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    BASKETBALL: BUNDESLIGA MÄNNER

    Dirk Bauermann rechnet sich in Berlin etwas aus

    s.Oliver Würzburg reist mit frischem Selbstbewusstsein zum Ex-Klub von Kapitän Kresimir Loncar. Der Einsatz von Lamonte Ulmer bleibt weiter fraglich. Wir sind live vor Ort!

    Basketball: Bundesliga, s.Oliver Würzburg - FC Bayern München, Hauptrunde, 20. Spieltag am 28.01.2017 in s.Oliver Arena,... Foto: Daniel Karmann (dpa)

    Es war der lang ersehnte Befreiungsschlag, den Basketball-Bundesligist s. Oliver Würzburg (15. Platz/12:34 Punkte) am vergangenen Freitag mit dem nicht nur in der Höhe, sondern auch in seinem Zustandekommen höchst bemerkenswerten 98:73-Kantersieg gegen Oldenburg landete (lesen Sie dazu: Weit mehr als ein stinknormaler Sieg) . Der erste Sieg im Jahr 2017 beendete nicht nur die sieben Niederlagen andauernde Negativ-Serie und bedeutete den ersten Erfolg für Cheftrainer Dirk Bauermann seit Amtsantritt. Er dürfte auch letzte Zweifel am Erreichen des Minimalziels Klassenerhalt weggewischt haben angesichts von nun fünf Siegen Vorsprung auf das bislang erst einmal siegreiche und auf dem einzigen Abstiegsplatz rangierende Vechta.

    Doch obwohl weder nach unten Gefahr droht noch nach oben Richtung Play-offs realistische Perspektiven bestehen, haben die Baskets noch etwas vor bis zum letzten Spieltag am 1. Mai. „Es gibt keinen Grund zu relaxen“, betont Kapitän Kresimir Loncar vor der Rückkehr an seine letztjährige Wirkungsstätte. „Wir arbeiten weiter sehr hart im Training. Eigentlich hatten wir vor der Saison andere Ziele und uns mehr erhofft, daher wollen wir jetzt noch einige Siege einfahren“, sagt der 34-Jährige, der vergangene Saison mit Alba Berlin (6./28:18) den Pokal-Wettbewerb gewann und nun mit seinem Team mit frischem Selbstvertrauen in die Hauptstadt reist: „Ich denke, wir haben eine realistische Chance. Die Berliner haben acht der letzten zehn Partien verloren. Wir müssen wieder gut verteidigen, sie wenn möglich bei um die 70 Punkte halten und wie schon gegen Oldenburg die Ballverluste minimieren.“

    Kresimir Loncar gibt sich optimistisch

    Loncars Optimismus ist zumindest beim Blick in die Statistiken nachvollziehbar, schließlich zeigte die Formkurve des achtmaligen Meisters und neunmaligen Pokalsiegers zuletzt in der Tat stark nach unten. In der Liga verloren die Albatrosse zuletzt viermal in Serie, unter anderem gegen Jena und in Göttingen, begründet sicher auch durch personelle Probleme. US-Spielmacher Peyton Siva fehlte zuletzt mit Adduktoren-Problemen, Landsmann Tony Gaffney musste die Woche mit einem Magen-Darm-Virus das Bett hüten. „Bei beiden können wir nur von Tag zu Tag schauen, ob sie wieder einsatzbereit sind.

    „Wir arbeiten weiter sehr hart im Training.“
    Kresimir Loncar, Kapitän von s.Oliver Würzburg

    Es kann also passieren, dass wir wieder nicht mit der kompletten Mannschaft antreten, aber das sind wir ja langsam gewohnt“, wird Berlins türkischer Headcoach Ahmet Caki, der in seiner Premierensaison bereits mächtig unter Druck steht, im Vorbericht auf das Baskets-Gastspiel zitiert. Eine Situation, die für Bauermann durchaus ihre Tücken hat. „Mit einem Sieg im Gepäck reist es sich sicher leichter nach Berlin, und natürlich rechnen wir uns etwas aus dort. Aber es bleibt eine schwierige Aufgabe, denn wir treffen auf einen verwundeten Tiger. Und die Verantwortlichen wissen, wie man mit solchen Situationen umgeht“, sagt der 59-Jährige, der eine „sehr bissige Berliner Mannschaft“ erwartet, die alles versuchen wird, wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden: „Da müssen wir von Anfang an dagegenhalten. Und wenn wir das tun und möglichst lange im Spiel bleiben, glaube ich, wird der ein oder andere dort nervös und dann ist sicher auch etwas drin.“


    Ulmers Einsatz bleibt fraglich

    Wie bei den Gastgebern steht auch bei den Baskets hinter dem Einsatz von zwei US-Amerikanern ein Fragezeichen. Bei Flügelspieler Lamonte Ulmer, der gegen Oldenburg kurz vor der Pause böse umgeknickt war, haben sich die Befürchtungen eines Bänderrisses oder –anrisses im Sprunggelenk nicht bewahrheitet. Ob der 30-Jährige allerdings zum Einsatz kommen wird, entscheidet sich möglicherweise erst am Spieltag. „Lamonte wird mit nach Berlin fahren. Nur wenn er am Freitag beim Abschlusstraining mitmachen kann, wird er auch spielen. Wir werden kein Risiko eingehen, dass er länger ausfällt“, sagt Bauermann. Anders gelagert ist die Lage bei Marshawn Powell, der im Vorfeld des Oldenburg-Spiels aus disziplinarischen Gründen suspendiert worden war. „Die Sache ist abgehakt, Marshawn hängt sich im Training rein. Aber er muss sich in die Rotation zurückkämpfen. Wenn er offensiv und defensiv die Anweisungen befolgt und umsetzt, kann er uns diese Saison noch sehr helfen. Wenn nicht, werden andere spielen“, macht Bauermann klar.

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