen. Mitgebracht haben sie eindrucksvolle Fotos.

    Vietnam - Halong Bay - Auf einer dreitägigen Bootstour fuhren Nadine und Viktor durch die Bucht mit ihren fast 2000 Kalk... Foto: Viktor Gense

    Von Hong Kong über Neuseeland bis nach Südamerika, anschließend über Mexiko, Guatemala, Nicaragua und Costa Rica bis nach Afrika: Dieser Route folgten die beiden Würzburger Weltenbummler Nadine Mahler (29) und Viktor Gense (26) bei einem der größten Abenteuer ihres Lebens. Ihre Reise wurde zu einer Weltreise, deren Stationen versteckte Inselparadiese, riesige Salzwüsten und spuckende Vulkane bereithielt. Im April 2016 starteten die Unterfranken ihre große Reise. Im April 2017 geht ihr Traum nach genau einem Jahr wieder zu Ende.

    Mehr von der Welt sehen

    Einfach aufbrechen, den Alltag in Franken hinter sich lassen - das schien den beiden nicht schwer gefallen zu sein: „Für viele ist unsere Entscheidung sehr gewagt und nicht nachvollziehbar oder sie finden es super, haben selbst jedoch nicht den Mut. Wenn Reisen - wie für uns - eine große Leidenschaft ist, fällt einem der Entschluss ziemlich leicht. Das Fernweh hat uns beide schon immer gepackt“, sagt Nadine Mahler. Sie hatte zuvor im Wertheim Village im Bereich Marketing gearbeitet. Nach dem Studium war sie bereits mit einem "Working Holiday Visum" ein halbes Jahr lang alleine durch Australien gereist. Viktor hatte ein Auslandssemester in Bangkok verbracht und erkundete von dort aus Südostasien. Ihr gemeinsamer Nenner: „noch viel von der Welt sehen - am besten in jungen Jahren“.

    Für die ehemaligen Vorgesetzten der beiden - Viktor arbeitete vor der einjährigen Reise als "Account Manager" bei EMU Australia - war der Weggang ein Verlust. Dennoch herrschte eine überraschend große Akzeptanz auf Seiten ihrer Arbeitgeber: „Unsere Kollegen fanden die Entscheidung bewundernswert, weil sie es selbst gerne gemacht hätten, als sie noch jung waren. Wir sind im Guten mit unseren Arbeitgebern auseinander gegangen“, sagt Viktor.

    20 Länder, 24 Flüge

    Innerhalb von elf Monaten Reisezeit kam eine jeweils zweistellige Zahl an Ländern und Flügen zusammen. Über 20 Flüge absolvierten die beiden und natürlich unzählige Fahrten mit Bus, Bahn und Auto, um von Deutschland über Hong Kong nach Marokko zu kommen: „Für uns ist das Fliegen schon zur Routine geworden und viel angenehmer als die stundenlangen Busfahrten auf nicht europäischen Straßen und sehr niedrigen Standards“, erzählen die Würzburger. Das Paar hatte vor der Reise gespart und Einiges verkauft, um sich ihren Traum finanzieren zu können.

    Das Gefühl von Freiheit

    Den Alltag einfach hinter sich zu lassen, war kein Problem für Viktor und Nadine: „Wir können beide behaupten, dass der Alltag uns nicht fehlt. Im Gegenteil: Eine Weltreise bedeutet auch die Flucht aus dem Alltag. Es war auch einer unserer Gründe, die Reise anzutreten. Es ist ein unbeschreibliches Freiheitsgefühl, morgens aufzustehen und jeden Tag aufs Neue zu entscheiden, wo es heute hingehen soll und was wir erleben möchten.“ Eine feste Route war vor Reiseantritt nicht festgelegt. Die beiden hatten aber eine grobe Vorstellung davon, wo die Reise sie hinführen sollte. Diese Flexibilität wollte sich das Pärchen, das regelmäßig über seine Reise berichtete, behalten.

    Über einen Krankenhausbesuch und Beziehungsstress

    Ein Jahr gemeinsam unterwegs zu sein bedeutet, fast 24 Stunden pro Tag mit dem Partner zu verbringen. Das kann auch manchmal schwierig sein. „Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten kommen natürlich vor. Da ist es wichtig, Kompromisse zu schließen und einander zu verstehen“, sagen die Unterfranken.

    Nadine und Viktor gibt es als die "Travel Nuts" auch auf Instagram:

    Nach einem Rollerunfall kam eine besondere Herausforderung auf das unterfränkische Paar zu: „Ich hatte anschließend eine Infektion mit multiresistenten Keimen und hatte drei Monate eine große Wunde, die behandelt werden musste. Viktor war mir da eine große Unterstützung. Ohne ihn hätte ich diese schwierige Zeit und die vielen Krankenhausbesuche wahrscheinlich nicht durchgestanden und wäre vorzeitig nach Hause zurückgekehrt, um mich in Deutschland behandeln zu lassen.

    Heimkommen als größtes Wagnis

    Mittlerweile sind die Travel Nuts wieder zurück in der alten Heimat: „Wir haben erst einmal viel nachzuholen mit unseren Familien und den Freunden. Auch die Wohnung muss wieder eingerichtet werden, Verträge müssen abgeschlossen werden und so weiter. Als Nächstes steht die Zukunftsplanung an. Noch wissen beide nicht genau, wo es für sie in Deutschland aus beruflicher Sicht hingehen wird. Auch nicht, ob das Paar weiterhin in Würzburg bleibt oder sich neu orientiert. In einem Punkt sind sie sich aber sicher: „Das Zurückkommen in die Heimat wird sicherlich das größte Wagnis der gesamten Reise.“

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